Muss jetzt direkt gemäht werden? Genau hier lauert der erste Fehler der Gartensaison. Denn wer zu früh mäht, riskiert mehr Schaden als Nutzen. Die zarten Grashalme haben nach dem Winter eine sensible Phase. Ein falscher Schnitt zur falschen Zeit kann dafür sorgen, dass der Rasen braune Flecken bekommt, anfällig für Krankheiten wird oder sich deutlich langsamer erholt als nötig.
Die Bodentemperatur entscheidet, nicht der Kalender
Der häufigste Irrtum beim Frühjahrsstart im Garten ist der Blick auf den Kalender statt auf das Thermometer. Ein festes Datum wie „immer am ersten März-Wochenende“ gibt es nicht. Entscheidend ist die Bodentemperatur: Erst wenn sie konstant auf etwa 8 bis 10 Grad Celsius gestiegen ist, beginnt das Gras wieder richtig zu wachsen. Erst dann ergibt Mähen überhaupt Sinn. In der Praxis ist das meist zwischen Mitte März und Anfang April der Fall, kann bei einem milden Winter aber auch früher eintreten.
Dabei spielt auch die Bodenart eine Rolle, die viele unterschätzen. Leichte, sandige Böden wärmen sich im Frühjahr schneller auf, weil ihre großen Poren mit Luft gefüllt sind. Schwere, lehmige oder tonige Böden hingegen speichern viel Wasser in ihren feinen Poren, was die Erwärmung deutlich verlangsamt. Wer also auf einem schweren Lehmboden gärtnert, muss im Schnitt etwas länger warten als sein Nachbar mit lockerem Sandboden. Ein einfaches Bodenthermometer aus dem Gartenfachhandel schafft hier schnell Klarheit.
Noch eine praktische Faustregel: Wenn die Forsythien zu blühen beginnen, ist das in der Natur ein verlässliches Zeichen, dass der Boden warm genug für die ersten Pflegemaßnahmen ist. Und: Erst wenn die Grashalme eine Höhe von etwa 7 Zentimetern erreicht haben, sollte überhaupt das erste Mal gemäht werden.
Rasenmähen im Frühjahr: Mit diesen Tipps klappt der Start
Wer nun zur Tat schreiten möchte, sollte ein paar wichtige Punkte beachten, damit der sogenannte Säuberungsschnitt nicht zum Rückschlag wird. Vor dem ersten Mähen gehört der Rasen zunächst von Laub, kleinen Ästen und sonstigen Winterrückständen befreit. Diese Reste rauben dem Gras Licht und Luft und können Schimmel oder Pilzkrankheiten begünstigen.
Beim Mähen selbst gilt die Drittel-Regel als goldener Standard: Es sollte niemals mehr als ein Drittel der aktuellen Halmlänge auf einmal abgeschnitten werden. Wer nach dem Winter direkt auf die gewohnte kurze Schnitthöhe heruntermäht, setzt das Gras einem gefährlichen Stress aus. Die empfohlene Schnitthöhe für den ersten Schnitt liegt daher bei 5 bis 7 Zentimetern. Ab dem dritten oder vierten Schnitt kann dann wieder auf die gewünschte reguläre Höhe gewechselt werden.
Wer nach dem ersten Mähen noch mehr für seinen Rasen tun möchte, kann mit dem Düngen beginnen, am besten mit einem stickstoffbetonten Frühjahrsdünger, der das Wachstum ankurbelt. Danach sollte man etwa zwei Wochen warten, bevor man mit dem Vertikutieren ansetzt. Dieses Verfahren, bei dem ein spezielles Gerät den sogenannten Rasenfilz aus der Grasnarbe herausarbeitet, fördert die Belüftung des Bodens und hilft dem Rasen langfristig zu einer dichteren und gesünderen Struktur.
