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Berlin und Brandenburg bremsen UKW aus: DAB+ wird wichtiger

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Berlin und Brandenburg stellen die Weichen für digitales Radio. Das betrifft alle, die zu Hause, im Auto oder unterwegs UKW hören. Erst einmal ändert sich nichts, doch neue Sender sollen künftig nicht mehr über UKW starten. Damit blutet das klassische Radio aus.
Ein Autoradio mit DAB+, im Hintergrund das Brandenburger Tor
Berlin setzt auf DAB+Bildquelle: Ki-generiert: ChatGPT

Die gute Nachricht: Wer morgens das Küchenradio einschaltet, muss nicht sofort handeln. Auch im Auto bleibt UKW in Berlin und Brandenburg weiter nutzbar. Vorerst! Es gibt kein festes Abschaltdatum. Alte UKW-Radios werden also nicht plötzlich unbrauchbar. Doch die Wende hin zum Digitalradio ist eingeleitet. Denn der Brandenburger Landtag hat am 22. April 2026 den neuen Staatsvertrag über private Medien in Berlin und Brandenburg angenommen. Der Berliner Gesetzentwurf trägt die Drucksachennummer 19/3071. Der Inhalt im Klartext: Die terrestrische Verbreitung von Rundfunk soll digital werden. Die Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) soll den Umstieg vom analogen auf den digitalen Hörfunk begleiten.

UKW-Radio ohne Zukunftsgarantie

Im Klartext: UKW läuft weiter. Aber UKW bekommt keine Zukunftsgarantie mehr. Der Empfang soll sich nach und nach in Richtung DAB+ verlagern. Der entscheidende Punkt steckt in Paragraf 17. Freie oder frei werdende analoge Frequenzen sollen grundsätzlich nicht mehr ausgeschrieben werden. Gibt ein Sender seine UKW-Frequenz zurück, kommt also meist kein neuer Anbieter nach. Damit wird das UKW-Band langsam leerer. Nicht durch einen harten Schnitt. Sondern durch eine Art Auslaufenlassen.

Anfang 2026 sind mit 106,8 pure FM, ByteFM und Ella Radio noch neue Programme in Berlin auf UKW gestartet. Es dürften die letzten gewesen sein, wenn sich Politik und mabb an die neuen Vorgaben halten. Dabei könnte ausgerechnet Ende 2026 eine starke Berliner Frequenz frei werden: die 96,3 MHz von COSMO. Mit einer Sendeleistung von 80 kW ist sie eine der reichweitenstärksten Frequenzen der Stadt. Nach der Reform dürfte sie wohl keinen neuen privaten Player mehr bekommen. Denkbar ist aber, dass ein bestehender Sender die Frequenz bekommt, der dafür seine angestammte Frequenz verliert – etwa, um Funklöcher zu beseitigen.

DAB+ wird wichtiger, aber nicht sofort Pflicht

DAB+ soll langfristig die zentrale Plattform für terrestrisches Radio werden. Der Gesetzentwurf nennt eine flächendeckende, regionalisierte digitale Versorgung als Ziel. Besonders in Brandenburg zählt dabei die Fläche. Dort entscheidet der Empfang oft stärker als die Programmauswahl.

Für Pendler und Autofahrer wird DAB+ damit wichtiger. Viele neue Autos haben DAB+ bereits an Bord. Ältere Fahrzeuge brauchen dafür oft ein Nachrüstgerät. Kurzfristig besteht aber kein Zwang zum Umstieg. Wer heute UKW hört, kann das weiterhin tun. In Schleswig-Holstein allerdings sind schon zahlreiche Sender aus dem UKW-Band verschwunden.

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