Erst Lidl, jetzt Aldi: Parken kostet ab sofort 3 Euro

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Erst kassierten sie an der Kasse, jetzt auch davor. Lidl macht’s vor, Aldi zieht nach. Was wie Ordnung klingt, ist ein neues Geschäftsmodell, das Millionen Autofahrer betrifft. Warum der Parkplatz plötzlich Geld kostet, zeigt sich erst nach Feierabend.
Erst Lidl, jetzt Aldi: Parken kostet ab sofort 3 Euro
Erst Lidl, jetzt Aldi: Parken kostet ab sofort 3 EuroBildquelle: Karolis Kavolelis / Shutterstock

Erst war es Lidl, jetzt auch Aldi Süd. Zwei Discounter, ein neues Geschäftsmodell: Geld fürs Parken. Nicht mehr nur für Milch, Eier und Toastbrot wird kassiert, sondern auch für den Quadratmeter Asphalt davor. Der Parkplatz als Produkt. Wer bisher dachte, der Einkauf endet an der Kasse, lernt jetzt: Das Auto gehört offenbar mit zum Warenkorb.

Parken bei Aldi? Ab 3 Euro

Lange galt: Supermarktparkplätze sind so etwas wie öffentlicher Raum mit Einkaufsoption. Kostenlos, großzügig und oft ist da etwas frei. Vor allem nachdem in vielen Städten Parkplätze zurückgebaut wurden, etwa für Bäume oder Radwege. Was zunächst gut klingt, ist im Alltag aber oft lange Parkplatzsuche. Aldi, Lidl und Co. hatten ihr eigenes Problem: Fremdparker blockierten die Flächen, Kunden fanden keinen Platz. Also kamen private Kontrollen, Knöllchen, Diskussionen mit Kassenbons. Jetzt kommt die nächste Stufe: Bezahlen statt Strafe.

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Worum es konkret geht, zeigt sich erst beim genaueren Hinsehen. Nicht der Einkauf am Tag wird teurer, sondern die Nacht. Nach Ladenschluss öffnen Supermärkte ihre Parkplätze für Anwohner. Offiziell heißt das „Feierabendparken“. Praktisch bedeutet es: Wer abends keinen Stellplatz findet, kann sich bei Lidl oder Aldi einmieten. Drei Euro pro Nacht, 12 pro Woche, 30 im Monat. Gebucht wird per App, kontrolliert per Kamera.

Früher kostenlos, jetzt reguliert

In Hamburg läuft das Modell bereits mit Lidl, nun zieht Aldi in Augsburg nach. Gemeinsam mit dem Münchner Unternehmen Wemolo. Die Oberbürgermeisterin Eva Weber findet das „innovativ“. Innovation heißt hier: Asphalt besser auslasten. Aldi nennt es nachhaltig. Wemolo nennt es KI-gestützte Kennzeichenerkennung. Pressesprecher Tristan Thaller erklärt, man buche per Web-App oder QR-Code. Die Logik ist einfach: Tagsüber Kunden, nachts Anwohner. Der Parkplatz wechselt digital den Besitzer. Städte bekommen Entlastung, Supermärkte neue Einnahmen, Anwohner einen legalen Stellplatz. Alle gewinnen. Was früher kostenlos war, wird jetzt organisiert, reguliert und monetarisiert. Geld verdienen mit der Parklücke nimmt zu.

Bildquellen

  • Fast alle kaufen es, kaum jemand schaut genau hin: Brot. Doch es gibt riesige Unterschiede. Was bei Lidl und Co. gut ist und was nicht.: Tommaso Urli / Unsplash
  • Erst Lidl, jetzt Aldi: Parken kostet ab sofort 3 Euro: Karolis Kavolelis / Shutterstock
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17 KOMMENTARE

  1. Nutzerbild Henning

    Finde ich völlig in Ordnung zumal der Preis angemessen ist. Diese Plätze wurden gebaut, werden gewartet und sind privat. Man könnte diese Kosten auch über den Warenpreis regulieren, aber das wollen Kunden sicher nicht.

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  2. Nutzerbild Guido K

    Für 30 Euro im Monat einen Stellplatz in einer Großstadt? Das ist sensationell günstig! Ich kann in der Angelegenheit das es Geld kostet kein Problem erkennen. Der Unterhalt von einem Parkplatz kostet ordentlich.Da fallen Grundsteuer, Reinigung und Entfernung von Hinterlassenschaften, Wartung der Technik, Reperatur von Schäden usw.an. Das soll dann kostenlos sein? Ein Auto zu haben wird in Zukunft wahrscheinlich eh so gut wie unbezahlbar werden und in der Stadt auch nicht nötig sein. Die Stadt braucht mehr Lebensraum für Menschen und nicht für Autos, das ist hier in D total menschenfeindlich entgleist.

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  3. Nutzerbild Herbert

    „so etwas wie öffentlicher Raum“ ? zu öffentlichem Raum wird das Grundstück eines Supermarktes auch bei lebhafter Phantasie nicht, diese Parkplätze liegen im privaten Bereich des Supermarktes, bzw des Pächters/Besitzers des Grundstücks, der ist dafür verantwortlich und muss natürlich nicht dulden, dass Umsonstparken mit „optionalem Einkauf“ genutzt wird. Man muss nur die Schilder an den Parkplätzen vor Hotels in Ferienorten, oder die Hinweise an Stellplätzen vor innerstädtischen Büros lesen, um zu erfahren, wie lustig die Parkplatzbereitsteller es finden, wenn Autofahrer dort frei parken und den Grund für die (kostspielige) Bereitstellung der Parkplätze als optional ansehen.

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  4. Nutzerbild KnutSchnut

    was für ein furchtbar tendenziös geschriebener Artikel von einem vermutlich frustrierten Redakteur.

    es ist Privatgrund und der kostet Geld und Unterhalt. Ja jedes Auto schädigt den Untergrund. Der Preis ist spottbillig für mitten in der Stadt. Es ist eben kein öffentlicher Raum. und ein Recht auf einen Parkplatz gibt es schlicht und ergreifend nicht. Da braucht man sich nicht gegen Bürgersteige und Radwege schießen. Das Auto hat kein Vorrecht

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  5. Nutzerbild Rob M

    30€
    Absolut OK
    Warum soll ein fremder mein Grundstück
    gratis Nutzen??
    Für das ich Grundsteuer bezahle…

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  6. Nutzerbild Thradom

    Mal wieder komplett reißerisch gestaltet dieser Artikel. In der Überschrift wird suggeriert, man müsste beim Einkaufen fürs Parken zahlen. Ist gelogen. Welceh Parkplatz von Lidl oder Aldi konnte man nach Feierabend frei nutzen. Die wurden schon seit Jahren überwacht oder vorher per Schranke abgesperrt. Auch gelogen. Ich muß heute selbst für einen Anwohnerparkplatz bei der Stadt bezahlen. Also, wo ist das Problem. Warum dürfen diese Firmen mit ihren Plätzen nicht Geld verdienen. Die Flächen kosten ja auch Geld. Müssen die Firmen den alles an die Nachbarn verschenken.

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  7. Nutzerbild Jan

    > Was früher kostenlos war
    Tut mir wahnsinnig leid für die Autofahrer, dass sie jetzt bezahlen müssen, statt weiterhin auf Kosten der Allgemeinheit den öffentlichen Raum mit ihren überteuerten Blechhaufen zustellen zu können.

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  8. Nutzerbild LeChuck

    Hier ist mit „öffentlicher Raum“ indirekt eine Parkfläche gemeint, die aber gar nicht öffentlich im Sinne eines freien Zugangs ist, sondern explizit für die Nutzung durch PKW vorgesehen ist. Man müsste erst einmal sehen, ob jemand ernsthaft ein Picknick auf einem Supermarkt‑Parkplatz machen würde – Beispiele dafür kenne ich nicht.

    In dem Artikel wird darüber hinaus nicht deutlich genug thematisiert, dass Parkraumbewirtschaftung grundsätzlich nicht kostenlos ist. Liegt keine Parkautomaten‑Lösung oder ein Anwohner‑Parken vor, wird die Bewirtschaftung über Steuermittel finanziert. Das ist ein wichtiger Hintergrund, der hier zu kurz kommt.

    Zudem wirken die Überschrift und die Schlagzeile irreführend: Die 3 Euro fallen nicht beim Einkauf selbst an, sondern beziehen sich auf ein nachladenschluss verfügbares „Feierabend‑Parken“. Die Formulierung suggeriert jedoch, dass Kunden beim täglichen Einkauf zusätzlich 3 Euro fürs Parken zahlen müssten, was faktisch nicht zutrifft.

    Meiner Meinung nach sollte die Berichterstattung entweder differenzierter recherchiert werden oder solche Themen Fachleuten überlassen, die die Details der Parkraum‑Regelungen und die rechtlichen Rahmenbedingungen besser einordnen können. Eine sachliche Aufklärung wäre für die Leserschaft deutlich wertvoller als eine auf Klicks und Irritation ausgerichtete Darstellung

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  9. Nutzerbild Thomas aus Marl

    Die wenigsten Leute kommen erst um 22 Uhr von der Arbeit nach Hause, wenn der Parkplatz nach Geschäftsschluss endlich verfügbar ist. Und was mache ich dann ab 17 Uhr, 5 Stunden um den Block fahren. Außerdem gibt es auch noch zwei arbeitsfreie Tage pro Woche, und während meines Urlaubs bleibt das Auto mitunter tagelang stehen. Ziemlicher Nonsens das ganze.

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  10. Nutzerbild Oliver

    Was macht der Verfasser dieses Beitrages beruflich? Wie kann mann man einen Beitrag bitte so reiserisch formulieren, wenn doch dahinter ein absolut legitimes Geschäftsmodell steckt? Absolutes BILD-Niveau.

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  11. Nutzerbild Karin

    Es heisst tagsüber nehmen zum Beispiel Anwohner Kunden zum Einkaufen die Parkplätze weg. Dann aber diesen, Wochen-und Monatstickets verkaufen zum Parken nach Ladenschluss. Erst ab 21 bzw. 22 Uhr? Und müssen dann morgens um 7 Uhr weg sein? Mhhh dieses wird hier nicht formuliert. Was soll daran günstig sein wie andere Nutzer schreiben oder praktisch dies nutzen zu können. Also die wenigsten kommen erst 22 Uhr nach Hause. Für mich Geldeinnahmequelle wie für Leerstand einer Mietwohnung den Mietern Geld abverlangt wird. Würde ich nicht unterstützen. Lidl könnte auch sagen, aufgrund der Treue unserer Kunden, Parken abends kostenlos, lässt sich ja mit der App verbinden und kontrollieren.

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  12. Nutzerbild Stefanie

    Der Parkplatz eines Einkaufsmarktes ist Privatbesitz. Es entstehen durch die Benutzung Kosten. Wer nachts als Anwohner parken will, ist kein Kunde und muss natürlich eine Gebühr entrichten. Für die reißerischen Medien in Deutschland wieder mal ein Aufhänger bezüglich eines ganz normalen Sachverhaltes.

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    • Nutzerbild Bolli

      Du hast keinen Führerschein – oder?

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  13. Nutzerbild Willy

    Auch ich habe Mitleid mit Aldi und Co. Höchste Zeit das neue Einnahmequellen bereit gestellt werden .

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  14. Nutzerbild Heißenberg

    Parkplätze werden zur Kostenfalle durch Fairparken und Co. Aldi Rewe Lidle verdienen genug um uns einen kostenfreien Parkplatz zu stellen. Alleine die Mogelpackungen und der angeblichen Inflation hat den Unternehmen Milliarden beschert. Für mich ist eins klar, demnächst werden wir auch beim Atmen zur Kasse gebeten. Aber wenn unsere Weltmeere im Müll versinken dann sind plötzlich die Kunden Schuld. Is klar!!!!! Den Mogelverpackungsmüll werden die Konzerne nie zu Rechenschaft gezogen und die Kunden dürfen wieder zahlen. Es sind nur noch Monopolisten am Werk die Kunden und Bauern ausziehen. Die Moral der Geschichte traue deinen Laden nicht.
    Upfuckvereine.

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  15. Nutzerbild PC

    Was labert ihr denn? Sie VERMIETEN! Parkplätze für ab 3€! Immer diese Hetze!

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  16. Nutzerbild Wolfgang Böhne

    Wir haben ,bedingt durch eine schlimme Erkrankung meiner Ehefrau, Pflegegrad 5, einen blauen Behindertenparkausweis. Egal ob nachts, egal ob am Tag, die Videoüberwachung erkennt diesen Ausweis nicht und laufend erhalten wir Belastungen unterschiedlicher Summen. Auch die Behindertenplätze, extra ausgeschildert auch hier, werden von diesen Sch….kameras nicht beachtet.

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