Auf Wohnungssuche? Diese Gefahr lauert auf Kleinanzeigen

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Vorsicht bei der Suche nach Haus oder Wohnung: Cyberkriminelle suchen nach immer neuen Wegen, um ihren Schadcode unbedarften Nutzern unterzujubeln. Aktuell versuchen sie mit einem besonders unauffälligen Versteck, ihre Opfer zu überrumpeln.
Kleinanzeigen-App auf einem Smartphone
Neuer Kleinanzeigen-Betrug – Nutzer werden ausgenommenBildquelle: Artem Sandler / inside digital / Kleinanzeigen

Die Online-Plattform Kleinanzeigen erfreut sich in Deutschland großer Beliebtheit. Die Angebote sind vielfältig und reichen von überflüssig gewordenen Dingen bis hin zu professionellen Anzeigen, insbesondere bei Autos und Immobilien.

Doch nicht nur Makler wollen von der Popularität der Immobilienanzeigen profitieren, wie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt. Auch Cyberkriminelle haben eine Methode gefunden, um ahnungslosen Opfern Schadsoftware unterzujubeln. Sie nutzen Anzeigen, in denen nicht nur Bilder des Objekts präsentiert werden.

Die Interessenten sollen stattdessen zunächst eine Online-Besichtigung absolvieren. Erst im Anschluss soll es den erhofften Besichtigungstermin geben. Um den virtuellen Rundgang abrufen zu können, sollen die Wohnungssuchenden einem in der Anzeige präsentierten Link folgen. Dieser führt laut BSI zu einer manipulierten Webseite, die zum Herunterladen einer Windows-Software für die Darstellung auffordert.

Wer dem Link folgt, lädt sich die Malware auf den Rechner. Wer diese im Anschluss installiert, öffnet dem Schadcode den Weg in das Microsoft-Betriebssystem. An dieser Stelle macht es der Softwarekonzern potentiellen Angreifern schon fast traditionell leicht. Für die Installation neuer Apps reicht unter Windows eine kurze Bestätigung. Auf umfassendere Sicherheitshürden, etwa in Form einer erneuten Abfrage des Passworts, verzichtet Microsoft, sodass ein unbedachter Klick genügt, um die Kontrolle über die Sicherheit seiner Daten zu verlieren.

Welche Möglichkeiten sich die Angreifer durch den Schadcode in der jeweiligen Windows-Installation verschaffen, ist unklar. Sie sind jedoch vielfältig und können das Nachladen weiteren Codes beinhalten, etwa um den Rechner in ein Botnetz einzubinden oder größere Angriffe durchzuführen. Auch das Ausspähen sensibler Informationen wie Bank-Passwörter ist möglich.

Immer wieder vermeintliche Schnäppchen

Allerdings sind Wohnungssuchende der Betrugsmasche nicht schutzlos ausgeliefert. Bei der vom BSI beispielhaft präsentierten Anzeige finden sich einmal mehr klassische Anzeichen. Das beginnt damit, dass die versprochene Leistung erst nach der Erfüllung einer Bedingung geliefert wird. Darüber hinaus sollte man sich nicht von allzu unrealistischen Versprechungen blenden lassen. Eine 3-Zimmer-Wohnung mit zwei Balkonen ist in Frankfurt am Main nicht für 32.500 Euro zu haben.

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