Deutsche Post scannt deine Briefe: Das steckt dahinter

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Die Deutsche Post führt einen neuen Service ein. Er ist für dich kostenlos und bietet dir mehr Überblick über deine Briefe, die zu dir unterwegs sind. Wir zeigen dir, wie der Dienst funktioniert und was du beachten musst.
Briefkasten der Deutschen Post
Deutsche PostBildquelle: manfredrichter / Pixabay

Morgens schon wissen, was später im Briefkasten liegt. Das macht die Deutsche Post jetzt möglich. Mit der kostenlosen Briefankündigung weißt du auch im Urlaub, ob etwas Wichtiges in deiner Post ist und du den Nachbarn bitten solltest, deine Post zu öffnen. Damit das funktioniert, hat sich die Deutsche Post mit den beiden E-Mail-Anbietern GMX und web.de zusammengetan. Hast du bei einem der beiden Mailanbieter ein kostenloses Konto, so kannst du dich ab sofort für den Dienst registrieren. Den Dienst hatte die Post im Frühling angekündigt.

Nach erfolgter Registrierung bekommst du via E-Mail eine Information über die Post, die du später im Briefkasten finden wirst. Mehr noch: Im Anhang der Benachrichtigungs-E-Mail wird ein Foto des Briefumschlags mitgesendet. Die Mails von web.de und GMX kannst du auch über die jeweilige Smartphone-App abrufen, sodass du die Informationen auch schon unterwegs bekommst.

„Mit dem neuen, weltweit einmaligen Service der Briefankündigung gestalten wir den Briefempfang für unsere Kunden noch bequemer und flexibler“, sagt Tobias Meyer, Konzernvorstand Post & Paket Deutschland von Deutsche Post DHL Group. Die Post will auch mehr „Transparenz über die Zustellqualität“ bieten.

So meldest du dich für den Dienst an

Voraussetzung für die Nutzung der Briefankündigung ist die ausdrückliche Einwilligung des Nutzers. Dazu loggst du dich in dein web.de- oder GMX-Postfach ein. Hast du noch kein solches Konto, kannst du es dir kostenlos registrieren. Unter dem Punkt „Einstellungen“ findest du ab sofort den Menüpunkt „Briefankündigung“. Hier siehst du wahlweise deine bereits hinterlegte Adresse oder kannst sie neu angeben oder korrigieren. Du wirst dann in einigen Tagen einen Brief mit der Post bekommen. Denn zur Verifizierung bekommst du einen Bestätigungscode an deine Adresse. Durch Scannen des darin enthaltenen QR-Codes oder manuelle Eingabe des zwölfstelligen Bestätigungscodes im E-Mail-Postfach kannst du im zweiten Schritt seine Adresse bestätigen und den Registrierungsprozess so abschließen.

Das passiert mit den gescannten Briefumschlägen

Die Fotos der Briefpost entstehen automatisiert „unter Einhaltung der deutschen Datenschutz- und Sicherheitsstandards in den hochmodernen Sortierzentren der Deutschen Post“, heißt es von der Post. Eine Verzögerung gebe es durch das Anfertigen der Aufnahmen nicht. Die Briefe bleiben im Sortierprozess und würden wie gewohnt an die Hausanschrift des Empfängers zugestellt. Wichtig: Einmal erstellte Briefumschlagfotos werden nach dem Versand an die Empfänger aus den Systemen der Deutschen Post gelöscht.

Alle Briefankündigungen werden von der Deutschen Post elektronisch signiert. WEB.DE und GMX prüfen diese Signatur und stellen so sicher, dass die E-Mails wirklich von der Deutschen Post versandt werden.

Digitale Kopie der Briefinhalte ab 2021

Im kommenden Jahr sollst du als Nutzer der beiden E-Mail-Dienste auch die Möglichkeit erhalten, digitale Kopien auch der Briefinhalte per sicherer E-Mail zu empfangen. So lassen sich eingehende Briefe schon am PC oder auf dem Smartphone lesen, bevor sie physisch im Briefkasten zugestellt werden. Für diesen Service ist die Teilnahme der jeweiligen Briefversender sowie die explizite Einwilligung des Nutzers Voraussetzung.

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4 KOMMENTARE

  1. ich z.b. nutze weder gmx noch web.de.. wieso kann man sich nicht einfach mit seiner email adresse ein konto bei der dp anlegen und die informieren mich über briefe an meine adresse unter meinem namen? technisch wohl nur mit web und gmx umsetzbar für die deutsche post?!

    • Damit Google, Microsoft, Yahoo, und somit auch FBI, CIA &Co deine private Briefpost mitlesen? Bist du verrückt? Ich bin froh, dass man sich hier bewusst auf deutsche Anbieter beschränkt wird. 1&1 ist erst der Anfang, Freenet und T-Online gibt’s auch noch. Ich bin jedenfalls froh, dass hier das deutsche Briefgeheimnis gewahrt wird.

  2. Soweit kommt es noch. Meine Briefe öffnet nur einer – und das bin ich. Da jammert die Dt. Post immer, sie müsse das Porto erhöhen, weil sie defizitär arbeiten. Aber Briefe scannen- das geht. Unglaublich…. zumal ich den Sinn für den Kunden nicht sehe.

  3. Geheimdienste mussten sich vor Jahrzehnten mit Dampfbrieföffnern mühsam und aufwendig Zugang zu Briefen verschaffen. Heute geht das ganz einfach 😉 Aber diejenigen, die Gmail, Outlook/Hotmail und Yahoo benutzen, sind das ja bereits gewohnt.

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