Rund 60 Millionen Führerscheine gibt es in Deutschland. Und doch: Für rund 43 Millionen davon heißt es Abschied nehmen. Abschied vom grauen Lappen, aber auch von der vermeintlich modernen Plastikkarte. Sie alle müssen ersetzt werden. Gegen einen neuen, EU-einheitlichen, fälschungssicheren Führerschein. Ab dem 19. Januar 2026 trifft es Millionen Autofahrer. Die nächste Frist läuft ab. Und es wird teuer.
Führerschein-Gebühr: Und das ist erst der Anfang
Der Staat verlangt für den reinen Umtausch 25 Euro. Keine Prüfung, kein Sehtest, kein Gesundheitscheck. Einfach Antrag stellen, zahlen und warten. Doch ganz so günstig bleibt es selten. Denn ohne biometrisches Passfoto läuft nichts. Wer zum Fotografen geht, ist schnell weitere 10 bis 20 Euro los. Ein Fotoautomat ist etwas billiger und kostet etwa 5 bis 8 Euro. In Summe wird aus dem Verwaltungsakt ein kleiner, aber spürbarer Griff ins Portemonnaie.
Der Umtausch ist kein Selbstzweck. Alte Führerscheine sind leicht zu fälschen, schwer nachzuverfolgen und national sehr verschieden. Künftig soll Schluss sein mit Papiernostalgie und Sonderwegen. Die neuen Führerscheine sind EU-weit einheitlich, sicherer und zentral erfasst. Missbrauch soll verhindert, Daten sollen vergleichbar werden.
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So viele Autofahrer sind betroffen
Betroffen sind nicht nur die Besitzer der alten Papierführerscheine – etwa 15 Millionen Menschen. Auch rund 28 Millionen Kartenführerscheine müssen erneuert werden. Wer seinen Führerschein zwischen 1999 und 2001 gemacht hat, musste ihn bis spätestens 19. Januar 2026 umtauschen. Genaue Zahlen gibt es für diesen Zeitraum vom Kraftfahrt‑Bundesamt zwar nicht. Schätzungen zufolge dürften vom Umtausch im Januar 2026 aber etwa 3,5 bis 4 Millionen Deutsche betroffen sein. Wer das bislang verschlafen hat, sollte sich beeilen.
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Denn: Der Umtausch ist Pflicht. Wer trotzdem mit dem alten Führerschein weiterfährt, riskiert ein Verwarngeld von 10 Euro. Klingt harmlos, ist es aber nicht überall. Im Ausland kann der alte Führerschein Probleme machen. Von Diskussionen bei Kontrollen bis hin zur Nichtanerkennung. Autofahren darf man zwar grundsätzlich weiter, aber eben auf dünnem Eis.
