Telefónica Deutschland: Dicke Überraschung für O2 zum Jahresende

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Die neuen Quartalszahlen von Telefónica Deutschland sind da. Und darin hat die O2-Muttergesellschaft eine Überraschung versteckt. Zum ersten Mal seit vielen Jahren gibt es nicht nur mit Blick auf die Kundenentwicklung gute Nachrichten.
O2-Logo an einer Ladenfront
O2-Logo an einem Shop.Bildquelle: EKH-Pictures / Adobe Stock

Ähnlich wie im Jahr 2019 hat die O2-Muttergesellschaft Telefónica Deutschland auch in diesem Jahr das dritte Quartal erfolgreicher abschließen können als die beiden Vorquartale. Die Zahl der Mobilfunk-Anschlüsse legte kräftig zu, auch die Zahl der VDSL-Kunden wurde gesteigert. Unter dem Strich steht für den Zeitraum zwischen Juli und September darüber hinaus ein dreistelliger Millionengewinn in den Bilanzen der Deutschland-Tochter des spanischen Telekommunikationskonzerns. Damit war bis Anfang September nicht zu rechnen.

Immer mehr aktive SIM-Karten im Telefónica-Netz

Die Zahl der im deutschen Telefónica-Netz geschalteten und von Endkunden genutzten SIM-Karten legte im Berichtszeitraum um 469.000 auf nun rund 44 Millionen zu. Davon nutzen gegenwärtig etwa 26,6 Millionen Kunden einen LTE-Tarif. Vor allem bei Vertragskunden ist die LTE-Penetration beachtlich. Sie liegt nach Angaben von Telefónica Deutschland bei rund 76 Prozent.

Sowohl im Prepaid- als auch im Vertragskunden-Segment konnte Telefónica im dritten Quartal ein Wachstum bei den Kundenzahlen verbuchen. Zum Stichtag Ende September standen 19,5 Millionen Prepaid- und 23,1 Millionen Postpaid-Kunden in den Bilanzen. Das waren 261.000 Vertrags- und 208.000 Prepaid-Kunden mehr als noch Ende Juni. Hinzu kommen 1,4 Millionen M2M-Karten, die im Internet der Dinge oder in vernetzten Fabriken zum Einsatz kommen – 47.000 mehr als noch Ende Juni.

Weniger Wachstum ist unterdessen im Festnetz-Segment auszumachen. Hier stagnierte die Zahl der geschalteten Anschlüsse zuletzt bei 2,3 Millionen – davon 1,8 Millionen VDSL-Zugänge. Das waren etwa 33.500 VDSL-Zugänge mehr als zum Ende des Vorquartals.

Umsatz: Mal mehr, mal weniger

Der Umsatz von Telefónica Deutschland legte im dritten Quartal verglichen mit dem gleichen Zeitraum des Vorjahres um nur 0,4 Prozent auf 1,87 Milliarden Euro zu. Während der Festnetz-Bereich mit 198 Millionen Euro ordentliche 6,7 Prozent mehr Geld einspielte, war der Umsatz im Mobilfunk marginal um 0,4 Prozent rückläufig. Unter anderem aufgrund niedrigerer Roaming-Einnahmen in Folge der Corona-Pandemie. Rund 1,67 Milliarden Euro setzte Telefónica mit Mobilfunk-Angeboten um.

Während der Breitband-ARPU im Jahresvergleich von 23,20 auf 23,70 Euro zulegte, war er im Mobilfunk leicht rückläufig. Die durchschnittliche Handyrechnung eines Telefónica-Kunden lag im dritten Quartal des laufenden Jahres bei 10,10 Euro. Das waren 10 Cent weniger als noch vor einem Jahr. Während Prepaid-Kunden zuletzt wieder mehr Geld ausgaben (6,40 Euro statt 6,20 Euro in Q3 2019) fiel der ARPU im Postpaid-Segment im gleichen Zeitraum von 14,40 auf 13,90 Euro.

Telefónica macht wieder Gewinn

Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (OIBDA) verbesserte sich spürbar: von 588 auf 976 Millionen Euro. Unter dem Strich stand im dritten Quartal ein Gewinn in Höhe von 390 Millionen Euro. Vor einem Jahr hatte es noch einen Verlust von 24 Millionen Euro gegeben. Zum ersten Mal seit dem zweiten Quartal 2016 stehen damit wieder schwarze Zahlen in den Bilanzen von Telefónica Deutschland.

Allerdings basierte der Gewinn vornehmlich auf einem Einmaleffekt. Anfang September verkaufte Telefónica einen ersten Teil von Dach-Mobilfunkstandorten an den Infrastrukturanbieter Telxius und kassierte dafür 407 Millionen Euro. Die negativen Nettoergebnisse beruhten in der Vergangenheit vor allem auf Abschreibungen auf vor Jahren erworbene Mobilfunkfrequenzen sowie auf planmäßige Abschreibungen aus dem Zusammenschluss mit E-Plus. Ein wesentlicher Teil dieser Effekte läuft Ende 2020 aus.

„Wir haben uns im dritten Quartal erneut robust entwickelt. Unser Kerngeschäft erweist sich inmitten einer gesamtwirtschaftlichen Rezession als sehr widerstandsfähig. Wir sind zuversichtlich, dass wir im Gesamtjahr unsere Ziele erreichen, auf die wir uns schon vor Ausbruch der Pandemie festgelegt haben“, sagt Telefónica-Deutschland-Chef Markus Haas.

Netzausbau geht weiter

In den kommenden Monaten wird Telefónica weiter in den Aufbau seines kürzlich neu gestarteten 5G-Netzes investieren. Bis Ende 2021 sollen mehr als 30 Prozent der Bevölkerung auf an ihrem Wohnsitz auf das 5G-Netz von O2 zugreifen können. Bis 2025 ist eine Versorgung des ganzen Landes geplant. Und auch das bestehende LTE-Netz muss O2 durch Auflagen der Bundesnetzagentur weiter verbessern. Seit Jahresbeginn hat Telefónica nach eigenen Angaben etwa 6.000 LTE-Basisstationen neu errichtet.

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8 KOMMENTARE

  1. Also kurz im Kopf gerechnet:
    Q3/19 Minus 24 Mio€
    Q3/20 Minus 17 Mio€
    zzgl. 407 Mio€ Einmaleffekt
    TEF hat noch immer kein wirklich positives Ergebni.

  2. Bin ausversehen im Frühjahr zu o2 gewechselt! Das war bisher mein größter Fehler in meinem Leben! Ich zahle schon die Tage bis ich wieder Telekom Kunde bin!

  3. Ich habe hier bei mir Zuhause fast kein Netz! Selbst nach mehreren Beschwerden über das schlechte Netz kam fast nichts. Wenn ich unterwegs bin mit dem Auto, reißt regelmäßig die Verbindung ab! Außerhalb von Städten ist O2 eine Katastrophe.
    Nie mehr!

  4. Sehr eigenartige Kommentare…

    @Adnan: Meinst du jetzt „betrübt“ oder „betrogen“?

    @Telekom4ever:
    Ist ja schön, dass du die Telekom so liebst, aber wieso du jetzt schon die Tage zahlst, bis du wieder bei der Telekom bist? Ich würde mal sagen, unüblich…

  5. 6 SIM Karten davon hab ich allein schon mit einem Tarif alias Data Cards, kann man nur empfehlen. Man braucht heutzutage ja eh mehrere Geräte. ZB auf nem winzigen Handy käm ich nicht auf die Idee Filme anzuschauen, da kann man auch n Tablet nehmen und macht sich nicht die Augen kaputt. Da mehrere Sims, entfällt die nervige Simkarten Umsteckerei vollkommen. W-Lan braucht kein Schwein.

    Nur die 4G Geschwindigkeit hat seit ca nem halben Jahr nachgelassen, da soll man wohl das „neue“ 5G buchen, um wieder das gewohnte Tempo zu bekommen, den Schummel kenn ich schon von damals 2G zu 3G

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