Test des Sony Ericsson Xperia X10

19 Minuten

Sony Ericsson Xperia X10

Nachdem der Termin für den Marktstart etliche Male verschoben wurde, ist es nun endlich da – das Sony Ericsson Xperia X10. Das erste Android-Gerät des schwedisch-japanischen Jointventures besticht durch ansprechendes Design in Kombination mit einer langen Ausstattungsliste, welche keine Wünsche offen lassen soll. Dank des immer beliebter werdenden Android Betriebssystems, scheint das Xperia X10 das Zeug zu einem echten Kassenschlager zu haben. Kann das Smartphone die hochgesteckten Erwartungen erfüllen? Die Antwort gibt der Testbericht von inside-digital.de.

Das X10 wird in einer unspektakulären rechteckigen Verpackung geliefert. Der schicke Androide liegt in einer ziemlich billig wirkenden Pappschale. Unter der Schale befindet sich das überschaubare Zubehör lose in der Verpackung. Neben dem X10 nebst 1500-Milliamperstunden-Akku, findet man ein Stereo-Headset, ein Lade- und Datenkabel, einen Adapter für die Steckdose und eine gedruckte Bedienungsanleitung. Die acht Gigabyte große Speicherkarte ist schon im Handy eingelegt. Ein Putztuch oder eine Handytasche wären wünschenswert gewesen.

Sony Ericsson Xperia X10
Sony Ericsson Xperia X10

An der Geräteunterseite befindet sich eine kleine Öffnung, an welcher der Akkudeckel nach oben gezogen wird. Dieser besteht aus dünnem Kunststoff und ist sehr biegsam. Es empfiehlt sich also mit Vorsicht an die Sache heran zu gehen. Für das Einsetzen der Speicher- und der SIM-Karte muss der Akku entfernt werden. Das Zusammenbauen des X10 gestaltet sich einfach: Der Deckel wird auf das Gerät gelegt und ein leichter Druck genügt, um diesen zu arretieren.

Sony Ericsson Xperia X10Mit 119.0 x 63.0 x 13.0 Millimeter und 135 Gramm ist das Designerstück kein ausgesprochener Handschmeichler. Überraschenderweise liegt es aber dennoch sehr gut in der Hand. Die anfängliche Skepsis, das Gerät wäre zu groß und zu unhandlich, stellte sich nach sehr kurzer Zeit ein. Sony Ericsson verteilte das Gewicht des Androiden perfekt: In der oberen Gerätehälfte befinden sich Kameraeinheit und schwere Bauteile und in der unteren Hälfte findet der Akku seinen Platz. Dadurch ist das X10 sehr gut ausbalanciert und auch problemlos in einer (Männer-)Hand zu halten.

Die Vorderseite besteht aus hochwertigem Kunststoff in schwarzer Klavierlackoptik. Die drei Hardwaretasten unterhalb des Displays bestehen ebenfalls aus Kunststoff. In silberner Farbe sorgen sie aber in Verbindung mit dem Chromrahmen, welcher die beiden Seiten ziert, für einen angenehmen Kontrast zu dem sonst schwarzen Handy. Insgesamt lässt sich dem X10 eine sehr gute Haptik bescheinigen. Die Verarbeitung ist gut und die Spaltmaße gering. Allerdings entlockt man dem X10 schon mit einem leichten Druck ein Knarzen. Schuld ist hier weniger das Gerät selbst, sondern die Verwendung des sehr weichen Kunststoffs als Akkudeckel. Hinzu kommt ein nicht 100-prozentig festsitzender Akku. Dieser gibt beim Drücken nach und führt zu dem unschönen Knacken.

An der rechten Geräteseite finden man die Lautstärkewippe und die Taste für den Kameraschnellstart. Die Stirnseite beherbergt den 3,5 Millimeter-Kopfhöreranschluss, die geschützte MicroUSB-Schnittstelle für das Daten- und Ladekabel und den An-/Ausschalter des Gerätes. Die Rückseite wird neben dem Herstellerschriftzug noch mit der Kameralinse und einem LED-Fotolicht verziert.

Sony Ericsson Xperia X10Unter dem Display befinden sich neben der Menütaste, welche alle Optionen im jeweils angezeigten Bildschirm auflistet, die Taste für die Startseite und die Zurück-Taste. Der Druckpunkt ist stramm und der Tastenhub sehr gering. Zwischen den unbeleuchteten Tasten sind zwei kleine weiße LEDs installiert, um sie im Dunkeln optisch voneinander zu trennen.

Die Steuerung des Smartphones wird hauptsächlich über den Touchscreen ausgeführt. Für die Texteingabe wird eine virtuelle QWERTZ-Tastatur eingeblendet. Das Display reagiert sehr sensibel auf die Eingabe. Auch Schnellschreiber werden mit den virtuellen Tasten keine Probleme haben, da sie ausreichend groß sind und zielgenau getroffen werden können. Die Tastatur kann wahlweise im Portrait- oder im Quermodus (Landscape) angezeigt werden.

Sony Ericsson Xperia X10Die Sprachqualität wurde im E-Plus– und im Vodafone-Netz getestet und ist mit gut zu bewerten. Die Stimme des Gesprächspartners ist klar und ohne Störgeräusche zu vernehmen. Nur bei maximaler Lautstärke neigt der Lautsprecher leicht zu übersteuern. Schlimmer wird es mit der integrierten Freisprecheinrichtung. Schon auf mittlere Lautstärke ist ein Übersteuern und Kratzen in der Stimme des Gesprächspartners zu vernehmen. Mit dem mitgelieferten Headset ist die Qualität indes hervorragend. Der Empfang des Androiden ist auch in geschlossenen Räumen sehr gut. Wer nicht gerade einen Bunker sein Eigenheim nennt, sollte in den allermeisten Fällen keine Probleme haben.

Die Standby-Zeit beläuft sich laut Sony Ericsson auf 425 Stunden. Die Gesprächszeit beläuft sich im GSM-Netz auf zehn und im UMTS-Netz auf acht Stunden. Im Test musste das Handy bei starker Nutzung der Internetanwendungen wie dem Browser und dem Android Market, sowie einer ständigen UMTS-Nutzung für Twitter und Push-Mail nach knapp 25 Stunden wieder mit Strom versorgt werden.

Der SAR-Wert beträgt laut Hersteller 1,25 W/kg. Sony Ericsson Xperia X10Der vier Zoll große kapazitive Touchscreen, nimmt mit seinen zehn Zentimetern im Durchmesser, fast die komplette Vorderseite des Handys ein. Das TFT-Display löst mit 480×854 Pixeln auf und kann bis zu 65.536 Farben darstellen. Aufgrund der hohen Auflösung werden Videos und Bilder gestochen scharf angezeigt. Dennoch kann das Display nicht an die Brillanz eines Amoled-Displays heranreichen. Die Displayhelligkeit wird entweder automatisch über einen Sensor gesteuert oder manuell an die Lichtverhältnisse angepasst. Das Display weist selbst in geschlossenen Räumen eine sehr starke Spiegelung auf. Es empfiehlt sich für die Benutzung unter freiem Himmel, die Helligkeit auf den Maximalwert zu stellen, da das Ablesen sonst sehr schwer fällt. Über dem Display befindet sich eine kleine LED, welche in unterschiedlichen Farben, Benachrichtigungen für Anrufe, SMS, Twitter-Meldungen oder den Ladezyklus darstellt. Der Lagesensor dreht nahezu ohne Verzögerung die Anzeige um 90 Grad, sobald das Handy entsprechend gehalten wird. 

 

Die 8,1 Megapixel-Kamera mit Autofokus und LED-Licht wird über die seitliche Kamerataste gestartet und ist innerhalb von drei Sekunden einsatzbereit. Die Auslöseverzögerung beträgt eine Sekunde. Genauso lang dauert die Speicherung der geschossenen Bilder. Innerhalb von zwei Sekunden ist die Kamera also wieder für ein weiteres Bild bereit. Schnappschuss-Fans werden damit ihre Freude haben. Die Einstellungen sind, wie man es von Sony Ericsson gewohnt ist, sehr umfangreich und stellen etliche Möglichkeiten zur Bildoptimierung bereit.

  • Aufnahmemodus (Motiverkennung, Lächelerkennung, Touch-Fokus)
  • Auflösung
  • Szenen (Portrait, Landschaft, Nachtaufnahme, Nachtportrait, Strand und Schnee, Sport, Party, Dokument)
  • Fokusmodus (Einzel-AF, Multi-AF, Makro, Gesichtserkennung, Unendlich)
  • Belichtungskorrektur
  • Selbstauslöser
  • Belichtungsmessung (Mitte, Durschnitt, Spot)
  • Weißabgleich (Automatisch, Manuell)
  • Bildstabilisator
  • Lächelerkennung (großes Lächeln, normales Lächeln, schwaches Lächeln)
  • Geo-tagging
  • Verschlusston

Sony Ericsson Xperia X10Die Einstellungen werden teilweise über das Display direkt aufgerufen oder über die Menü-Taste, welche den Zugriff auf die erweiterten Einstellungen frei gibt. Die Anzeige der Einstellungen kann auf Wunsch komplett ausgeblendet werden. Die fünf letzten Bilder und Videos werden in einer kleinen Vorschau am unteren Bildschirmrand angezeigt und sind darüber auch direkt aufrufbar. Nahtlos kann bei der Betrachtung in das Bild herein und heraus gezoomt werden. Nur das Verschieben des Bildschirmausschnittes funktioniert nicht flüssig.

Das X10 verfügt zudem über eine Videokamera, welche Filme mit bis zu 800×480 Pixel aufnimmt. Die Einstellungen für den Videomodus sind ebenso umfangreich.

  • Videogröße
  • Szenen (Portrait, Landschaft, Nachtmodus, Strand und Schnee, Sport, Party)
  • Aufnahmemodus (Normal, Touch-Fokus)
  • Belichtungsmessung (Mitte, Durschnitt, Spot)
  • Weißabgleich (Automatisch, Manuell)
  • Videostabilisator
  • Mikrofon (ein, aus)

Die Wiedergabe auf dem Handy-Display ist sehr gut. Die Bilder sind hell und weisen einen guten Kontrast auf. Lediglich an Sättigung fehlt es ein wenig. Auf dem PC-Monitor können sie ebenfalls überzeugen, wenngleich die geringe Sättigung hier stärker auffällt. Die Bilder sind scharf und detailreich. Das sonst bei Handykameras bemängelte Bildrauschen ist auch unter nicht optimalen Lichtverhältnissen überraschend gering. Die selbstgedrehten Videos können indes auf dem PC nicht ganz die Erwartungen erfüllen. Zwar sind sie hell und weisen eine gute Schärfe auf, allerdings verliert die Kamera zu viele Bilder pro Sekunde, sogenannte dropped frames. Dadurch kommt es ab und an zu minimalen Rucklern in der Wiedergabe, so dass diese nicht durchgehend flüssig wirkt.

Alles in allem, kann sich die Kameraperformance sehen lassen und stellt so einen adäquaten Ersatz zu herkömmlichen Digitalkameras dar.

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Das Xperia X10 kommt mit Android 1.6 auf den Markt. Mittlerweile gibt es zwar schon zwei weitere Versionen, dennoch wirkt die Version des X10 nicht altbacken. Der ein Gigahertz Snapdragon-Prozessor lässt Android und alle Anwendungen sehr flüssig und ohne merkliche Verzögerung laufen. Insgesamt verfügt das X10 über drei verschiedene Startbildschirme, welche nach einem Fingerwisch nach rechts oder links, zur Verfügung stehen. Auf jedem der einzelnen Bildschirme können Widgets für den schnellen Programmstart abgelegt werden, Verknüpfungen angelegt oder Ordner erstellt werden. Den obere Rand beschreibt die Statusleiste, für Akku, Netz, Datenverbindung und Uhrzeit. Diese kann herunter gezogen werden. Dann dient sie der Darstellungen sämtlicher Benachrichtigungen für verpasste Anrufe oder SMS, Twitter-Meldungen, Verbindungseinstellungen, Termine, herunter geladene und installierte Programme.

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Am unteren Rand des Bildschirms befindet sich das Ablagefach für alle Programme, welches nach oben aufgezogen werden kann. Die Programme werden in alphabetischer Reihenfolge dargestellt. Möchte man ein Programm auf den Startbildschirm legen, berührt man dieses für ca. eine Sekunde und legt das Icon an der gewünschten Position auf dem Display ab. Um ein Programm vom Display zu entfernen, reicht ebenfalls eine sekundenlange Berührung. Am unteren Rand erscheint ein Mülleimer-Symbol, in welches man das Programm verschiebt. Die Systemeigenschaften sind unter dem Menüpunkt „Einstellungen“ in einer Listenansicht dargestellt. Hier findet alles Platz, was für das Handy wichtig ist: Anrufmanagment, Telefoneinstellungen, Netzwerkeinstellungen und Synchronisation.

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Sony Ericsson spendierte dem Androiden eine teils überarbeitete Benutzeroberfläche namens User Experience (UX)-Plattform. Sie vereint zwei Hauptkomponenten, Mediascape und Timescape, welche die Benutzung des Telefons vereinfachen sollen:

Mediascape stellt alle Medien, die auf dem Handy und diversen Onlinediensten zur Verfügung stehen, in einer Ansicht gebündelt dar. Musik, Videos und Fotos sind so ohne Umwege abrufbar. Die Inhalte lassen sich direkt aus Mediascape heraus abspielen und betrachten, versenden, bearbeiten oder sortieren. Dabei spielt es keine Rolle, ob ein Video auf dem Handy gespeichert ist oder online sein Youtube-Konto hochgeladen wurde. Timescape stellt die gesamte Kommunikation verschiedener Dienste in einer Anzeige dar. Egal ob Facebook, Twitter, E-Mails, SMS oder Telefon, alles lässt sich via Timescape betrachten, lesen und beantworten. Die einzelnen Kommunikationswege werden in verschiedenen Reitern dargestellt, welche mit einem Fingerwisch nach rechts und links durchgeblättert werden können. Ein Einloggen auf den verschiedenen Plattformen oder das Starten diverser Applikationen entfällt somit.

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Für den schnellen Start der Kommunikationsapplikation, steht ein Widget auf dem Startbildschirm zur Verfügung. Die intuitive Eingabemaske ist für SMS und MMS gleich. Nachdem man das Textfeld angetippt hat, öffnet sich die Tastatur. Je nach Lage des Handys, wird diese im Hoch- oder im Querformat angezeigt. Aufgrund des großen Displays kann die Eingabe gezielt und schnell erfolgen. Die Texteingabe verfügt über Wortvervollständigung. Hierfür ist es nicht nötig, das komplette Wort zu schreiben. Nach den ersten paar Buchstaben erkennt das System den Wortstamm und gibt diverse Vorschläge aus, wie das Wort lauten könnte. Wird ein Wort bestätigt, wird es automatisch im Text eingetragen. Weitere häufig genutzte Wörter können selbst hinzugefügt werden. Über das Optionsmenü hat man die Möglichkeit auf einfache Weise der Nachricht noch Bilder, Videos oder Töne hinzu zufügen. Das System erstellt dann automatisch eine MMS aus der Nachricht.

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Genauso einfach wie Kurznachrichten, lassen sich auch E-Mails versenden. Hierfür steht ein nativer E-Mail-Client zur Verfügung. Mittels eines Einrichtungsassitenten wird die Konfiguration beim ersten Start vorgenommen. Wer ein Google-Konto besitzt, kann den vorinstallierten Gmail-Client nutzen.

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Sony Ericsson Xperia X10Sony Ericsson Xperia X10Sony Ericsson Xperia X10 Sony Ericsson Xperia X10Sony Ericsson Xperia X10Sony Ericsson Xperia X10 Sony Ericsson Xperia X10Das X10 kommt mit einer ganzen Menge an Verbindungsmöglichkeiten daher. Mit Quad-Band-GSM und Dual-Band-UMTS ist der Empfang fast überall auf der Welt möglich. Die Datenturbo HSDPA für den Download (7.2 Mbit/s) und HSUPA für den Upload (2 Mbit/s) sorgen für ausreichend Geschwindigkeit im mobilen Internet. Für den Internetzugang im Heimnetzwerk oder an öffentlichen Hotspots steht Wlan mit dem b/g-Standard zur Verfügung. Die lokale Datenübertragung geht zum einen per Bluetooth 2.0 oder per USB-Verbindung von statten. Erfreulicherweise nutzt Sony Ericsson nicht mehr seine eigene Fastport-Schnittstelle, sondern setzt auf den weitverbreiteten MicroUSB-Anschluss. Der Massenspeichermodus sorgt für einen reibungslosen und schnellen Datenaustausch. Der interne Speicher beträgt ein Gigabyte. Aufgrund diverser vorinstallierter Programme und Inhalte stehen lediglich noch 400 Megabyte zur Verfügung. Die im Lieferumfang enthaltene Speicherkarte stellt allerdings weitere acht Gigabyte bereit. Wer damit nicht auskommt, der kann auch eine 16 Gigabyte große Speicherkarte verwenden.

Kontakt- und Kalenderdaten können mit einem vorhandenen Google-Konto abgeglichen werden. Änderungen werden automatisch synchronisiert, egal ob sie auf dem PC oder auf dem Handy getätigt werden.

Die Musikwiedergabe erfolgt, wie andere Medien auch, über Mediascape. Der Musikreiter am unteren Rand des Displays stellt die zuletzt gespielten und hinzugefügten Titel sowie die Favoriten samt Coverbild dar. Ein Klick genügt und die komplette Musiksammlung lässt sich nach altbekannten Kategorien filtern, wie die Auflistung nach Alben, Interpreten, Favoriten, Titeln, Genres, Playlisten, Podcasts und Hörbüchern. Eine Buchstabenleiste an der rechten Seite, hilft beim Suchen eines bestimmten Titels oder Albums. Zudem lässt sich die Medienbibliothek mittels einer Suchfunktion durchforsten. Die eingeblendete Musiksteuerung bietet kaum Einstellmöglichkeiten. Neben einer Zufallswiedergabe und der Wiederholungsfunktion, findet man lediglich noch die Möglichkeit, Lieder als Favoriten zu kennzeichnen und die Musik per Bluetooth oder Mail zu versenden. Über die Menü-Taste lässt sich das abgespielte Lied als Klingelton einrichten.

Die Qualität des internen Lautsprechers kann nicht überzeugen. Zwar ist die Ausgabe sehr laut und klar, mehr aber auch nicht. Es fehlt jegliche Dynamik. Höhen dominieren, Mitten und Tiefen fehlen komplett. Da der Player über keinen Equalizer verfügt, lässt sich dies auch nicht mit diversen Klangspektren korrigieren. Ein komplett anderes Bild zeigt sich bei der Verwendung der mitgelieferten Kopfhörer. Über das komplette Klangspektrum wissen sie zu gefallen. Höhen, Mitten und Bässe werden voluminös und ausgewogen in ausgezeichneter Qualität wiedergegeben. Schließt man das X10 an eine externe Musikanlage an, gibt es ebenfalls keinen Grund zur Beanstandung. Auch in dem Fall ist die Wiedergabequalität hervorragend und somit eignet sich das X10 perfekt als externe Mediabox für die heimische Anlage oder das Autoradio.

Es lässt sich feststellen, dass der verwendete Soundprozessor hervorragende Dienste leistet, jedoch der Monolautsprecher des X10 diesen nicht gewachsen ist. Die Wiedergabe über externe Lautsprecher ist indes ausgezeichnet.

Die Kalenderfunktion des X10 stellt Termine und Erinnerungen in der wählbaren Ansicht für den Tag, die Woche und den Monat dar. Ereignisse können mit dem Veranstaltungsort, einer Beschreibung und einem Alarm versehen werden. Zudem kann die Vertraulichkeit des Termins definiert werden. Wer über ein Google-Konto verfügt und seine Geschäfts- und Privattermine über den Google Kalender pflegt, hat die Möglichkeit das Handy damit zu synchronisieren. Ingesamt können zwölf verschiedene Weckzeiten definiert werden.

Sony Ericsson Xperia X10
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Neben dem Kalender ist das Telefonbuch das Herzstück eines Smartphones. Alle Kontakte werden in einer nach unten durchscrollbaren Liste angezeigt. Am Rand befindet sich zur besseren Orientierung eine Buchstabenleiste. Scrollt man hier das Telefonbuch durch, wird der jeweilige Anfangsbuchstabe vergrößert in der Displaymitte angezeigt. Das Navigieren durch eine große Kontaktdatenbank wird damit immens vereinfacht. Einem Kontakt können schier unzählige Informationen hinzu gefügt werden. Neben den obligatorischen Daten wie Name, Anruferbild, zwölf verschiedenen Telefonnummern, mehreren E-Mail-Adressen können Postanschriften, Firmeninformationen und Kontaktdaten sozialer Netzwerke hinzugefügt werden. Alle Daten können mittels eines Google-Kontos auch online abgeglichen werden.

Der auf Webkit-basierende Browser verrichtet seine Arbeit sehr gut. Dank des großen Displays macht das mobile Internet nahezu süchtig. Die Anzeige ist scharf und das Rendering der Seiten perfekt. Für den Aufbau der Startseite von inside-digital.de benötigt das X10 mittels UMTS 20 Sekunden – schneller geht es mit Wlan: hier ging der Seitenaufbau in gerade einmal zehn Sekunden vonstatten. Das Durchsuchen einer Seite verläuft sehr flüssig. Fast nahtlos wird der Bildschirm gedreht, sobald man das Handy ins Querformat hält. Mittels zweier Tasten auf dem Bildschirm kann der Inhalt herein oder heraus gezoomt werden. Auch hier gibt es keine Verzögerung. Der Android-Browser verfügt über die Möglichkeit mehrere Seiten gleichzeitig darzustellen. Eine Übersichtsseite zeigt die geöffneten Fenster verkleinert an, damit man schnell zur gewünschten Seite springen kann. Weiterhin lassen sich Lesezeichen anlegen, Textstellen kopieren, ein Pop-Up-Blocker verhindert das Öffnen von unerwünschter Werbung. Der Browser selbst kann keine Flashvideos darstellen. Will man sich zum Beispiel bei Youtube die Zeit vertreiben, öffnet sich für die Videowiedergabe automatisch der integrierte Youtube-Client. Dieser gibt das Video im Querformat wieder. Wer über keine Flatrate verfügt, der kann sich das Video auch in einer niedrigeren Qualität anzeigen lassen, was aber in Anbetracht der schlechten Auflösung nicht ratsam ist.

Das vier Zoll große Display eignet sich perfekt als Navigationssystem. Sony Ericsson installierte Wisepilot in einer 30 Tage Testversion auf dem X10. Für Satfix unter freiem Himmel brauchte der integrierte GPS-Empfänger lediglich zehn Sekunden. Auch in geschlossenen Räumen konnte eine Verbindung zu den Satelliten problemlos aufgebaut werden, wenngleich dies fünf Sekunden länger dauerte. Wisepilot ist eine komplette Navigationsoftware, welche keine Wünsche offen lässt. Die Routenberechnung einer 500 Kilometerstrecke bewältigte die Software in acht Sekunden. Nach der Berechnung stellt der TMC-Client aktuelle Verkehrsmeldungen auf der Strecke dar und lässt diese auf Wunsch in eine Neuberechnung mit einfließen. Die sprachgestützte Navigation klappte im Test sehr gut. Die Ansagen sind klar verständlich und erfolgen rechtzeitig. Neben der Autonavigation lassen sich auch Fußwege ansagen und interessante Orte in der Nähe anzeigen. Eine Wetterapplikation informiert vor dem Reisebeginn über die Temperaturen, die am Ziel herrschen. Alles in allem kann Wisepilot vollends überzeugen. Wer eine andere Navigationssoftware gewohnt ist, wie zum Beispiel Navigon, der kann diese über den Android Market käuflich erwerben und auf das X10 laden.

Neben den erwähnten Anwendungen stehen unter anderem noch ein YouTube-Client und Anbindungen zu sozialen Netzwerken wie Facebook bereit. Als Messenger dient Google Talk. TrackID hilft bei der Bestimmung eines unbekannten Liedtitels. Im Android Market kann eine Vielzahl weiterer kostenloser und kostenpflichtiger Programme heruntergeladen werden. Der Onlinemarktplatz für Android-Handys lässt sich zunächst nach Anwendungen und Spielen durchsuchen. Die beiden Kategorien sind ebenfalls mit Unterkategorien versehen. Im Moment befinden sich ca. 30.000 verschiedene Anwendungen im Android Market. Neben einigen Spaßprogrammen findet man auch nützliche Programme wie Städteführer, Nachrichtenprogramme, Finanzdienstleistungen, Kommunikationsapplikationen. Auch Programme, welche das Arbeiten mit dem Android-Gerät vereinfachen sollen, stehen bereit. Hat man sich für ein Programm entschieden, kann man dies sehr einfach herunterladen und installieren. Die installierten Programme findet man im Applikationsmenü wieder und kann sie von hier aus auf einem der Startbildschirme ablegen.

Sony Ericsson Xperia X10

Neben dem ansprechenden Design, weiß der Androide auch durch solide und ausgereifte Technik zu überzeugen. Das Android-Betriebssystem arbeitet nahezu perfekt auf dem X10. Jedoch kann dies nicht über die kleinen Schwächen hinwegtäuschen. Die sonst sehr gute Verarbeitung wird durch die zu weiche Kunststoffabdeckung des Akkus und dem damit verbundenen Knarzen bei leichtem Druck getrübt. Auch kann der verbaute Lautsprecher nicht überzeugen. Insgesamt hinterlässt das Handy aber einen durchaus positiven Gesamteindruck.

Mit dem HTC Desire und dem Nexus One von Google kommen demnächst zwei starke Konkurrenten auf den deutschen Markt. Sony Ericsson hat sich mit dem Marktstart lange Zeit gelassen und muss sich nun den Mitbewerbern direkt stellen. Das Warten hat sich gelohnt – keine Frage. Ob das Handy allerdings ein Erfolg wird und der angeschlagene Konzern den an die Konkurrenz verlorenen Boden wieder gut machen kann, wird sich noch zeigen müssen. Das Zeug dazu hat das Xperia X10 aber allemal.

Pro

  • sehr gute Kameraleistung
  • ausgezeichneter Soundprozessor
  • sehr schnelles Betriebssystem

Kontra

  • zu weiche Akkuabdeckung
  • kleine Ruckler in der Videowiedergabe
  • Lautsprecher ohne Dynamik
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