Neue Coronavirus Challenge in Ekel-Videos: Bitte nicht nachmachen

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Man kann über Influencer denken, was man will, die Skepsis gegenüber den Internet-Botschaftern ist bei nicht wenigen Menschen groß. Und betrachtet man sich genauer, auf welch absurde Ideen einige von ihnen aktuell kommen, muss man sich schon die Frage nach Sinn und vor allem nach einem noch gesunden Verstand stellen. Ein Bericht von Zungenspielen auf der Flugzeug-Toilette und anderen Kuriositäten rund um die sogenannte "Cornavirus Challenge".

Stell dir vor, du bist auf der Suche nach Informationen rund um das grassierende Cornavirus und auf einmal stößt du in den sozialen Netzwerken auf Menschen, die zu einer sogenannten Coronavirus Challenge aufrufen. Wer nun glaubt, dass Teil dieser Herausforderung sein könnte, Ideen zu entwickeln, wie man sich am besten gegen eine Infektion mit dem Virus schützt, ist allerdings auf dem absoluten Holzweg. Es geht auch nicht darum, auf lustige Art und Weise eine Toilettenrolle in der Luft zu halten. Ziel ist es vielmehr, völlig – man muss es so deutlich formulieren – abnormale Dinge zu tun, die eine Infektion fast schon provozieren.

Coronavirus Challenge mit Ekel-Faktor

Anders formuliert: Die neue Coronavirus Challenge erweckt den Anschein, dass sich alle, die sich daran beteiligen, über die Coronavirus-Pandemie lustig machen wollen. Dafür werden – und nein, das ist kein Witz – öffentliche Toilettensitze oder Haltestangen in U-Bahnen abgeleckt. Berücksichtigt man in diesem Zusammenhang, dass derzeit viele Menschen an den Folgen einer Infektion mit COVID-19 sterben, ein überaus fragwürdiger Trend.

Den Ursprung nahm die Coronavirus Challenge offenbar Mitte März mit einem Video einer Influencerin namens Ava Louise. Die Blondine wirbt immer mal wieder mit skurrilen Videos um die Gunst neuer Follower. Zum Beispiel, indem sie mehr oder weniger genüsslich mit ihrer Zunge eine Toilette in einem Flugzeug abschleckt. Ob die Oberfläche vorher desinfiziert wurde? Das geht aus dem Video nicht hervor – auch wenn sie inzwischen nach heftiger Kritik in vielen Medien auf der ganzen Welt behauptet, genau das getan zu haben. Allein bei Twitter kommt ihr Ekel-Video schon auf mehr als 600.000 Aufrufe, bei Tik Tok sind es noch weit mehr.

Gegenüber „Business Insider“ sagte die US-Amerikanerin, sie habe die Challenge gestartet, um mediale Aufmerksamkeit zu erlangen. Mehr noch: Sie habe es schlicht nicht ertragen, dass das Coronavirus mehr Aufmerksamkeit bekomme(n habe) als sie selbst. Und das sagt eine Person, die bei Instagram auf immerhin 175.000 Follower kommt. Man muss eine solche Aussage wohl nicht weiter kommentieren, möge sich jeder selbst eine eigene Meinung dazu bilden. Gefährlich ist aber, dass die Challenge inzwischen Nachahmer findet – die aufgrund ihres Leichtsinns teilweise auch schon im Krankenhaus gelandet sein sollen.

Wenn man all diese Videos sieht, kann es nur eine klare Botschaft geben: Nein, das ist nicht lustig! Und nein, niemand sollte auf die Idee kommen, noch einen drauf zu setzen. Sollte die Challenge sich weiter im Internet ausbreiten, sollten Eltern sogar proaktiv das Gespräch mit den eigenen Kindern suchen. Schlicht, um auf die Gefahren hinzuweisen, die mit derartigen Aktionen einher gehen können. Denn dass im schlimmsten Fall der Tot droht, scheint in einigen Köpfen offenbar noch immer nicht angekommen zu sein.

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