ARD und ZDF unterbrechen WM-Spiele für Werbung!

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Mitten im Spiel wird plötzlich ausgeblendet, dann läuft Werbung. Was lange wie ein Tabu wirkte, wird bei der Fußball-WM in diesem Jahr Realität. ARD und ZDF werden die Spiele für Werbung unterbrechen. Was steckt dahinter?
Logos von ARD und ZDF auf einem Monitor in einem TV-Studio.
ARD und ZDF: Werbung während der WM-SpieleBildquelle: Microsoft Copilot

Für viele Zuschauer klingt das erst einmal wie ein Bruch mit einer klaren Regel. Das Spiel läuft, das heißt, Werbung ist tabu. Nur in der Halbzeit sowie vor und nach dem Spiel laufen Spots. Aber genau diese Grenze fällt bei der WM nun: ARD und ZDF planen Werbung in Unterbrechungen, die direkt in die laufende Partie fallen. Damit rückt Werbung spürbar näher an das eigentliche Event, und ein bisher gelebtes Tabu fällt.

Aus Spielunterbrechung wird Werbefläche

Verpasst du deswegen etwas auf dem Spielfeld? Nein. Denn erstmals werden die WM-Spiele 2026 geplant unterbrochen. Die FIFA als Veranstalter plant bei allen Partien feste Trinkpausen wegen der Hitze ein. Pro Hälfte gibt es eine Pause von drei Minuten. Sie soll jeweils um die 22. und 67. Minute stattfinden. Genau dieses Zeitfenster machen die Sender nun zu Werbeplätzen.

Dem Vernehmen nach kostet ein Exklusivblock beim ZDF, der rund 90 Sekunden lang ist, bei Spielen ohne deutsche Beteiligung ab 1.200 Euro – pro Sekunde. Bei Top-Spielen geht es deutlich höher. Für ein Abendspiel mit Portugal am 17. Juni werden in Medienberichten 3.650 Euro pro Sekunde genannt. In einem möglichen Sechzehntelfinale mit Deutschland steigt der Preis demnach auf 17.825 Euro pro Sekunde. Ein Spot mit 20 Sekunden läge dann bei 356.500 Euro.

Für Zuschauer ist das ein klarer Tabubruch

Formell halten sich die Sender an Vorgaben. Die Werbung darf erst 20 Sekunden nach dem Pausenpfiff starten. Sie muss 30 Sekunden vor dem Wiederbeginn enden. Bei der ARD darf der Block pro Pause maximal 80 Sekunden dauern.

ARD und ZDF zeigen insgesamt 60 Partien im Free-TV. MagentaTV überträgt alle 104 Spiele live. Brisant: Ausgerechnet alle Vorrundenspiele der Türkei gibt es nur hinter der Telekom-Bezahlschranke.

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1 KOMMENTAR

  1. Nutzerbild F. F.

    Da sieht man ganz deutlich, dass die Geldgier der öffentlichen keine Grenzen mehr kennt. Diesen Saustall müsste man komplett einstampfen und von Grund auf neu aufbauen, mit neuen Gesichtern und akzeptablen Gehältern.

    Antwort

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