Rasenpflege im Frühjahr: Vermeide unbedingt diese Fehler

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Der Winter ist vorbei und dein Rasen sieht aus, als hätte er ihn gerade so überlebt. Gelbe Flecken, kahle Stellen, Moos in allen Ecken: Was nach dem ersten Blick in den Garten wie eine Katastrophe wirkt, ist eigentlich ganz normal.
Garten mit Rasenmäher
Gartenpflege im Frühjahr: Vermeide unbedingt diese FehlerBildquelle: inside digital / KI-generiert / Thomas Kern

Das Problem ist nur: Viele Gartenbesitzer greifen sofort zum Rasenmäher oder streuen direkt Dünger und wundern sich dann, warum das Ergebnis trotzdem mager bleibt. Dabei kommt es bei der Rasenpflege im Frühjahr nicht nur darauf an, was du tust, sondern vor allem darauf, in welcher Reihenfolge du es tust. Wer die falsche Reihenfolge wählt, verschwendet Zeit, Geld und Energie.

Erst harken und mähen, dann vertikutieren

Bevor du überhaupt irgendetwas anderes machst, musst du die Rasenfläche gründlich freilegen. Nimm dafür eine stabile Eisenharke mit groben Zinken und entferne alles, was sich über den Winter angesammelt hat. Also Laub, Äste, Moos und verfilzte Pflanzenreste. Dort wo sich durch Regen oder Schnee Pfützen gebildet haben, solltest du den Boden darunter auflockern, damit das Wasser abfließen kann.

Sobald der Rasen trocken ist und nachts keine Temperaturen mehr unter null Grad zu erwarten sind, kannst du zum ersten Mal mähen. In der Regel ist das ab Ende März der Fall. Wichtig dabei: Stelle den Rasenmäher so ein, dass das Gras danach noch etwa drei bis vier Zentimeter lang ist. Kürzer solltest du beim ersten Schnitt im Jahr nicht gehen, denn das Gras ist nach dem Winter geschwächt und braucht die Blattfläche, um wieder Kraft zu tanken.

Jetzt erst kommt das Vertikutieren und das ist der entscheidende Schritt, den viele überspringen. Beim Vertikutieren werden mit einem speziellen Gerät kleine Schnitte in den Boden gesetzt, der sogenannte Rasenfilz. Dabei handelt es sich um abgestorbene Pflanzenreste, die sich als dichte Schicht zwischen den Grashalmen angesammelt haben.

Durch die Schnitte gelangt wieder Sauerstoff in den Boden, neue Graswurzeln können auskeimen und der Rasen wird insgesamt dichter. Der ideale Zeitpunkt fürs Vertikutieren ist, wenn die Temperaturen tagsüber zwischen 15 und 20 Grad liegen.

Düngen, nachsäen und bei Bedarf kalken

Nachdem der Rasen vertikutiert ist, ist der Boden optimal vorbereitet, um Nährstoffe aufzunehmen. Genau deshalb solltest du erst jetzt düngen und nicht vorher. Lockere zunächst alle kahlen oder ausgedünnten Stellen leicht auf und streue Grassamen darüber. Nach ein paar Tagen Bewässern verwurzeln sich schon die jungen Halme.

Danach verteilst du Dünger auf der gesamten Fläche. Besonders nachhaltig und günstig ist dabei Kompost, am besten fein gesiebt oder kleingehäckselt. Denn als organischer Dünger gibt er dem Boden über einen langen Zeitraum wichtige Nährstoffe zurück, statt wie Mineraldünger nur kurzfristig zu wirken.

Ein Schritt, der oft vergessen wird, ist schließlich das Kalken. Wenn der pH-Wert des Bodens zu niedrig ist, der Boden also zu sauer ist, kann das Gras die vorhandenen Nährstoffe gar nicht richtig aufnehmen. Unabhängig davon, wie viel du düngst. Mit einer einfachen Bodenanalyse lässt sich das aber herausfinden. Ist der Boden tatsächlich übersäuert, hilft Rasenkalk. Allerdings muss zwischen dem Kalken und dem Düngen ein Abstand von etwa zwei Monaten eingehalten werden. Das bedeutet: Wenn du im Frühjahr düngen willst, solltest du das Kalken schon Ende des Winters erledigt haben.

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