E-Bikes für Kinder: Gründe für und gegen einen Kauf - und jede Menge Tipps

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E-Bikes für Erwachsene sind mittlerweile völlig selbstverständlich, bei Kinder ist dem jedoch nicht so. Der Markt für die elektrischen Räder erlebt derzeit einen großen Aufschwung. Doch gibt es auch Modelle für Kinder? Und sind diese überhaupt sinnvoll?
Ein blondes Kind hält sein Fahrrad in der Hand und einen Helm auf dem Kopf
E-Bikes für Kinder: Lohnt sich der Kauf?Bildquelle: Pixabay

E-Bikes sieht man mittlerweile nicht nur überall auf den Straßen. Sie sind auch regelmäßig bei Fahrradhändlern, Discountern und Co. im Angebot. Die Modellauswahl ist groß und die Handhabung mit den Elektro-Rädern so natürlich wie mit analogen Fahrrädern. Doch wie sieht es eigentlich mit E-Bikes für Kinder aus? Bei den Kleinsten entpuppt sich das Thema E-Bike als umstritten und teilweise recht kompliziert. Vorab: Fest steht, dass beim Kauf eines E-Bikes für Kinder einiges beachtet werden muss und ein Fahrrad nicht ohne Weiteres gekauft werden sollte.

E-Bikes für Kinder: Das ist die gesetzliche Lage

Das E-Bike ist nicht einfach nur ein Fahrrad, auf dessen Sattel man sich schwingt und über alle Berge fährt. Es ist motorisiert und damit im Straßenverkehr ein spezielles Gefährt. Dennoch gilt es per Gesetz als Fahrrad und darf somit auch von Kindern gefahren werden, schreibt der ADAC. Theoretisch können demnach auch Kinder unter 16 Jahren mit einem E-Bike mit einer Maximalgeschwindigkeit von 25 km/h fahren. Als allgemeine Empfehlung gilt jedoch ein Mindestalter von 14 Jahren.

Auch bei Erwachsenen gilt: Ist ein E-Bike schneller als 45 km/h, braucht man einen Führerschein der Klasse AM. Solch ein Gefährt dürfen erst Jugendliche ab 16 Jahren fahren. Bei Kindern – wie bei Erwachsenen – sind maximal 25 km/h erlaubt. Viele Hersteller drosseln die Motorleistung jedoch abermals und bieten Kinder-E-Bikes mit einer maximalen Schnelligkeit von 20 km/h an.

Sind E-Bikes für die Jüngsten sinnvoll?

Darüber, ob ein E-Bike für Kinder sinnvoll ist oder nicht, wird kontrovers diskutiert. Gegner sehen in den elektrisch angetriebenen Fahrrädern eine Gefahr für Kinder, da sie im Vergleich oft schwerer zu handhaben sind als klassische Räder. Vor allem die Anfahrhilfe sorgt oftmals für einen Überraschungseffekt und auf der Straße für Verunsicherung. Zumal 2019 laut einer Erhebung des Statistischen Bundesamtes viele Kinder und Jugendliche aufgrund „falscher Straßennutzung“ ums Leben kamen – unter anderem durch zu hohe Geschwindigkeiten. Das begünstigt ein E-Bike noch einmal.

Der Pressedienst Fahrrad (pd-f) sieht hingegen in einem E-Bike auch einen Anreiz für Kinder, sich überhaupt zu bewegen. Vor allem bei längeren Strecken könnten die motorisierten Räder Kinder dazu anhalten, diese Wege selbstständig zurückzulegen, ohne dabei auf Bus oder Eltern angewiesen zu sein. Weiterhin könnten sie auf längeren Radtouren einfacher mit Erwachsenen mithalten, wie beispielsweise der Hersteller Woom betont.

Darauf kommt es bei Elektro-Fahrrädern für Kinder an

Letztlich liegt die Entscheidung für oder gegen ein E-Bike bei den Eltern. Dennoch gibt es einige Punkte zu beachten, wenn ein motorisiertes Fahrrad für das Kind angeschafft werden soll. Wie bei klassischen Drahteseln sollte das E-Bike sowohl die richtige Größe haben als auch einen höhenverstellbaren Lenker sowie Sattel. Dadurch wird gewährleistet, dass man das Rad optimal an die Größe des Kindes anpassen kann, die Füße auf dem Boden stehen können und eine aufrechte Sitzposition auf dem Fahrrad möglich ist. Auch Bremsen und die richtige Sicherheitsausrüstung – wie Helm, Reflektoren und Co. – haben oberste Priorität. Ein tiefer Eingang gibt den Kindern beim auf- und absteigen weiterhin mehr Sicherheit.

Das E-Bike hat zusätzlich aber weitere Besonderheiten: Der Akku sorgt für ein zusätzliches Gewicht, sodass es im Vergleich zu analogen Rädern merklich schwerer ist. Das E-Bike sollte somit einerseits nicht zu schwer sein. Andererseits sollte das Kind sicher genug Fahrrad fahren können, um das Gewicht gut handhaben zu können. Der Fahrradhändler FahrradXXL empfiehlt hier ein maximales Gesamtgewicht von 20 Kilogramm. Außerdem solltest du darauf achten, dass das Kind den motorisierten Antrieb versteht und in der Fahrpraxis bewusst beachtet. Sonst kann es schnell gefährlich werden.

Darauf solltest du bei Kinder E-Bikes achten – der Überblick:

  • Richtige Rahmenhöhe, verstellbarer Lenker und Sattel
  • Geringes Gesamtgewicht, maximal 20 Kilogramm
  • Geschwindigkeitsdrossel bei 20 km/h
  • Akkuleistung sollte zwischen 300 und 400 Watt liegen

Der Markt für Kinder E-Bikes ist mittlerweile gewachsen, aber den Problemen entsprechend noch längst nicht so ausgereift wie der für Erwachsene. Bei bekannten Herstellern wie Woom, Scott oder auch Cube gibt es verschiedene Modelle zu ergattern. Neben Trekking-Rädern gibt es für Kinder vor allem auch E-Mountainbikes.

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