E-Auto gescheitert: Der nächste Hersteller kapituliert!

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Honda zieht die Reißleine bei seiner E-Auto-Offensive. Der japanische Automobilhersteller hat angekündigt, mehrere geplante E-Modelle zu streichen und seine Elektrifizierungsstrategie deutlich zu überarbeiten. Die Entscheidung könnte Honda erstmals seit Jahrzehnten einen Verlust bescheren.
Honda Civic type R in der Frontansicht.
Verbrenner wie der Honda Civic Type R könnten für Honda wieder mehr Bedeutung gewinnen. Bildquelle: Honda

Konkret stoppt der Konzern die Entwicklung und Markteinführung von drei Elektrofahrzeugen, die ursprünglich für den nordamerikanischen Markt vorgesehen waren: den Honda 0 SUV, die Limousine Honda 0 Saloon sowie den Acura RSX. Die Fahrzeuge waren Teil der sogenannten „0-Series“, mit der Honda eigentlich ab Mitte des Jahrzehnts stärker in den globalen E-Auto-Markt einsteigen wollte.

Honda kapituliert vor Trump

Als Grund nennt das Unternehmen primär ein deutlich schwieriger gewordenes Marktumfeld. Die Nachfrage nach Elektroautos in den USA hat sich zuletzt spürbar verlangsamt, während gleichzeitig politische Rahmenbedingungen und Förderprogramme unter der Führung von Donald Trump verändert wurden. Unter diesen Bedingungen würde die Produktion der Modelle laut Honda langfristig weitere Verluste verursachen.

Die strategische Kehrtwende hat massive finanzielle Folgen. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Honda nun mit einem Nettoverlust von bis zu 690 Milliarden Yen (rund 3,8 Milliarden Euro), nachdem zuvor noch ein Gewinn von 1,6 Milliarden Euro erwartet worden war. Ein wesentlicher Teil der Belastung entsteht durch Abschreibungen auf bereits entwickelte Technologien und Produktionsanlagen für die gestrichenen Modelle.

Es droht der erste Verlust seit vielen Jahren

Insgesamt könnte die Neuausrichtung der Elektrostrategie Kosten von bis zu 2,5 Billionen Yen verursachen – umgerechnet rund 15 Milliarden Dollar. Damit droht dem Unternehmen erstmals seit seinem Börsengang in den 1950er-Jahren ein Jahresverlust. Honda reagiert damit auch auf mehrere strukturelle Probleme im globalen Automarkt. Neben der schwächeren Nachfrage nach E-Autos in Nordamerika kämpft der Konzern auch mit zunehmendem Wettbewerb in China, wo lokale Hersteller bei Software-Features und Entwicklungsgeschwindigkeit zunehmend dominieren.

Künftig will Honda seine Strategie stärker ausbalancieren und sich verstärkt auf Hybridfahrzeuge konzentrieren. Diese gelten derzeit als profitabler und sollen dem Konzern helfen, die Übergangsphase zur Elektromobilität wirtschaftlich abzufedern. Trotz des Kurswechsels hält Honda langfristig an seinen Klimazielen fest. Der Konzern strebt weiterhin an, bis 2050 klimaneutral zu werden – allerdings mit einer deutlich flexibleren Elektrifizierungsstrategie als bisher geplant.

Der Plan, bis 2040 nur noch E-Autos zu bauen, ist Geschichte. „Realistisch gesehen ist das schwer erreichbar“, sagte Honda-Chef Toshihiro Mibe in einer Pressekonferenz. Deutlich erfolgreicher ist Honda mit seiner Motorradsparte. Die arbeitet nämlich hochprofitabel.

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