Amazon manipuliert Suchergebnisse? Nutzer erhalten schlechtere Artikel

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Amazon soll nicht nur die Suchergebnisse manipuliert und Nutzer getäuscht, sondern auch Konkurrenten ausspioniert und Produkte kopiert haben. Das geht aus zahlreichen, internen Dokumenten hervor. Doch sind diese glaubwürdig?
Amazon Päckchen im eigenen Locker
Mit Amazon Locker bietet Amazon seinen Kunden in mehr als zehn deutschen Städten eine weitere, komfortable Lieferoption.Bildquelle: Amazon

Seit Juni hat Amazon seine Maßnahmen in Bezug auf manipulierte Bewertungen deutlich verschärft. Zahlreiche Unternehmen mussten die Online-Verkaufsplattform verlassen, weil sie versuchten, die eigenen Produkte für Nutzer und den Amazon-Algorithmus attraktiver erscheinen zu lassen. Nun soll Amazon beinahe dasselbe gemacht haben – lediglich gezielter.

Die Vorwürfe: Manipulation und Spionage

Die Nachrichtenagentur Reuters befindet sich nach eigenen Angaben im Besitz tausender, interner Amazon-Dokumente, zu denen Strategiepapiere, Businesspläne und E-Mails gehören. Diese offenbaren angeblich, dass das US-Unternehmen die eigenen Suchalgorithmen in Indien manipulierte. Normalerweise werden Nutzern die besten, genauer gesagt relevantesten Produkte zuerst angezeigt – zumindest in der Theorie. Durch die Manipulation sollten Amazon-Eigenmarken derweil zwangsläufig „unter den ersten zwei oder drei Treffern“ erscheinen. Das geht aus einem indischen Strategiepapier aus dem Jahr 2016 hervor.

Ferner soll Amazon Indien interne Daten von amazon.in dazu verwendet haben, um Produkte, die von anderen Unternehmen verkauft werden, zu kopieren und diese anschließend als Konkurrenzprodukte auf derselben Plattform anzubieten. Laut Reuters sollen Angestellte, die an Eigenmarken arbeiten, sogar geplant haben, Partner von Unternehmen zu werden, die sie kopieren wollten. Der Grund: Einige Unternehmen sollen „einzigartige Prozesse, die die Endqualität des Produkts beeinflussen“ angewandt haben. Und diese wollte das Amazon-Indien-Team in Erfahrung bringen, um sicherzustellen, dass auch die Eigenmarken dieselbe Qualität aufweisen.

Amazon weist Vorwürfe zurück

Bereits im Jahr 2020 erklärte Amazon-Chef Jeff Bezos vor dem US-Kongress, dass es Amazon-Angestellten verboten sei, die Daten einzelner Verkäufer zu verwenden, um das Eigenmarkengeschäft zu unterstützen. Dabei weisen die internen Dokumente darauf hin, dass zumindest die beiden Führungskräfte Diego Piacentini (ehemals Senior Vice President) und Russell Grandinetti (Leiter des internationalen Verbrauchergeschäfts) von der indischen Strategie wussten.

Aktuell weigerte sich Amazon, die Informationen von Reuters zu bestätigen, da die Nachrichtenagentur „weder die Dokumente noch ihre Herkunft“ geteilt habe. Stattdessen bezeichnete das US-Unternehmen die Anschuldigungen als „falsch und unbegründet“. Dennoch wird nach Angaben von Reuters aktuell gegen Amazon wegen wettbewerbswidriger Praktiken in den USA, Europa und Indien ermittelt. Die Vorwürfe in Indien umfassen auch die unfaire Bevorzugung der eigenen Markenartikel.

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