Jetzt auch bei Netto: So viel müssen Autofahrer fürs Parken zahlen

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Die Parkplatzsuche am Abend gehört für viele Autofahrer in deutschen Städten längst zum Alltag. Genau hier setzen Discounter wie Aldi, Lidl und jetzt auch Netto an. Was zunächst wie ein Service klingt, ist vor allem ein cleveres Geschäftsmodell für die Discounter.
Parkplatzkosten bei Netto
Parkplatzkosten bei NettoBildquelle: Vytautas Kielaitis / Shutterstock

Doch jetzt tut sich etwas. Immer mehr große Discounter öffnen ihre Parkplätze nach Feierabend für alle, die ihr Auto über Nacht abstellen möchten. Was zunächst als kleines Pilotprojekt begann, wächst sich gerade zu einem echten Trend aus – und könnte für viele Stadtbewohner eine echte Erleichterung bedeuten.

Darum will Netto Geld fürs Parken

Das Prinzip dahinter ist einfach und dürfte vielen bekannt vorkommen. Parkflächen, die nachts ohnehin leerstehen, werden vermietet. Zwischen 18 Uhr abends und 8 Uhr morgens sicherst du dir einen Stellplatz, meist per QR-Code direkt vor Ort oder über eine App. Der Preis liegt dabei ungefähr bei drei Euro pro Nacht oder rund 40 Euro im Monat. Damit bewegen sich die Kosten auf einem Niveau, das für viele Autofahrer noch akzeptabel sein dürfte. Vor allem in Städten mit chronischem Parkplatzmangel. Das ist also kein spontanes Parken auf eigenes Risiko, sondern eine ganz legale, gebührenpflichtige Nutzung der Fläche.

Je nach Filiale werden dabei rund 20 Prozent der verfügbaren Stellplätze für das Feierabendparken freigegeben. Die genaue Zahl kann variieren und auch vorübergehend pausiert werden, wenn die Flächen aus betrieblichen Gründen gebraucht werden. Das Angebot gilt vor allem in Großstädten wie Berlin, Düsseldorf, Dortmund und Bremen, also genau dort, wo der Parkdruck am stärksten ist. Netto gehört zur Edeka-Gruppe und betreibt bundesweit rund 4.400 Filialen. Somit sind die 150 Standorte also erst ein Anfang, denn das Unternehmen hat bereits angekündigt, das Angebot in den kommenden Monaten weiter auszubauen, auch bei neu eröffnenden Filialen. Für die Discounter selbst ist das Ganze eine logische Entwicklung. Statt ungenutzte Flächen brachliegen zu lassen, werden sie monetarisiert.

Aldi und Lidl haben den Trend gestartet und die Branche zieht nach

Netto ist nicht der erste Discounter, der diesen Weg geht. Den Anfang machten Aldi Nord, Aldi Süd und Lidl mit Pilotprojekten an einzelnen Standorten. Aldi Süd bietet das kostenpflichtige Feierabendparken bereits in mehreren Städten an, darunter Augsburg, Nürnberg, Erlangen, Köln, Bonn und Krefeld. Lidl startete ein Pilotprojekt in Hamburg, Aldi Nord testete das Konzept in Bochum. Viele dieser Projekte entstanden in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Städten, die ebenfalls ein Interesse daran haben, den knappen urbanen Parkraum effizienter zu nutzen.

Am Ende richtet sich das Angebot vor allem an Anwohner, die regelmäßig abends auf Parkplatzsuche gehen. Wer sich tägliches Kreisen um den Block sparen will, bekommt hier eine bequeme Alternative. Allerdings mit Einschränkungen: Morgens muss das Auto wieder weg sein, sonst drohen zusätzliche Kosten. Und wer den Service dauerhaft nutzt, zahlt im Monat eben doch spürbar drauf.

Quellen:

Bildquellen

  • Sollte jeder zu Hause haben: Lidl verkauft nächste Woche einen Akkuschrauber für unter 10 Euro: PixelBiss, shutterstock.com
  • Germany-sep,12:netto,Marken-discount,Store,On,September,12,2016,Germany.netto,Marken-discount,Is: Vytautas Kielaitis / Shutterstock

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