Studie schlägt Alarm: Dieses Hilfsmittel für PV-Module zerstört dir dein Balkonkraftwerk

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Eine Studie des Fraunhofer CSP warnt vor handelsüblichen Reinigern für Solarmodule. Einige Mittel können die Antireflexbeschichtung angreifen und den Ertrag dauerhaft senken – besonders bei Balkonkraftwerken und PV-Anlagen.
Balkonkraftwerk auf Holzcarport
Studie schlägt Alarm - Dieses Hilfsmittel für PV-Module zerstört dir dein BalkonkraftwerkBildquelle: U. J. Alexander/Adobe Stock

Wer seine Solarmodule sauber hält, will damit eigentlich nur eines erreichen: mehr Licht auf der Zelle und damit mehr Strom. Genau das kann aber schiefgehen, wenn das falsche Reinigungsmittel zum Einsatz kommt. Eine neue Untersuchung zeigt, dass manche Produkte nicht nur wenig helfen, sondern die Oberfläche der Module dauerhaft beschädigen können.

Die unsichtbare Schutzschicht

Moderne Solarmodule sind mit einer hauchdünnen Antireflexbeschichtung versehen. Diese Schicht sorgt dafür, dass möglichst wenig Sonnenlicht zurückgeworfen wird und stattdessen in die Zelle gelangt. Genau darauf zielen viele Spezialreiniger offenbar problematisch ab: Sie lösen oder verändern die Beschichtung.

Das Fraunhofer-Zentrum für Silizium-Photovoltaik (CSP) hat laut pv magazine mehrere frei verkäufliche Reinigungsmittel geprüft. Das Ergebnis: Einige Produkte griffen die Schutzschicht messbar an. Laut Studie kann das zu einem Leistungsverlust von bis zu 5,6 Prozent führen. Was nach wenig klingt, summiert sich über die Lebensdauer eines Moduls zu einem spürbaren Ertragsminus. Je größer deine Anlage, desto größer der insgesamte Verlust. Auch Besitzer von Dachanlagen sollten daher Vorsicht bei der Wahl ihrer Reinigungsmittel walten lassen.

Hast du schon Leistungseinbußen? Ein Verlust von 5,6 Prozent fällt im Alltag oft erst spät auf. Wenn du prüfen möchtest, ob deine Anlage noch die volle Leistung bringt, lohnt sich der Einsatz einer smarten Mess-Steckdose, je nach Anschlusspunkt für den Innen- oder Ausbereich. So hast du den Ertrag per App immer im Blick und merkst sofort, wenn die Leistung dauerhaft abfällt. Hier sind einige smarte Steckdosen, die geeignet sind:

So lief der Labortest ab

Untersucht wurden fünf Produkte, darunter vier typische PV-Reiniger aus dem Handel und ein spezielles Fachprodukt. Zum Vergleich nutzten die Forscher deionisiertes Wasser. Die Modulgläser wurden für 24 Stunden auf 55 Grad Celsius erhitzt, um die Wirkung der Mittel unter realistischen Belastungen zu simulieren.

Das Ergebnis war eindeutig: Drei von fünf Reinigern beschädigten die Antireflexschicht sichtbar. Teilweise zeigten sich sogar regenbogenartige Verfärbungen auf dem Glas. Nur zwei Produkte verhielten sich ähnlich unkritisch wie das Referenzwasser. Für Betreiber von Balkonkraftwerken und größeren PV-Anlagen ist das ein wichtiges Signal: Nicht jedes Reinigungsmittel, das unproblematisch wirkt, ist auch materialschonend.

Zertifizierungen schützen nicht automatisch

Besonders heikel ist, dass viele Produkte mit Begriffen wie „materialverträglich“ oder „zertifiziert“ beworben werden. Laut den Forschern basieren diese Angaben aber nicht immer auf passenden Prüfverfahren. Vor allem die tatsächlichen Bedingungen auf einem heißen Solarmodul werden oft nicht ausreichend berücksichtigt.

Genau hier liegt das Problem: Wer sich auf ein Siegel verlässt, geht schnell von Sicherheit aus. In Wahrheit kann das Mittel die Oberfläche angreifen, obwohl es im Prospekt harmlos erscheint. Das ist umso ärgerlicher, weil Schäden an der Antireflexschicht praktisch nicht mehr rückgängig zu machen sind. Hast du dein Balkonkraftwerk also einmal mit dem falschen Mittel behandelt, kannst du den den Leistungsverlust nicht mehr ausgleichen.

Die sichere Reinigung für Balkon- und Solaranlagen

Für die regelmäßige Pflege deines Balkonkraftwerks reicht in den meisten Fällen Wasser aus. Wer Kalkflecken vermeiden will, sollte deionisiertes Wasser oder Osmosewasser verwenden. Bei stärkeren Verschmutzungen hilft oft schon ein weiches Tuch oder ein Schwamm – ohne Druck und ohne aggressive Zusätze.

Tipp für kalkfreie Module: Wer Leitungswasser nutzt, riskiert oft hartnäckige Kalkflecken, die Schatten werfen. Am einfachsten gelingt die Reinigung mit einem mobilen Wasserfilter für den Gartenschlauch oder direkt mit deionisiertem Wasser aus dem Kanister, da dieses komplett rückstandslos trocknet. Häufig könnt ihr destilliertes Wasser auch deutlich günstiger in Supermärkten vor Ort kaufen als online zu bestellen.

Ein Geheimtipp aus der Autopflege: Sogenannte Car-Wash-Wasserfilter machen exakt dasselbe wie teure Gartenprodukte: sie liefern kalkfreies Wasser. Oft sind diese Modelle aber deutlich budgetfreundlicher. Auch ein kräftiger Regenschauer erledigt oft mehr, als viele denken. Wer auf lösungsmittelhaltige Reiniger verzichtet, schützt die Module besser als mit teuren Spezialprodukten. Das ist nicht nur sicherer, sondern spart am Ende auch Geld. Wer keine Lust hat, ständig teure Harz-Filter nachzukaufen, kann sein Reinstwasser auch mit einer kleinen Umkehrosmoseanlage für unter 50 Euro einfach selbst herstellen. Solche Anlagen kommen für Aquarien zum Einsatz und filtern neben Kalk auch andere Mineralien aus dem Wasser.

Das richtige Werkzeug für große PV-Anlagen: Verzichte auf harte Bürsten. Um auch bei Dachanlagen auf sanften Druck zu setzen, eignen sich wasserführende Teleskopstangen mit extraweichen Mikrofaser-Aufsätzen. Damit wischst du den Schmutz materialschonend weg, ohne die Antireflexschicht zu zerkratzen. Ein guter Kandidat dafür ist beispielsweise die Gardena Cleansystem Stielbürste Soft, die du um einen langen Teleskopstab erweitern kannst.

Das Forscherteam um Marko Turek will die Wirkung von Reinigungsmitteln nun weiter untersuchen. Ziel ist es, genauer zu erfassen, welche chemischen Bestandteile problematisch sind und welche Produkte tatsächlich unbedenklich bleiben. Bis dahin gilt: Vorsicht bei jedem Reiniger, der zu gut klingt, um wahr zu sein.

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Quellen:

Bildquellen

  • ueberraschung-bei-solar-studie-das-kleine-hausdach-ist-der-eigentliche-gewinner: Paylessimages/Adobe Stock
  • studie-schlaegt-alarm-dieses-hilfsmittel-fuer-pv-module-zerstoert-dir-dein-balkonkraftwerk: U. J. Alexander/Adobe Stock

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