Airbus ZEROe: So sieht das Flugzeug der Zukunft aus

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Airbus hat mitten in der globalen Corona-Krise seine Pläne zur Zukunft der Luftfahrt konkretisiert. Drei Konzept-Flugzeuge sollen verdeutlichen, wie künftig mit Wasserstoff statt Kerosin eine Fortbewegung am Himmel möglich sein soll.
Airbus ZEROe
ZEROe: So stellt sich Airbus die Zukunft des Fliegens vor - mit Wasserstoff-Antrieb.Bildquelle: Airbus

Emissionsfrei von A nach B fliegen. Unmöglich? Geht es nach Airbus alles andere als das. Denn der deutsch-französische Flugzeugbauer hat jetzt Details zu einem Konzeptflugzeug mit dem Namen ZEROe (Zero Emissions) präsentiert. Es soll mit einem Wasserstoff-Antrieb fliegen. Gleich drei Antriebsvarianten sind nach aktuellem Stand der Dinge vorstellbar. Ziel ist es, aus den drei Konzepten bis zum Jahr 2035 ein flugfähiges Lufttransportmittel zu entwickeln. Airbus-Chef Guillaume Faury sagte anlässlich der Vorstellung, die Verwendung von Wasserstoff habe das Potenzial, „die Klimaauswirkungen der Luftfahrt erheblich zu verringern.“

Airbus: Drei ZEROe Konzepte vorgestellt

Neben zwei klassischen Verkehrsflugzeugen, wie man sie heute schon kennt, tüfteln die Airbus-Entwickler auch an einem futuristischen Konzept. Doch der Reihe nach. Das erste Konzept-Design sieht ein Flugzeug mit Düsenantrieb vor, wie wir es heute schon kennen. In den Düsen wird Wasserstoff statt klassischer Treibstoff verbrannt. In der Kabine finden je nach Modell zwischen 120 und 200 Personen Platz. Sie reisen mit bis zu 828 km/h zu ihrem Wunschzielort. Alternative: Eine Turbopro-Maschine für bis zu 100 Passagiere mit einer maximalen Reisegeschwindigkeit von 612 km/h.

Das dritte ZEROe-Modell erinnert eher an das, was man aus Science-Fiction-Filmen aus Hollywood kennt. „Blended-Wing-Body“-Konzept wird es in der Airbus-Fachsprache genannt. Mit einem Flugzeug wie man es heute kennt, hat diese Idee des emissionsfreien Fliegens weniger etwas zu tun. Denn die Flügel dieses Jets sind mit dem Hauptkörper der Maschine verschmolzen. Die Folge ist vor allen aus aerodynamischer Sicht einem Quantensprung gleichzusetzen.

Airbus ZEROe Blended Wing Body Konzept
Sieht so das Wasserstoff-Flugzeug der Zukunft aus?

Der außergewöhnlich breite Rumpf dürfte auch bei der Aufteilung der Kabine völlig neue Möglichkeiten bieten. Bis zu 200 Passagiere sollen mit dem „Blended-Wing-Body“-Konzept fliegen können; sofern dieses Flugzeug in der nun präsentierten Form überhaupt jemals gebaut wird. In den aktuellen Planungen von Airbus ist es ähnlich schnell unterwegs wie ein Düsenflugzeug.

Problem: Die Reichweite

Bei allen erfreulichen Grundgedanken, die den drei Konzept-Flugzeugen zugrunde liegen, bleibt aber ein großes Problem. Bisher geht man bei Airbus nicht davon aus, dass die Wasserstoff-Antriebe eine große Reichweite ermöglichen werden. Das Turbofan-Design mit Düsenantrieb soll mit einer Reichweite von bis zu 3.700 Kilometern ausgestattet sein. Die beiden anderen Modelle kommen nach aktuellem Stand der Dinge nicht weiter als 1.850 Kilometer. Interkontinentale Langstrecken-Flüge sind also erst einmal nicht möglich, wenn man auf Wasserstoff als Brennstoff setzt. Es sei denn, man plant Zwischenstopps ein. Ganz so, wie es früher, zu Beginn der Luftfahrt, die Regel war.

Als weiteres Problem hat Airbus die Zufuhr von flüssigem Wasserstoff zu den Flughäfen identifiziert. Denn flüssiger Wasserstoff muss auf rund 250 Grad unter Null gekühlt werden, damit er auch flüssig bleibt. Darüber hinaus braucht flüssiger Wasserstoff aufgrund seines höheren Volumens mehr Platz als Kerosin. Und das hat wiederum zur Folge, dass bei den nun vorgestellten Flugzeugen die Tanks im hinteren Teil des Rumpfkörpers zu finden sind; wo es entsprechend auch keinen Platz und somit auch keine Fenster für die Passagiere mehr gibt.

Hayo Lücke

Kommentar

Von Hayo Lücke

Fliegen ohne viele CO2-Emissionen. Mit den aktuellen Flugzeugmustern ist das undenkbar. Doch schon in 15 Jahren will Airbus es möglich machen. Ist das realistisch? Der gewählte Zeit-Horizont ist für eine Flugzeug-Neuentwicklung schließlich ein extrem kurzer Zeitraum. Wenn alle Zahnrädchen ineinander greifen, ist das Airbus-Ziel aber durchaus zu erreichen. Zum Vergleich: Von der Idee bis zum Erstflug des Airbus A380 vergingen etwa 20 Jahre.

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