Facebooks Zwei-Faktor-Authentifizierung untergräbt die Privatsphäre

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Es ist wieder einmal soweit. Facebook hat es mit dem Thema Datenschutz erneut in die Negativ-Schlagzeilen geschafft. Dieses Mal ist die Gefahr für Nutzer allerdings keineswegs theoretisch oder kryptisch, sondern im Gegenteil leicht verständlich und unmittelbar.
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FacebookBildquelle: Facebook

Wenn das soziale Netzwerk Facebook in den vergangenen Monaten in den Medien auftauchte, war nahezu immer entweder eine Datenpanne oder ein neuer Skandal der Grund dafür. Auch die aktuelle Medien-Welle stellt keine Ausnahme dar. Dieses Mal sorgte eine Twitter-Nachricht des Tech-Unternehmers Jeremy Burger für viel Kritik – und das ist durchaus verständlich. Denn Fremde können die bei Facebook aus Sicherheitsgründen hinterlegte Handynummer dazu verwenden, um das eigene Facebook-Konto zu finden.

Handynummer wird zweckentfremdet

Eigentlich fragt Facebook nach der Telefonnummer seiner Nutzer, um diese für die sogenannte Zwei-Faktor-Authentifizierung zu verwenden. Das Verfahren ist im Grunde durchaus sinnvoll: Selbst, wenn ein Unbefugter an das eigene Facebook-Passwort gelangt, wird er damit auf seinem Computer nicht viel anfangen können. Aufgrund der zweistufigen Authentifizierung schickt Facebook nämlich zunächst eine SMS mit einem Code auf die hinterlegte Nummer. Dieser muss bei der Anmeldung zusätzlich zum Passwort eingetragen werden. Ansonsten bleibt das Konto gesperrt.

Ohne große Ankündigungen nutzt Facebook die hinterlegte Rufnummer allerdings auch in einem anderen Bereich. So kann zunächst jeder, der das eigene Handy-Adressbuch mit Facebook synchronisiert hat, auch den zur Handynummer dazugehörigen Facebook-Account finden. Der Nutzer selbst hat dabei keinerlei Möglichkeiten, um den beschriebenen Prozess zu unterbinden. Die Einstellungen können lediglich insoweit angepasst werden, dass nur Freunde die Handynummer wie beschrieben verwenden können. Als Alternative bleibt dem Nutzer lediglich die Option, auf die Zwei-Faktor-Authentifizierung mithilfe des Handys gänzlich zu verzichten und die Rufnummer zu löschen.

Komplett wird die Telefonnummer allerdings auch in diesem Fall nicht entfernt. Denn auch die Messenger-Dienste WhatsApp und Instagram gehören zum Facebook-Ökosystem. Die gesammelten Daten landen also alle in einem Topf – vor allem, wenn Facebook seine Pläne die drei Netzwerke noch stärker miteinander zu verknüpfen in die Tat umsetzt.

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