Made in China? Hier kommen E-Bikes wirklich her

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Fahrräder im Allgemeinen und E-Bikes und Pedelecs im Speziellen erleben seit zwei Jahren einen unglaublichen Boom. Immer mehr Menschen entscheiden sich beim Fachhändler für ein E-Bike. Doch woher kommen die eigentlich?
Menschen fahren mit E-Bikes in einem bewaldeten Gebiet.
Diese E-Bikes kannst du dir für kleines Geld bei Lidl sichern.Bildquelle: Coen van de Broek/Unsplash

In Deutschland wurden im Jahr 2021 4,7 Millionen Fahrräder und E-Bikes verkauft. Davon sind 2 Millionen elektrisch angetrieben. Die deutschen Hersteller produzierten im vergangenen Jahr 1,4 Millionen solcher E-Bikes. Also alles klar? Die meisten E-Bikes in Deutschland kommen aus Deutschland? 

Mehr Im- als Export

In der Statistik, die der Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) in seinem Marktbericht 2021 veröffentlicht, zeigt sich ein anderes Bild. Denn die deutschen E-Bike-Hersteller exportieren fast die Hälfte der hierzulande hergestellten elektrischen Räder. Und so wurden im Jahr 2021 1,31 Millionen Stück importierte. Die Vermutung liegt nahe, dass die meisten aus Fernost kommen. China, früher als die „Werkbank der Welt“ bezeichnet, liegt nahe als Herkunftsort. Doch weit gefehlt. Denn normale Fahrräder kommen zu großen Teilen aus Kambotscha und Bangladesch. Beide Länder liefern Deutschland rund ein Drittel der Import-Fahrräder. 

Bei E-Bikes sieht es aber ganz anders aus. Denn hier gehören zwar Vietnam und Taiwan zu den Top 5 Importeuren. Doch die Krone holt sich Bulgarien. Aus dem Balkanland stammen 17 Prozent der in Deutschland importierten E-Bikes. Die Niederlande liefern mit 14 Prozent die drittmeisten elektrischen Räder, gefolgt von Ungarn mit 12 Prozent auf Platz vier. 

In den Top 10 Lieferanten-Ländern tummeln sich noch viele weitere europäische Staaten. So folgen auf den Plätzen sechs bis zehn noch Tschechien, Rumänien, Polen, Österreich und Portugal. 

Wohin wandern die deutschen E-Bikes?

Bleibt noch die Frage, wohin die deutschen Hersteller ihre E-Bikes liefern. Im Jahr 2021 wurden immerhin rund 610.000 elektrisch angetriebene Fahrräder aus Deutschland in die weite Welt exportiert. „Die weite Welt“ meint hier praktisch ausschließlich Europa. Denn 98 Prozent aller deutschen Exporte bleiben in der EU, Schweiz, Norwegen und Großbritannien. Nur 2 Prozent schaffen es raus aus Europa. Hauptabnehmer ist wenig überraschend unser westlicher Nachbar die Niederlande. Mehr als ein Drittel aller in Deutschland hergestellten E-Bikes geht über diese Grenze. Es folgen Frankreich und Österreich mit jeweils 12 Prozent der Exporte.

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3 KOMMENTARE

  1. Max_tbh

    Was? Das ist ja wirklich erstaunlich!!!
    Alle elektronischen Geräte kommen aus Fernost und jetzt nach über einem Jahr harten Lieferproblemen mit ebikes weil die meisten aus China kommen und der Containertransport durch Corona uns Stöcken geraten ist, habt ihr entdeckt dass die elektronischen Fahrräder auch von dort kommen?

    Wow, vielen Dank id!
    Was würde ich ohne eure un-reißerische und aktuelle Berichterstattung nur machen….

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  2. Susanne mvuyekure

    Das Ziel war doch, die Menschen zum Umstieg von pkw aufs Fahrrad zu bewegen, fürs Klima und zur Entlastung der Strassen. Jetzt kommt durch die Hintertür schon wieder der Griff ins Portemonnaie!??? Mit enormen Aufwand, Marje erfassen, verarbeiten und kontrollieren.Welche Partei mag uns das nun wieder als Vorteil verkaufen?

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  3. Photonicon

    Ich wäre für eine Steuer auf alle Abo-Tickets für den ÖPNV, Zusatzsteuer auf Car-Sharing und auf alle Bahncards. Den Schuhmacher-Kunden würde ich eine Abgabe für zu sehr abgelaufene Sohlen aufdrücken. – Bestimmt habe ich noch was vergessen. Aber es gibt ja Gesetztesnovellen.
    Die daraus erwirtschafteten Gelder sind unbedingt den Autofahrern mit den großen energiefressenden Fahrzeugen, die zwei Parkplätze brauchen, in den … zu schieben.

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