WhatsApp-Alternativen: Die besten Messenger-Apps

17 Minuten
Seit der Übernahme durch Facebook stehen WhatsApp und der Social-Media-Gigant in der Kritik. Für die Nutzer hat sich zwar nichts geändert, Facebook dürfte allerdings größtes Interesse an den Adressbüchern der WhatsApp-Kunden haben. In diesem Zusammenhang und auch aus diversen anderen Gründen stellen sich viele Nutzer die Frage: Was tun? Wir verraten die besten Alternativen zu WhatsApp.
Alternativen zu WhatsApp
Messenger: WhatsApp AlternativenBildquelle: Artem Sandler / inside digital

Alle Alternativen zum Platzhirsch WhatsApp haben eins gemeinsam: So viele aktive Nutzer wie der WhatsApp-Messenger hat niemand. Und der Erfolg kommt nicht von ungefähr, wenn man sich die Nutzerzahlen aus dem Sommer 2017 ansieht: 1 Milliarde Menschen nutzen rund um den Globus WhatsApp, um 55 Milliarden Nachrichten am Tag zu versenden. Der Instant Messenger scheint also konkurrenzlos. Nachdem Anfang 2018 eine weitere Version des Messenger-Dienstes, WhatsApp Business, erschienen ist, wurde die Vormachtstellung auf dem Markt noch mehr gefestigt. Rund ein Jahr nach der Veröffentlichung soll die speziell an die Bedürfnisse von Unternehmen angepasste App bereits mehr als fünf Millionen teilnehmende Firmen vorweisen können. Und auch die Download-Zahlen des Standard-Messengers sind mit über 5 Milliarden (April 2020) geradezu astronomisch.

Von diesem Standpunkt aus gesehen, ist es völlig unklar, ob sich eine der Alternativen als ernsthafte Konkurrenz etablieren kann. Die Wahrscheinlichkeit hierfür scheint allerdings immer weiter zu sinken. So haben einige interne Quellen im Januar 2019 verraten, dass Mutterunternehmen Facebook seine Messaging-Dienste WhatsApp, Instagram und den Facebook Messenger miteinander Verknüpfen will. Damit würde das soziale Netzwerk das eigene Ökosystems – inklusive WhatsApp – erneut stärken. Andere Instant-Messaging-Dienste haben aufgrund des „the winner takes it all“-Prinzips nur wenige Chancen aufzuholen.

Die besten Alternativen zu WhatsApp im Vergleich

Fast jede Alternative zu WhatsApp setzt auf das Themenfeld Sicherheit, um als sinnvoller Ersatz wahrgenommen zu werden. Einige WhatsApp-Alternativen zählen jedoch auch auf den hohen Bekanntheitsgrad der eigenen Muttermarke.

Telegram

Dieser cloudbasierte Messenger setzt auf eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, ist kostenlos und frei von Werbung. Die Betreiber versichern zudem, dass Telegram all das in Zukunft auch bleibt. Verschlüsselt werden Chats mit Freunden und Verwandten auf Wunsch. Ähnlich wie es im Fall von Snapchat ist, kann man beim Messaging festlegen, ob sich eine Nachricht selbst zerstören soll. Zudem lassen sich Gruppenchats mit bis zu 200.000 (!) Personen erstellen und Dateien ( beispielsweise Videos) mit einer Größe von bis 1,5 GB mit Freunden teilen.

Bei einer normalen Nutzung werden Nachrichten zwischen dem Telegram-Server und dem Endgerät des Nutzers durch eine Transportverschlüsselung gesichert. Es ist aber auch möglich, so genannte „Geheime Chats“ zu starten, die zusätzlich zur Transportverschlüsselung „Ende-zu-Ende“ verschlüsselt sind. Dabei werden die Nachrichten nur auf den Endgeräten der Chat-Partner gespeichert. Allein im Android-Ökosystem hat der Telegram Messenger bereits über 100 Millionen Downloads.

Telegram
Bildquelle: Telegram

Der Messenger Telegram hat seinen Ursprung bei den beiden russischen Brüdern Pavel und Nikolai Durov. Allerdings heißt es auf der Homepage der App, Telegram sei nicht mit Russland verbunden – weder rechtlich noch geografisch. Der Messenger sei vielmehr als ein internationales Projekt zu verstehen, das eine weltweit verteilte Infrastruktur nutze. Außerdem habe man versucht, Telegram so weit wie möglich zu dezentralisieren, um lokalen Rechtsprechungen aus dem Weg gehen zu können. Verfügbar ist Telegram für iOS und Android. Darüber hinaus gibt es online ein Web-Interface sowie eine Google-Chrome-App und Apps für Mac und Windows.

Telegram
Telegram
Entwickler: Telegram FZ-LLC
Preis: Kostenlos
‎Telegram Messenger
‎Telegram Messenger
Entwickler: Telegram FZ-LLC
Preis: Kostenlos

Threema

Wenn es um Instant Messenger für Smartphones geht, wird aktuell auch die Alternative Threema in einem Atemzug mit WhatsApp genannt. Die Entwickler der App setzen vor allem auf Sicherheit: Alles soll verschlüsselt über die Server laufen; derart verschlüsselt, dass noch nicht einmal die Server-Betreiber selbst die Nachrichten des sicheren Messengers entschlüsseln können. Allerdings haben Nutzer bei Threema nicht so viele Nachrichten-Optionen wie bei WhatsApp. Die Chat-App ist aktuell für jeweils 3,99 Euro für  Android und iOS zu haben. Damit ist der Preis deutlich höher, als noch vor einem Jahr.

Entwickelt wurde der Threema Messenger in der Schweiz. Die Chat-App basiert auf einer standardmäßig aktivierten Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Grundsätzlich ist es mit Threema möglich, Textnachrichten, Bilder und Videos, den eigenen Standort und Sprachnachrichten zu verschicken. Auch der Austausch von Dateien (PDF, animierte GIFs, DOC, ZIP etc.) und das Starten eines Gruppenchats mit bis zu 100 Teilnehmern ist möglich. Eine Telefonie-Funktion sowie ein Web-Client können mittlerweile auch verwendet werden. In den Einstellungen ist es möglich, einen „Gelesen“-Status für Nachrichten ein- beziehungsweise auszuschalten. Backups von Chats werden auf den Servern von Threema nicht erstellt.

Threema
Bildquelle: Threema

Auf Wunsch können Nutzer von Threema auf eine Verknüpfung mit einer Handynummer oder auf die Eingabe einer E-Mail-Adresse verzichten und sich über eine bei der Anmeldung zufällig generierte Threema-ID mit der Chat-App verbinden. Kontakte werden durch das Scannen eines QR-Codes oder den Vergleich eines Fingerabdrucks identifiziert. Zudem verwendet Threema einen Farbcode um Kontakte als mehr oder weniger sicher darzustellen. Rot bedeutet, dass möglicherweise nicht mit dem beabsichtigten Kontakt kommuniziert wird. Der Farbcode orange deutet darauf hin, dass der Chat-Kontakt auch im Adressbuch gefunden, aber noch nicht mit Hilfe eines QR-Codes oder Fingerabdrucks identifiziert wurde. Bei einem grünen Threema-Farbcode hat sich der Kontakt hingegen bereits eindeutig identifiziert. Threema kann auch genutzt werden, um anonym zu chatten.

Threema
Threema
Entwickler: Threema GmbH
Preis: 3,99 €
‎Threema
‎Threema
Entwickler: Threema GmbH
Preis: 3,99 €

Signal

Zu dem – zumindest im Google Play Store – weit oben stehenden Ersatz für WhatsApp zählt auch Signal. Die App wurde unter anderem wohl auch durch die Empfehlung von Edward Snowden bekannt. Die Alternative zeichnet sich durch ihre Schlichtheit aus, die nicht mit viel Schnickschnack, sondern mit einer sicheren Kommunikation punkten will.

Signal kommt von Open Whisper Systems. Der sichere Instant Messenger ist Ende-zu-Ende-verschlüsselt, sodass Nachrichten und Anrufe über die App abhörsicher sind. An Kontakte können nicht nur Smileys, Sticker und Doodle verschickt werden, auch Dokumente wie beispielsweise PDF- und Audio-Dateien oder GIFs sind kompatibel. Gruppen können, wie bei den anderen Messenger-Apps auch, ebenfalls kreiert und Sprachnachrichten verschickt werden. Allerdings müssen Nutzer bei der Anmeldung eine Telefonnummer angeben.

Signal Messenger
Bildquelle: Signal

Signal ist kostenfrei nutzbar und ist mit Android wie iOS kompatibel. Auf Tablets kann der sichere Messenger nicht genutzt werden.

Signal – Sicherer Messenger
Signal – Sicherer Messenger
Entwickler: Signal Foundation
Preis: Kostenlos
‎Signal – Sicherer Messenger
‎Signal – Sicherer Messenger

Viber

Ähnlich wie WhatsApp funktioniert auch die kostenlose App Viber, die ebenfalls über einen deutschen Internet-Auftritt verfügt. Android- und iOS-Nutzer können miteinander chatten, sich Bilder und Standorte schicken und über die Frontkamera per Video-Feed unterhalten. Auch eine Desktop-Anwendung steht zum Download bereit. Nach eigenen Angaben hat Viber weltweit mehr als eine Milliarde Nutzer, die auch Gruppen-Chats mit bis zu 250 Teilnehmern starten können. Auch das Löschen irrtümlich versandter Nachrichten ist möglich. Mit einer „Hidden-Chats“-Funktion können außerdem Nachrichten von bestimmten Chats ausgeblendet werden.

Seinen Ursprung hat Viber in Israel, 2014 wurde der Instant Messenger jedoch vom japanischen Unternehmen Rakuten übernommen. Die grundsätzliche Nutzung zwischen Nutzern des Tools ist kostenlos. Auch die Funktionen Sprach-Anrufe und Video-Telefonie kann man kostenfrei verwenden.

In der Vergangenheit wurde der Dienst oft dafür kritisiert, dass es mit Nutzerdaten sehr freizügig umgeht. In übereinstimmenden Medienberichten hieß es, dass die japanische WhatsApp-Alternative viele Daten ohne das Wissen seiner Nutzer speichert. Aktuell kann Viber solche Daten allerdings nach eigenen Angaben gar nicht erst lesen. Dies soll dank einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung nicht mehr möglich sein. Dasselbe gilt auch für Audio- oder Videoanrufe.

‎Viber Messenger & Video Chats
‎Viber Messenger & Video Chats
Entwickler: Viber Media SARL.
Preis: Kostenlos+

ICQ New

„Was ist deine ICQ-Nummer?“ Früher konnte man diese Frage nahezu täglich hören, doch mittlerweile ist der Instant Messenger schlichtweg nicht mehr relevant. Eine Tatsache, die das hinter dem Instant-Messaging-Dienst stehende, russische Unternehmen Mail.ru ändern möchte. Darum wurde ICQ komplett überarbeitet und ist nun, rundum erneuert, als ICQ New wieder für alle relevanten Plattformen wie Windows, iOS und Android erhältlich. Was sofort ins Auge fällt, ist das neue Design. Besonders Dark-Mode-Fans dürften eine Freude daran haben, denn die Chat-App lässt sich nun auch im dunklen Look verwenden. Dank der Funktion „Canned Responses“ schlägt ICQ New Antworten vor, die mit einem einzigen Klick übernommen werden können. Zudem ist nun auch ein schneller Zugriff auf Aufkleber möglich, während beliebte Gruppen und Kanäle in einer Übersicht angezeigt werden.

Instant Messenger ICQ New
ICQ New

Ansonsten entspricht der ICQ New in seinem Funktionsumfang der Mehrheit der anderen Instant Messenger. Damit können beispielsweise Textnachrichten verschickt und (Video-)Anrufe getätigt werden. Nun zu den Vorteilen gegenüber WhatsApp: Zunächst muss die eigene Telefonnummer nicht zwingend geteilt werden. Es reicht vollkommen aus, seinen Nicknamen weiterzugeben – die ICQ-Nummer ist allerdings Geschichte. Besonders praktisch ist auch, dass deine Chats unter allen Geräten (sei es ein Windows-Rechner oder ein Smartphone) geteilt werden. Auf der anderen Seite könnte mit dieser Funktion jedoch auch ein höheres Sicherheitsrisiko verbunden sein.

Ein weiterer Vorteil von ICQ New gegenüber dem WhatsApp-Messenger ist, dass Nutzer Fotos und Videos verschicken können, ohne dass diese komprimiert und ihre Qualität verschlechtert wird. Und zu guter Letzt noch eine Ansage in puncto Gruppenchats: Bis zu 25.000 Teilnehmer können in einer einzelnen Gruppe herumlungern. An die 200.000 Teilnehmer von Telegram kommt diese Messenger-App zwar nicht ganz heran, dennoch ist die Gruppengröße durchaus bemerkenswert.

‎ICQ New: Videoanrufe und Chats
‎ICQ New: Videoanrufe und Chats
Entwickler: ICQ
Preis: Kostenlos

WeChat

WeChat bietet ebenfalls einen ähnlichen Funktionsumfang wie WhatsApp und ist auf Smartphones vor allem im asiatischen Raum sehr stark verbreitet. Man kann Text- und Sprach-Nachrichten, Fotos und Videos verschicken und mit Freunden einen Videochat starten. Darüber hinaus ist das Teilen des Standorts möglich und es kann regional mit Hilfe der integrierten Bezahlfunktion sogar ein Taxi sowie Essen bestellt oder Geld zwischen zwei Nutzern transferiert werden. Auch Spiele lassen sich über den WeChat-Messenger nutzen und es besteht die Möglichkeit, Jobs oder Personen in der Nähe zu suchen. Vor allem die zusätzlich integrierten Funktionen haben WeChat als Instant Messenger in Asien erfolgreich werden lassen.

Die App WeChat ist werbefrei und kostenlos für Googles Android und Apples iOS verfügbar. Außerdem lässt sich die chinesische WhatsApp-Alternative zum Beispiel unter Windows und Mac auch online über einen Web-Client oder eine Software nutzen. Alle Chats laufen beim Messaging über Server, die auf chinesischem Grund und Boden stehen. Zwar betont der Entwickler, dass auf Sicherheit besonders viel Wert gelegt wird („WeChat ist die einzige von TRUSTe zertifizierte Messaging-App“), doch ein gewisses Maß an Skepsis ist beim Instant Messaging sogar bei einer vermeintlich sicheren Chat-App trotzdem angebracht.

Entwickelt und betrieben wird WeChat von Tencent, einem Internet-Unternehmen aus Shenzhen. Dort wird WeChat übrigens Weixin genannt. Nutzbar ist der WeChat-Account auch für deutsche Bürger. Allerdings ist WeChat vor allem in China weit verbreitet. Aus dieser Region stammt auch ein Großteil der laut WeChat über einer Milliarde Nutzer.

WeChat
WeChat
Entwickler: WeChat
Preis: Kostenlos+
‎WeChat
‎WeChat
Entwickler: WeChat
Preis: Kostenlos+

Line

Aus Japan stammt die WhatsApp-Alternative Line, die Teil der koreanischen Naver Corporation ist. In Südkorea ist Line inzwischen sogar weiter verbreitet als der direkte Instant-Messaging-Konkurrent KakaoTalk. Line hatte bereits 2015 mehr als 700 Millionen Nutzer weltweit und verfügt sogar, anders als viele andere Alternativen zu WhatsApp, über einen Internet-Auftritt in deutscher Sprache.

Line gibt es kostenlos sowohl für iOSAndroid und als zusätzliche Applikation auch für den Windows- sowie Mac-Rechner. Nutzer können neben Chat-Nachrichten auch Foto-, Video- und Audio-Dateien versenden. Darüber hinaus ist es über den Line-Messenger möglich, Sprach- und Video-Anrufe zu führen. Wer Freund von Gruppenanrufen ist, kann bis zu 200 Accounts in einer Telefonkonferenz zusammenschließen.

Seit 2015 unterstützt Line die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung in Chats. Dieses fehlende Feature wurde 2014 von der Stiftung Warentest in einem Test noch scharf kritisiert. In Bezug auf die Sicherheit ist Line inzwischen also eine gute Alternative – mit Blick auf die hierzulande geringe Verbreitung allerdings eher nicht.

LINE: Gratis-Anrufe
LINE: Gratis-Anrufe
Entwickler: LINE Corporation
Preis: Kostenlos+
‎LINE
‎LINE
Entwickler: LINE Corporation
Preis: Kostenlos+

Skype

Den VoIP-Dienst gibt es als App für Android- sowie iOS-Geräte. Zudem lässt sich eine weitere Version auch über einen online abrufbaren Web-Client nutzen. Neben der vom stationären Computer bekannten Internettelefonie-Funktion, kann man über die App auch von unterwegs Textnachrichten und Bilder an Instant-Messaging-Freunde verschicken. Alle Skype-Gespräche werde auf Basis der P2P-Technik mit dem Advanced Encryption Standard (AES) in 256 Bit verschlüsselt.

Skype war eines der ersten Programme, das Sprach- und Video-Telefonate auf Basis einer Voice-over-IP-Verbindung populär machte. Während Sprach-Anrufe unter Skype-Nutzern kostenlos sind, werden für Telefonate in internationale Fest- und Mobilfunknetze Minutenpreise in unterschiedlicher Höhe fällig. Mit seinen mehr als 300 Millionen Nutzern (davon auch viele in Westeuropa und in den USA) wurde Skype schnell auch für große Konzerne interessant. Daraufhin übernahm Microsoft den Messenger im Jahr 2011. Zuvor hatte Skype schon eBay gehört.

Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass Skype in erster Linie als App für Anrufe dient. Die Chat-Funktion für Nachrichten macht den Messenger aber auch zu einer Alternative zu WhatsApp. Und weil Skype in Deutschland bereits auf vielen Rechnern, Smartphones und Tablets installiert ist, kann man mit deutlich mehr Nutzern chatten als bei anderen WhatsApp-Alternativen.

Skype – kostenlose Chats und Videoanrufe
Skype – kostenlose Chats und Videoanrufe
‎Skype für iPhone
‎Skype für iPhone
Preis: Kostenlos+

Hoocer

Gegen Ende der Liste mit Alternativen zu WhatsApp kommt noch eine besondere App zur Geltung, die jedoch über ein großes Manko verfügt. Die Rede ist von dem in Deutschland entwickelten Instant-Messaging-Dienst Hoccer, welcher als besonders sicherer Messenger eine kostenlose Alternative zu Threema darstellt. Eine der Besonderheiten der Chat-App ist, dass bei der Registrierung weder eine Telefonnummer noch eine E-Mail-Adresse benötigt wird. Nutzer erhalten lediglich automatisch eine Client-ID und bleiben dadurch anonym. Auch sind die Chats Ende-zu-Ende-verschlüsselt und laut Angaben der Betreiber, haben selbst sie keine Einsicht in den Inhalt der übermittelten Daten. Zudem werden Adressbücher selbstverständlich nicht synchronisiert.

Hoccer: Instant Messenger
Hoccer

Auch abseits der Sicherheit kommt die kostenlose App mit einigen interessanten Funktionen daher. So können Gruppenchats ganz ohne Begrenzung der Teilnehmerzahlen erstellt werden und die Dateigröße spielt beim Versenden von beispielsweise PDFs ebenfalls keine Rolle. Hinzu kommt der innovative „In der Nähe-Modus“, bei dem Hoccer-Nutzer mittels Geo-Locating im Radius von 100 Metern angezeigt werden. Diese lassen sich im öffentlichen Chat oder in einem persönlichen Fenster direkt kontaktieren.

Im Jahr 2015 konnte sich Hoccer gegen 18 weitere Messenger-Apps behaupten und wurde zum Testsieger von Stiftung Warentest gekrönt; Note: 1,9. Seither ging es jedoch bergab, was insbesondere die Rezensionen im Play Store bestätigen. So lautet die aktuelle Wertung aufgrund zahlreicher technischer Mängel 2,9 von 5 Sternen. Der Grund hierfür ist schnell gefunden: Zuletzt wurde die Version im September 2018 aktualisiert. Dies könnte sich in Zukunft allerdings auch wieder ändern, denn offiziell wurde Hoccer noch nicht eingestellt.

Hoccer – der sichere Messenger
Hoccer – der sichere Messenger
Entwickler: Hoccer GmbH
Preis: Kostenlos
‎Hoccer – der sichere Messenger
‎Hoccer – der sichere Messenger
Entwickler: Hoccer GmbH
Preis: Kostenlos

Facebook Messenger

Der Facebook Messenger funktioniert ähnlich wie WhatsApp auch ohne Facebook-Account, sondern nur mit Namen und Telefonnummer. Mit der App kann man auf Smartphones und Tablets Nachrichten an andere Nutzer des Instant Messengers oder Facebook-User verschicken, Gruppenkonversationen führen und Fotos teilen. Darüber hinaus sind bei einer aktiven Datenverbindung auch kostenlose Anrufe möglich. Im Facebook Messenger sind außerdem Gruppen-Video-Telefonate möglich.

Den Facebook Messenger gibt es kostenlos für Android und iOS. Außerdem steht online ein Web-Client zur Nutzung bereit – ganz losgelöst von der Facebook-Nutzeroberfläche. Es besteht aber grundsätzlich eine Klarnamen-Pflicht, was eine anonyme Nutzung ausschließt. Auf Wunsch werden sämtliche Chats im Facebook Messenger mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung versehen.

‎Messenger
‎Messenger
Entwickler: Facebook, Inc.
Preis: Kostenlos

Keine wirkliche WhatsApp-Alternative

Aufgrund der hohen Reichweite von Facebook ist der zugehörige Messenger inzwischen fast genauso weit verbreitet wie WhatsApp. Mehr als 1 Milliarde aktive Nutzer verwenden den Facebook Messenger inzwischen, um miteinander Nachrichten auszutauschen. Regional ist es über die hierzulande wohl bekannteste WhatsApp Alternative auch möglich, zu bezahlen. Damit eifert der US-Dienst seinem chinesischen Konkurrenten WeChat nach. Ein weiteres Extra ist die Möglichkeit, Spiele zu spielen. Zum Beispiel Klassiker wie „Snake“ oder Sportspiele wie Basketball.

Eine gute WhatsApp-Alternative stellt der Facebook Messenger allerdings nur bedingt dar – falls überhaupt. WhatsApp gehört nämlich zu Facebook – in puncto Datenschutz sind beide somit auf einem recht ähnlichen Niveau. Zudem scheint Facebook seine Messenger WhatsApp, Instagram und Facebook technisch zusammenlegen zu wollen. Dadurch könnten die Nutzer der unterschiedlichen Plattformen zwar miteinander kommunizieren, der Punkt „Datenschutz“ beziehungsweise die Datenweitergabe an Facebook dürfte sich dadurch allerdings noch etwas verschlechtern.

WhatsApp-Alternativen: Gründe für den Wechsel

Die nun wohl nicht mehr allzu weit entfernte Fusion von Facebook Messenger, WhatsApp und Instagram könnte unter Umständen allerdings auch fruchtbaren Boden für sicherere Alternativen zu WhatsApp schaffen. Vielen dürfte der kommende Datentransfer von WhatsApp-Nutzern zu Facebook nämlich nicht sonderlich gefallen. Eine Chance könnte für Wettbewerber auch sein, dass Facebook sich nun endgültig dafür entschieden hat, Werbung in den WhatsApp-Messenger zu integrieren. Diese dürfte zunächst nicht sonderlich auffällig sein. Falls die Werbung im weiteren Verlauf aber aggressiver ausfällt, könnten immer mehr Nutzer über einen Wechsel zu andren Chat-Apps nachdenken.

Immer wieder kommt es außerdem bei WhatsApp zu einigen Ausfällen und Störungen des Servers. Dass dies nicht bei anderen Messenger-Apps der Fall sein wird, ist natürlich nicht garantiert. Nichtsdestotrotz sind die Ausfälle für viele Nutzer ein weiterer Grund, sich über Messenger-Alternativen zu informieren.

Fazit: Alternativlose WhatsApp-Alternativen

Facebook ist und bleibt mit seinen beiden Messenger-Apps Facebook Messenger und WhatsApp auf Smartphones der unangefochtene Marktführer. Im Grunde kann man sogar so weit gehen zu sagen, dass an diesen beiden Messenger-Diensten kein Weg vorbei führt. Denn selbst wenn Nutzer darauf verzichten sollten, bei Facebook angemeldet zu sein, so haben sie doch in den allermeisten Fällen einen WhatsApp-Account. Ein Ersatz für den grünen Messenger ist in den meisten Fällen also nicht nur unnötig, sondern hierzulande von den meisten Anwendern auch gar nicht gewünscht.

Und genau das ist auch das größte Problem für die WhatsApp-Alternativen wie ICQ New, Threema oder Telegram: Sie sind schlicht und ergreifend nicht weit (genug) verbreitet, um hierzulande eine ernsthafte Gefahr und sinnvolle Alternative zu Facebook Messenger und WhatsApp darstellen zu können. Wer Programme wie Threema, Viber oder den weniger bekannten, dafür aber auf Sicherheit fokussierten Messenger Signal installiert, wird nach einer Synchronisation des Adressbuchs schnell feststellen, dass nur ein Bruchteil der eigenen Freunde oder Kollegen eben diese Apps installiert hat. Zu den bekannteren Alternativen dürfte nach wie vor Skype von Microsoft zählen. Da auch der Nachrichtenaustausch über Twitter inzwischen möglich ist, kann dies App ebenso eine Alternative zu traditionellen Instant-Messengern darstellen.

 App-VerfügbarkeitVerschlüsselungWerbungKosten (€)Desktop-Version
ThreemaAndroid, iOSEnde-zu-EndeneinAndroid: 3,99
iOS: 3,99
ja
WeChatAndroid, iOSEnde-zu-Endeneinkostenlosja
Facebook MessengerAndroid, iOSEnde-zu-Endeneinkostenlosja
SignalAndroid, iOSEnde-zu-Endeneinkostenlosja
LineAndroid, iOSEnde-zu-Endejakostenlosja
ICQ NewiOSEnde-zu-Endeneinkostenlosja
SkypeAndroid, iOSEnde-zu-Endejakostenlosja
ViberAndroid, iOSEnde-zu-Endejakostenlosja
TelegramAndroid, iOSEnde-zu-Endeneinkostenlosja
HoccerAndroid, iOSEnde-zu-Endeneinkostenlosja

Die Frage ist also immer wieder, ob es Sinn ergibt, alle relevanten Personen zu einem Wechsel auf eine andere Messaging-Plattform wie Threema oder Telegram zu überreden. Denn wenn auch nur ein wichtiger Kontakt den Wechsel verweigert, bleibt die weitere Pflege eines WhatsApp-Accounts unausweichlich – es sei denn, man möchte auf die altbewährte SMS zurückgreifen.

Deine Technik. Deine Meinung.

20 KOMMENTARE

  1. Threema hat sehrwohl eine Telefoniefun6ktion. Auch eine Desktop-Version gibt es ähnlich wie bei WhatsApp. Die Telegramm Verschlüsselung ist nur optional und hinterlässt Zweifel. Sehr schlecht recherchierter Beitrag.

  2. Telegram hat noch nicht mal ein Impressum auf der Webseite! Kein Name, Anschrift, Offline-Kontaktwege wie Telefon oder Fax, ect…. Nichts! Sollten sie eine Anschrift finden, so handelt es sich um Büro-Anschriften-Firmen, hinter denen sich die Macher verstecken. Ich frage mich immer, wie man solch eine anonyme Bande noch empfehlen/auflisten kann.

    Threema hat in den letzten 2 Wochen einen deutlichen Nutzerschub bekommen und mittlerweile mehr als 7 Mio. aktive Nutzer. Er ist nicht nur die sicherste Lösung, sondern auch der am meisten genutzte Messenger im deutschsprachigen Raum.

  3. Es gibt noch sehr viel mehr über Telegram zu berichten.
    Auch bier wurde schlecht recherchiert. Die Gruppen Größe liegt bei 200.000 und das Dateien senden bis zu 1,5 GB.

    Hinzu kommt das WhatsApp viele Futures von Telegram kopiert bzw klaut so wie es von vielen Nutzern beschrieben wird.
    Kann ich nur bestätigen.
    WhatsApp ist schon längst überholt worden und eine lach Nr.
    Es gibt sehr viel mehr bei Telegram.
    Die die Telegram und WhatsApp gut kennen wissen das.

  4. Ronald zu deinem Kommentar am 09.02.2019 21.06 Uhr;

    Telegram Support:
    Hallo, unter https://telegram.org/privacy#1-4-eea-representative steht der Ansprechpartner aus der EU. An den kann er sich jederzeit wenden, wenn er Fragen zum Datenschutz, etc. hat. Wenn man keinen Firmensitz in der EU hat, ist es absolut normal, dass man Firmen beauftragt, die sich dann um eine Büroanschrift kümmern, damit alles rechtens ist.

    PS: Wenn er 2 Minuten recherchiert, kann er ganz einfach rausfinden, wo das Team ein Büro in Dubai gemietet hat 🙂

  5. Hallo, ich finde es schade, das bei der Nennung der WhatsApp alternativen, immer wieder eine, meiner Meinung nach, extrem gute und starke alternative zu WhatsApp vergessen wird, die ich selbst schon seit einem halben Jahr nutze.
    Kaizala von Microsoft.
    Ich kann diese kostenlose App tatsächlich nur sehr empehlen, sowohl vom Funtkionsumfang her, als auch von der Bedienung, lässt die App kaum Wünsche offen, da durch das es regelmäßige Updates von Microsoft gibt, werden auch ständig Verbesserungen eingeführt.
    Zwei dinge, die jedoch absolut zu verschmerzen sind, gibt es jedoch, Kaizala bietet nicht so viele Emoji wie WhatsApp, und man hat keinen Status Bereich, aber der ist, denke ich mir mal, verzichtbar.
    Also ich kann diese alternative zu WhatsApp nur emphelen. Leider scheint Kaizala noch ziemlich unbekannt zu sein, obwohl die Download zahlen bei Google Play recht hoch sind, und es wurde auch noch nicht Getestet.

    Allerdings ist Kaizala in jedem fall ein Blick wert.

    • Hallo Martin,

      leider ist es verständlicherweise kaum möglich / nicht sinnvoll, sämtliche Messenger in einem Artikel zu erwähnen. Darum haben wir uns auf die bekannteren Dienste konzentriert. Nächstes Mal kommt womöglich auch Microsoft Kaizala auf die Liste.

      • Hallo Artem,

        vielen dank für deine Antwort, und da habe ich Verständnis für, weil es ja sehr viele Messenger gibt, ich wollte auch nur meine Persönliche Erfahrung wieder geben, aber wenn ihr mal dazu kommt sie zu testen wäre es klasse. Ich lasse mich Überraschen. 🙂

  6. Danke für die Korrektur zu Telegram. Es können (alle) Dateien und nicht nur Videos bis zu 1.5 Gbyte geteilt werden mit Freunden.
    Ein weiterer Vorteil was den meisten gefällt ist; das man mir jemand kommunizieren kann ohne die Handy Nummer des anderen haben zu müssen.
    Auch in den Gruppen sieht man nie die Nr des andren.
    Es gibt noch viel mehr…
    Es sind mittlerweile über 200.000.000 Nutzer und nicht 100.000.000. Es wurde von von Google immer noch nicht aktualisiert.

    • Hallo nochmal,

      die Videos sind nur als Beispiel anzusehen und die 100 Millionen bezogen sich nicht auf monatlich aktive Nutzer, sondern auf die Anzahl der Android-Downloads. Ansonsten kann man noch zu jeder der Alternativen Inhalte ergänzen, aber das würde den Rahmen dieses Übersichtsartikel sprengen.

      Grüße aus der Redaktion

  7. An Martin 10. Februar 2019 at 19:05
    Deine App würde ich nicht empfehlen da diese Zugriff auf das Telefonbuch brauch damit ich mit mein privaten Kontakten kommunizieren kann.

    • Ich verstehe was du meinst, aber wenn man nichts zu verbergen hat sollte das eigentlich kein Problem sein, und ganz ehrlich, da vertraue Microsoft sogar noch eher als Facebook bzw WhatsApp.

  8. Ganz am Ende in der Tabelle klein und zu überlesen: SimsMe!

    – der einzige Messenger, der eine Einstufung als „Telekommunikationsdienstleistung“ hat, also auch im gewerblichen Bereich ohne „aDV-Vertrag“ genutzt werden kann
    – der einzige Messenger, der in einer Business (pay) und einer Privat-Variante (free) erhältlich ist und damit eine einfache, kostengünstige und sichere Kommunikation – z.B. in einem Verein – ermöglicht (Vorstand bezahlt eine Business-Version, die Vereinsmitglieder nutzen die Privat-Version)
    – der einzige Messenger dessen Server 100% in Deutschland stehen

    Also, ich setze lieber auf garantierte Sicherheit als auf schöne Worte auf bunten Internetseiten!

  9. Jabber / XMPP!?? DAS ist die einzige „Alternative“ die wirklich Sinn macht, komplett frei, Open Source, gehört keinem Unternehmen, ist quasi wie E-Mail wirklich auf jedem System und mit beliebigen Clients nutzbar. Stellt euch vor ihr könntet E-Mails wenn ihr bei 1&1 seid nur an andere 1&1 Kunden schicken, oder von T-Online zu T-Online, von GMX nur zu GMX. Genau das machen ALLE der hier vorgestellten „Alternativen“, alles verschlossene, eigene Systeme.

    • Jabber/XMPP leidet meiner Erfahrung nach unter der oft mangelhaften Qualität der Server. Nachrichten sind oft gar nicht oder extrem verspätet angekommen. Oft war auch gar keine Verbindung zu einem Server möglich. Zumindest meine Erfahrung mit div. Apps aufm iPhone. Mein persönliches Fazit: sicher ne Gute Idee, aber nicht alltagstauglich.

  10. Die in der Aufzählung als Alternativen genannten Messengersysteme sind „geschlossene“, proprietäre Inselsysteme. Über diese Gruppe hinaus gibt es noch offene (freie) Messengersysteme wie Jabber(XMPP) oder Matrix.
    Warum eigentlich überhaupt eine weitere Insel als „Alternative“ nutzen? Dann doch lieber eine *freie* Kommunikation als Ergänzung zu WhatsApp anbieten – das funktioniert:
    http://www.freie-messenger.de/warum/
    http://www.freie-messenger.de/systemvergleich/

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