KI ist im Alltag angekommen und wird von immer mehr Menschen genutzt. Per Chat sind Alltagsfragen wie „Was koche ich mit den Zutaten aus meinem Kühlschrank?“ schnell beantwortet und auch die Einladung zur nächsten Geburtstagsfeier schnell erstellt. Die dafür erforderlichen Daten, also wann die Feier stattfindet oder welche Lebensmittel du zu Hause hast, sind dabei nicht besonders brisant.
Doch wie sieht es mit wichtigen Dokumenten von deiner Arbeit oder deiner privaten Fotobibliothek aus? Solche Daten darf oder möchte man nicht unbedingt ins Internet laden und mit einem KI-Anbieter teilen. Dabei könnte KI auch hier helfen und etwa tausende Dokumente auf einmal durchsuchen oder zusammenfassen. Oder deine komplette Fotosammlung auf bestimmte Personen, Haustiere oder Gegenstände durchsuchen. Statt diese sensiblen Daten nun mit dem Internet zu teilen, habe ich mir meine eigene KI nach Hause geholt.
Heimspeicher statt Cloud
Mit einem sogenannten NAS holt man sich die Cloud nach Hause. Ein NAS ist eine Festplatte mit Internetverbindung, die an den eigenen Router zu Hause angeschlossen wird. Auf die dort abgelegten Daten kann man mit dem Computer oder Smartphone per App zugreifen. Also ganz genau so wie bei Google Drive, OneDrive und Co. Dabei liegen die Daten jedoch nicht bei einem großen Tech-Unternehmen, sondern im eigenen Zuhause.
Das ist keine neue Erfindung. NSA-Speicher für Privatnutzer gibt es schon, seit DSL und Internetflatrates fürs eigene Zuhause ein Ding sind. Mein aktuelles NAS habe ich vor über 10 Jahren bei MediaMarkt gekauft und es seitdem als Speicher für meine Daten genutzt. Doch jetzt wird es gegen ein neues Modell mit künstlicher Intelligenz ersetzt.
Ugreen NASync iDX6011 Pro im Test
Ugreen ist vor allem für seine Ladegeräte und USB-Hubs bekannt. Doch seit einigen Jahren stellt man auch Netzwerkspeicher her. Das neueste Modell hört auf die Bezeichnung iDX6011 Pro und wird aktuell über Kickstarter verkauft. Es handelt sich um ein ziemlich großes NAS mit Platz für 6 klassische Festplatten und 2 schnelle SSDs. Also mehr als genug Platz, um das Gerät mit der kompletten Familie zu nutzen.

Der Aufbau ist schnell erledigt. Das NAS kommt einsatzbereit in einem großen Karton daher und muss nur in die Steckdose gesteckt und per LAN-Kabel mit dem eigenen Router verbunden werden. Der Einbau der Festplatten ist einfach und ohne Werkzeug mit wenigen Handgriffen erledigt. Die Einrichtung erfolgt per Computer oder Smartphone und ist ebenfalls nicht sonderlich kompliziert. Nutzerkonto einrichten, Festplatten benennen, und schon kann es losgehen.
Ich übertrage meine Daten von meinem alten NAS. Alternativ kann man seine Daten auch vom PC übertragen, von einem Cloudanbieter herunterladen oder eine externe Festplatte direkt an das NAS anschließen.
Die Oberfläche bietet bereits ab Werk alle wichtigen Funktionen zum Speichern von Dateien sowie Fotos. Über das App-Center kann man weitere Funktionen wie eine Musikverwaltung oder eine eigene Filmbibliothek als Alternative zu Netflix und Co. herunterladen.
Eigene Dokumente, eigene KI
Ebenfalls bereits vorinstalliert ist der eigene KI-Chatbot „Uliya“. Im Gegensatz zu ChatGPT, Gemini und Co. werden deine Anfragen jedoch lokal auf deinem eigenen NAS beantwortet. Für einen ersten Test frage ich nach einem Rezept. Das Beantworten dauert etwas länger als bei ChatGPT doch nach wenigen Sekunden habe ich ein leckeres Rezept zur Hand.
Doch so eine Frage kann ich auch einfach Gemini in meinem Handy fragen. Viel spannender ist die Möglichkeit, nach Informationen aus eigenen Dokumenten zu fragen. Dazu erstellt man eine „Knowledge Base“ mit bis zu 1000 Dokumenten und kann der KI dazu gezielt Fragen stellen.
Ich erstelle eine Knowledge Base aus meinem Ordner „Rechnungen“. Die KI kann nun nicht nur helfen, das richtige Dokument zu finden, sondern auch direkt Fragen dazu beantworten. Etwa:
- Wie viel habe ich vergangenen Dezember für meinen Handyvertrag gezahlt?
- Haben sich die monatlichen Kosten für meinen Handyvertrag im Jahr 2025 geändert?
- Bei welchem Händler habe ich 2024 mein iPhone gekauft?
Die Fragen auf die Antworten im Test sind präzise und vor allem korrekt. Frage ich nach einer Rechnung, die es nicht gibt, meldet die KI, dass sie dazu in der Knowledge Base keine Informationen gefunden hat.

Fotos sichern und durchsuchen
Auch beim Speichern und Wiederfinden deiner Fotos kann die KI im Ugreen iDX6011 Pro helfen. Über die Jahre sammeln sich so einige Fotos auf der eigenen Festplatte an. Rund 170.000 Fotos lagen auf meinem alten NAS und sind jetzt auf das Ugreen iDX6011 Pro umgezogen. Hier ist es nicht einfach, den Überblick zu behalten.
Von der Google Fotos App auf dem Smartphone sind wir uns mittlerweile gewöhnt, die eigene Fotosammlung nach Personen oder Objekten zu durchsuchen. Doch geht das nur, weil die Fotos auf Googles Server übertragen und dort von Googles KI analysiert wurden.
Auf dem Ugreen iDX6011 Pro funktioniert diese Analyse lokal bei dir zu Hause. Die Fotos werden also nur auf dem NAS analysiert und nicht zu irgendeinem Anbieter hochgeladen. Bei einer großen Fotosammlung vergehen einige Stunden, bis alles verarbeitet wurde und man mit dem Finden beginnen kann.

Die lokale KI kann Personen, Haustiere und Gegenstände erkennen. Wurden einige Fotos derselben Person erkannt, kannst du einen Namen hinzufügen. Außerdem wird Text auf Bildern erkannt und möglicherweise sensible Inhalte werden automatisch verpixelt. All diese Funktionen sind optional und lassen sich für jeden Nutzer ein- oder ausschalten. In meinem Test funktioniert die Erkennung gut. Personen werden zuverlässig erkannt und auch die Suche nach bestimmten Gegenständen funktioniert gut.
Testfazit: Meine eigene KI für zu Hause
Das Ugreen NASync iDX6011 Pro überzeugt nicht nur als NAS-Speicher für die eigenen Daten, sondern ist auch eine einsteigerfreundliche Möglichkeit, sich eine eigene KI nach Hause zu holen. Gerade wenn du eine große Daten- oder Fotosammlung zu Hause hast, sind die KI-Funktionen eine echte Erleichterung im Alltag.
Der Preis von 1200 bis 1800 Euro je nach Ausstattung ist zwar für die gebotene Ausstattung fair, jedoch natürlich trotzdem viel Geld. Es ist jedoch möglich, das NAS mit mehreren Nutzern parallel zu nutzen und sich somit die Kosten in der Familie zu teilen oder das Gerät auch produktiv für ein kleines Unternehmen einzusetzen.
→ Ugreen NASync iDX6011 Pro bei Kickstarter ansehen






