Erneuerbare Energie erreichen erneuten Spitzenwert

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2024 war kein gutes Jahr: Wind und Sonne lieferten weniger Energie als üblich. Dennoch stieg der Anteil des so erzeugten Stroms am Energiemix, weil einmal mehr zahlreiche neue Solar- und Windkraftanlagen hinzukamen.
Stromversorgung an ihrer Grenze - So steht es um Deutschland
Stromversorgung an ihrer Grenze - So steht es um DeutschlandBildquelle: Foto von Sid Ramirez auf Unsplash

Der Anteil der erneuerbaren Energien in den deutschen Netzen nimmt weiterhin stetig zu. Im vergangenen Jahr wurden bereits 53 Prozent des Stroms mithilfe regenerativer Quellen erzeugt. In diesem Jahr stieg der Anteil um weitere zwei auf nun 55 Prozent, wie der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) bekannt gab.

Den Zahlen zufolge wird in diesem Jahr mit einer Stromproduktion von 489 Milliarden Kilowattstunden gerechnet. Davon entfallen 284 Milliarden Kilowattstunden auf erneuerbare Energien. Deren Anteil am Energiemix stieg einmal mehr, während die Produktion von Strom insgesamt um 2,4 Prozent geringer ausfiel.

Kein leichtes Jahr mit Sonne und Wind

Mit 115 Milliarden Kilowattstunden hat die Windenergie daran den größten Anteil. Allerdings sank der von diesem produzierten Stromanteil im Netz im Vergleich zum Vorjahr um ganze 3,1 Milliarden Kilowattstunden. Dabei lieferten auf dem Meer errichtete Offshore-Anlagen sogar elf Prozent mehr.

Den größten Zuwachs am Energiemix verzeichnete dagegen die Sonnenenergie. Wurden im letzten Jahr nur knapp 60 Milliarden Kilowattstunden mithilfe von Solaranlagen erzeugt, stieg dieser Wert nun auf 72 Milliarden Kilowattstunden. Allerdings wäre den Ausführungen des Verbandes zufolge auch bei der Sonnenenergie durchaus mehr drin gewesen. Denn 2024 zählt ebenfalls als ein Jahr mit vergleichsweise wenigen Sonnenstunden. 

Die Zuwächse bei dieser Form der Energieerzeugung lassen sich also ausschließlich über einen enormen Zubau an Solaranlagen erklären. Kamen im vergangenen Jahr Anlagen mit einer Leistung von insgesamt 15,3 Gigawatt hinzu, wird die in diesem neu installierte Leistung Jahr mit 17 Gigawatt berechnet.

Verband fordert Vorfahrt für Erneuerbare

Der BDEW sieht die Entwicklung bei der Energie, die aus regenerativen Quellen gewonnen wird, als Erfolgsgeschichte. Die Politik sollte die weitere Entwicklung dementsprechend befördern, etwa indem den Erneuerbaren im Netz bei Einspeisespitzen der Vorrang gegenüber dem mit konventionellen Kraftwerken erzeugten Strom eingeräumt wird. Den vielfältigen Problemen, die mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien verbunden sind, wird dabei allerdings wenig Beachtung geschenkt. 

Insbesondere die schwer zu regelnden Solaranlagen sorgen mit ihren hohen Einträgen in sehr sonnenreichen Stunden für Spitzen, die für das Stromnetz mehr und mehr zum Problem werden. Zuletzt zeigten sich aber auch die Schwierigkeiten bei einer sogenannten Dunkelflaute. Bei einer solchen Wetterlage erzeugen weder Solar- noch Windkraftwerke Strom in größeren Mengen. Die Nachfrage nach Strom übersteigt dann schnell das vorhandene Angebot, es kommt zu Engpässen.

Mitreden

3 KOMMENTARE

  1. Nutzerbild Karsten Frei

    Die Strompreise steigen, die Arbeitsplätze verschwinden.
    Nur die Taschen von Lobbyisten aus dem BDEW werden voller und voller.
    Kein Verbraucher in Deutschland profitiert von den Spitzenwerten.
    Deutschland importiert soviel Atomstrom aus dem Ausland, wie nie zuvor,
    und die Nachbarländer schimpfen auf Deutschland und drohen die Stromleitungen zu kappen, und hier wird immer noch das Schönwetter gemacht.
    Es ist an der Zeit die Ausbau von Erneuerbaren zu drosseln, die Förderungen zu Lasten der Verbraucher zu streichen und dafür zu sorgen, dass wir nicht ganz von der Bildfläche, als Industrienation verschwinden.

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    • Nutzerbild Bolli

      Wenn die Arbeitslosenquote ca. 10% erreicht hat wird sich vielleicht auch in diesem unseren Land etwas ändern.
      Ich wünsche mir das nicht, darum wählen wir Blau !!
      Wut und gesunder Menschenverstand zwingen einen geradezu, auch wenn die Blauen gegen Abtreibung sind und damit viele Frauen nicht ins Boot holen.
      😎😎😇😇

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  2. Nutzerbild Ralf Dietrich

    Meinung: Verzerrte Darstellung der Realität. Es wird etwas positiv dargestellt was in Wirklichkeit schlecht ist. Grund zu teuer, umweltschädlich und nicht gleichmäßig verfügbar. Lobby-Arbeit für die aktuelle Regierung.

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