Schocknachricht zur Gasumlage: Darum kann sie noch weiter steigen

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Ab 1. Oktober musst du als Gaskunde in Deutschland eine Gasumlage bezahlen. Sie beträgt zunächst 2,4 Cent pro Kilowattstunde. Doch jetzt die Schocknachricht: Dieser Preis ist nicht fix. Er könnte im Laufe des Winters noch weiter steigen – aber auch sinken.
Eine Gasflamme
Eine GasflammeBildquelle: Magnascan / Pixabay

Schon in drei Monaten ist eine Anpassung der Höhe der Gasumlage zu erwarten. Das sagt der Geschäftsführer von Trading Hub Europe, Torsten Frank, im Interview mit der Rheinischen Post. Trading Hub Europa (THE) ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Ferngas-Netzbetreiber in Deutschland und spielt eine zentrale Rolle bei der Gasversorgung in Deutschland.

THE ist unter anderem zuständig für das Erreichen der Speicherstände in den Gasspeichern und ist am Ende auch verantwortlich für die Höhe der Gasumlage. Sie fließt an die jeweiligen Gasversorgungsunternehmen und soll die enorm gestiegenen Einkaufskosten für die Unternehmen ausgleichen.

Die Gasumlage kann alle drei Monate angepasst werden. „Wegen der dynamischen Entwicklung gehe ich davon aus, dass die Umlage schon in diesem Winter angepasst werden muss“, so Frank in dem Interview. Er betonte aber, dass das eine Veränderung in beide Richtungen sein kann. Bei einer Beruhigung der Lage und damit einhergehenden sinkenden Kosten könne auch die Umlage sinken. Würde aber die russische Gazprom ihre Lieferungen noch weiter drosseln, würden auch die Beschaffungskosten an anderer Stelle steigen und damit auch die Gasumlage.

Gasspeicher müssen gefüllt werden

Gazprom hatte zuletzt angekündigt, Ende August die Lieferung über Nord Stream 1 noch einmal für einige Tage zu unterbrechen. Offiziell nennt der russische Staatskonzern notwendige Wartungsarbeiten als Grund für die Unterbrechung. Ohnehin liefert der russische Konzern nur noch 20 Prozent der möglichen Menge über die Pipeline.

Die Gasspeicher in Deutschland sollen zum 1. Oktober zu mindestens 85 Prozent gefüllt sein, zum 1. November sollen es 95 Prozent sein. Frank rechnet nicht damit, dass diese Schwelle bei allen Speichern erreicht werden kann. Gleichzeitig erwartet er aber keine Gasmangellage auf Bundesebene. Allenfalls regional könnte Gas knapp werden. Zum 1. September sollten die Gasspeicher zu 75 Prozent gefüllt sein, diesen Wert habe man bereits erreicht, teilte die Bundesnetzagentur vor einigen Tagen mit. Je voller die Gasspeicher zum Winter sind, desto entspannter kann Deutschland bei einem kompletten Lieferstopp sein.

Schlechte Nachrichten kamen vor einigen Tagen von der EU. Sie hat Deutschland verboten, auf die Mehrwertsteuer für die Gasumlage zu verzichten. Daraufhin hatte Deutschland angekündigt, die Mehrwertsteuer für Gas generell vorübergehend zu senken.

Derzeit erhöhen wegen der Gasumlage und den gestiegenen Kosten auch zahlreiche Stadtwerke ihre Gaspreiseauch in der Grundversorgung. Wir empfehlen dir, deine Gas- und Stromverträge regelmäßig zu überprüfen. Wenn du dich damit nicht selbst befassen möchtest, kannst du das auch einem Wechselservice wie Wechselpilot oder Switchup überlassen. Hier kümmern sich Experten um deinen Stromvertrag und sorgen dafür, dass du stets in einem günstigen Stromtarif bist. Unser Partner remind.me überwacht man auch die Vertragsbeziehung und reagiert, sollte ein Anbieter seine Preise erhöhen.

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3 KOMMENTARE

  1. Frei

    Im Winter wird die Energie (Gas, Öl, Kohle, Uran, … aus Russland) garantiert knapper und deutlich teurer!
    Dann wird gefroren und viele Industrie- Bereiche werden abgeschaltet werden müssen. Damit sinken deutsche Exporte und BIP. Staatsverschuldung und Inflation wird weiter steigen, und Wert des Euros fallen!
    Deutschland schafft sich ab! Zerstört sich selbst, durch Sanktionen = Vasalen- Dienste für USA!
    Und wenn Russland die alten sehr günstigen Energiepreise als Reaktion auf die Sanktionen (dauerhaft) kündigt, und zu Weltmarkt- Preisen in Rubel abrechnen, dann wird es noch deutlich teurer.

    Außerdem, wird der Winter (besonders kalter Winter) Russland erneut helfen!
    Ähnlich wie schon bei Napoleon und Hitler Invasions- Versuchen.
    Dann dürfte auch der aktueller Nato-Osterweiterungs- Invasions- Versuch stoppen und scheitern…

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  2. Frei

    Quelle: Energie- Teuerungs- Diagramme in Europa von Bloomberg USA:

    Gas- Preis- Explosion in Europa:
    https://cdni.russiatoday.com/deutsch/images/2022.08/original/6304b779b480cc03ea26cfb4.jpg

    Strom- Preis- Explosion in Europa:
    https://cdni.russiatoday.com/deutsch/images/2022.08/original/6304b78ab480cc057867f18d.jpg

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  3. Marburg a. Drau

    @Frei
    Ja, bin auch selbst der gleichen Meinung. EU hat sich selbst in Knie geschossen.

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