Unabhängigkeit von Energiepreisen suchen aktuell immer mehr Haushalte in Deutschland. Im vergangenen Jahr hat sich die Zahl der privaten Sonnenfänger an Fassaden und Terrassen auf unglaubliche eine Million Steckersolargeräte verdoppelt. Angesichts der angespannten geopolitischen Lage und explodierender Energiepreise verwundert dieser Boom kaum. Wer möchte nicht gern einen Teil seines Stroms selbst erzeugen und dabei bares Geld sparen? Die gute Nachricht lautet: Der Einstieg in die eigene Energieproduktion war noch nie so günstig und unkompliziert. Zudem warten in vielen Regionen prall gefüllte Fördertöpfe darauf, von dir geplündert zu werden.
Steckersolargerät für die heimische Steckdose
Für ein typisches Setup benötigst du kein Diplom in Elektrotechnik. Die meisten Pakete bestehen aus zwei handlichen Modulen und einem Wechselrichter. Jedes Panel bringt etwa 18 bis 22 Kilogramm auf die Waage und beansprucht insgesamt rund vier Quadratmeter Platz. Der erzeugte Gleichstrom wird umgewandelt und fließt über einen handelsüblichen Schukostecker direkt in dein heimisches Netz. Maximal 800 Watt Leistung darfst du auf diese Weise legal einspeisen.
Diese Leistung reicht locker aus, um die hungrigen Dauerverbraucher in deiner Wohnung zu füttern. Ein typischer Singlehaushalt benötigt jährlich zwischen fünzehnhundert und zweitausend Kilowattstunden Strom. Mit einem eigenen kleinen Kraftwerk deckst du davon schnell zwanzig bis vierzig Prozent ab. Da komplette Sets mittlerweile für deutlich unter fünfhundert Euro den Besitzer wechseln, hast du die Investition meist schon nach drei bis sechs Jahren wieder eingespielt. Ein steuerlicher Vorteil beschleunigt die Amortisation zusätzlich: Auf die Geräte entfällt aktuell keine Mehrwertsteuer.
Staatliche Hilfen mit kleinen Hürden
Einen bundesweiten Fördertopf suchst du vergeblich. Dafür springen einige Bundesländer mit Zuschüssen für Balkonkraftwerke in die Bresche, knüpfen ihre Großzügigkeit allerdings an bestimmte Bedingungen. Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg locken mit Zuschüssen von bis zu 500 Euro. Sachsen legt immerhin 300 Euro dazu. Der Haken an der Sache liegt jedoch im Kleingedruckten. In den beiden östlichen Bundesländern richtet sich das Angebot ausschließlich an Mieter.
Die Hansestadt im Norden schränkt den Kreis der glücklichen Empfänger noch weiter ein. Dort fließen die Subventionen nur an Menschen, die finanzielle Unterstützung wie Wohngeld, BAföG oder Bürgergeld beziehen. Gehörst du nicht zu dieser Spitzenzielgruppe, gehst du auf Landesebene leider leer aus. Doch bevor du die Flinte ins Korn wirfst, solltest du den Blick auf die regionale Ebene richten. Dort warten oft noch echte Geheimtipps auf findige Sparfüchse.
Kommunale Schatztruhen für clevere Sparer
Mehr als dreihundert Städte und Gemeinden in der Republik haben den Wert der dezentralen Energieerzeugung erkannt und greifen dir finanziell unter die Arme. Die Beträge variieren dabei enorm und reichen von 50 bis zu 600 Euro. Ein echtes Paradies für Solarfreunde ist Düsseldorf, wo Zuschüsse zwischen 400 und 600 Euro fließen. Auch in München bekommst du bis zu 320 Euro erstattet. In Köln und Freiburg winken rund 200 Euro, während Aachen immerhin 80 Euro beisteuert.
Ein kurzer Besuch auf der Website deiner Heimatgemeinde kann sich also buchstäblich in barer Münze auszahlen. Besonders im Frühjahr stehen die Chancen auf einen positiven Bescheid exzellent, da die städtischen Budgets zu Beginn des Jahres noch prall gefüllt sind. Mit ein wenig Recherche und etwas Glück reduzierst du deine Anschaffungskosten auf ein absolutes Minimum. So verwandelst du deine sonnige Freifläche im Handumdrehen in eine lukrative Einnahmequelle und machst dich unabhängig von den Kapriolen des internationalen Energiemarktes.
