Für dich bedeutet das konkret: kein hochautomatisiertes Fahren mehr, bei dem du im Stau die Hände vom Lenkrad nehmen und dich anderen Dingen widmen darfst. Stattdessen setzt BMW laut eines Berichts der Automobilwoche ab der für das zweite Quartal 2026 anstehenden Modellpflege des BMW 7er wieder voll auf weiterentwickelte Assistenzsysteme. Also auf Level 2+, wo du jederzeit für das Auto und das Fahren verantwortlich bleibst. Wir haben das für dich schon im BMW i5 getestet. Echt aufregend!
Hoher Aufpreis macht Level-3-Fahren unattraktiv
Brisant ist der Schritt beim 7er jetzt aber vor allem deshalb, weil der Konzern das System erst Mitte 2023 mit großem Aufwand eingeführt hatte. Der sogenannte Staupilot sollte zeigen, dass man technologisch zur Spitze gehört. Nutzbar war das System nur bei Geschwindigkeiten unter 60 km/h und nur dann, wenn das Fahrzeug ein dicht vorausfahrendes Fahrzeug erkennen konnte. Doch offenbar war die Nachfrage zu gering – und der Preis zu hoch. Laut aktueller Preisliste für den 7er BMW kostet die Option satte 6.000 €. Viele Kunden griffen bei so einem satten Aufschlag auf den ohnehin hohen Basispreis von mindestens 115.900 € schlicht nicht zu.
Damit steht BMW aber nicht allein da. Auch Mercedes-Benz hatte das automatisierte Fahren auf Basis von Level 3 bereits stark eingeschränkt und setzt die Technik nur in ausgewählten Märkten ein. Die Realität holt die Vision vom selbstfahrenden Auto zunehmend ein: Hohe Entwicklungskosten, komplexe Regulierung und überschaubare Kundennachfrage bremsen den Fortschritt.
Autonomes Fahren: Wie geht es weiter?
Die spannende Frage lautet jetzt: Ist das Aus bei Mercedes und BMW nur eine strategische Pause oder erleben wir gerade das vorläufige Ende von Level 3 im Premiumsegment? Klar ist: Vollautonomes Fahren bleibt ein Zukunftsversprechen. Die Hersteller konzentrieren sich derzeit lieber auf Systeme, die im Alltag zuverlässig funktionieren und sich wirtschaftlich rechnen. Mehr Assistenz steht im Auto weiter im Fokus, aber keine echte Entlastung. Das Geschehen vor dem Auto im Blick zu behalten, bleibt vorerst Pflicht.
Die große Vision vom autonomen Chauffeur rückt damit wieder ein Stück in die Ferne. Und BMW sendet ein deutliches Signal: Zwischen technischer Machbarkeit und wirtschaftlicher Realität klafft noch immer eine spürbare Lücke. Ob sich das in Zukunft ändern wird, bleibt abzuwarten.
