Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert, den Preis des Deutschlandtickets wieder auf maximal 49 Euro zu senken. Hintergrund sind nach Angaben des Vereins steigende Spritpreise, die viele Haushalte zusätzlich belasten. Aus Sicht der Organisation soll ein günstigeres Ticket nicht nur finanziell entlasten, sondern auch die Abhängigkeit vom Auto und von fossilem Öl verringern. Die Preise für Benzin und Diesel waren in Deutschland in den vergangenen Wochen in Folge des Iran-Krieges in die Höhe geschnellt. Wer täglich pendelt, merkt diese Preisänderungen sofort im Geldbeutel.
9-Euro-Ticket reloaded? Forderungen nach günstigem Deutschlandticket
Die Deutsche Umwelthilfe argumentiert, dass Entlastung nicht über billigeren Sprit kommen sollte, sondern über einen günstigeren öffentlichen Verkehr. Aus ähnlichen Überlegungen war vor einigen Jahren das 9-Euro-Ticket entstanden, das als Vorläufer des Deutschlandtickets gilt. Damals gab es seitens der Regierung einen Tankrabatt. Um aber auch den ÖPNV zu fördern, verständigte sich die Regierung damals darauf, für drei Monate den öffentlichen Personennahverkehr in Deutschland für jeweils 9 Euro anzubieten. Erstmals war damit die Nutzung aller Busse und Bahnen in Deutschland mit nur einem Ticket möglich. Einige Zeit später führte man dann das Deutschlandticket ein.
Mit dem Start des Deutschlandtickets lag der Preis bei 49 Euro monatlich. Inzwischen wurde der Preis mehrfach angehoben. Nachdem man zunächst 58 Euro verlangte, liegt der Preis für den unbegrenzten Personennahverkehr in Deutschland inzwischen bei 63 Euro. Dieser Preis gilt seit Januar. DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch bezeichnet die Anhebung des Deutschlandtickets auf 63 Euro als Fehler. Seine Begründung: Das Ticket sei ursprünglich als bezahlbare Alternative zum Auto gedacht gewesen. Wenn der Preis weiter steige, drohe das Modell an Attraktivität zu verlieren.
Zugleich fordert die Umwelthilfe zusätzliche Vergünstigungen für mehrere Gruppen. Kinder und Jugendliche, Auszubildende und Studierende sowie Rentnerinnen und Rentner sollen nach Vorstellung des Vereins ein Ticket für maximal 29 Euro bekommen. Auch das ist aus Sicht der DUH Teil einer sozialen und verkehrspolitischen Entlastung.
Für Dich als Nutzer ist dabei vor allem ein Punkt entscheidend: Eine bloße Preisforderung ändert noch nichts am Angebot. Selbst ein günstigeres Ticket hilft nur begrenzt, wenn Verbindungen unzuverlässig sind, Busse selten fahren oder auf dem Land passende Alternativen fehlen. Genau an dieser Stelle liegt seit Langem ein Kernproblem des öffentlichen Verkehrs in Deutschland.
Ein günstiger Preis allein löst das Grundproblem nicht
Die DUH verbindet ihre Forderung deshalb mit einem weiteren Punkt: Bund und Länder sollen stärker in Bus und Bahn investieren. Der Verein argumentiert, dass ein besser ausgebauter Nahverkehr Haushalte entlasten, das Klima schützen und wirtschaftliche Folgekosten durch Staus, Luftverschmutzung und Schäden durch die Klimakrise senken könne.
Das ist als politische Stoßrichtung nachvollziehbar. Trotzdem bleibt offen, wie schnell sich daraus konkrete Maßnahmen ergeben könnten. Zwischen einer Forderung und einer tatsächlichen Entscheidung liegen in der Regel Finanzierung, Abstimmung zwischen Bund und Ländern und die Frage, wer die Kosten am Ende trägt. Deswegen stand das Deutschlandticket schon mehrfach kurz vor dem Aus.

Eine Preissenkung würde zu Lasten aller Steuerzahler gehen. Das Deutschland Ticket wird mit vielen Millionen Euro subventioniert. Ein Ticket nur für die eigene Stadt ist schon jetzt wesentlich teurer, wie das Deutschland Ticket. Wer über den Preis meckert, sollte sich mal die Ticket Preise seines Verkehrsverbundes ansehen. Beim VRR kostet das günstigste Einzelticket den Wucherpreis von 3,80 Euro. Eine Hin und Rückfahrt in der Stadt kostet daher schon 7,60 Euro.