„Bisher unerreichte Sendungsmengen“ – Sind DHL, Hermes & Co an der Belastungsgrenze?

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Den Paketdiensten stehen die stressigsten Wochen des Jahres bevor: Das Weihnachtsgeschäft. In diesem Jahr kommt erschwerend die Corona-Pandemie hinzu, die die Paketdienste dieses Jahr schon ausreichend beschäftigt hat. Nun hat sich DHL mit deinem Express-Dienst sowie Hermes dazu geäußert.
DHL Express Flugzeug
DHL Express FlugzeugBildquelle: DHL

DHL Express erwartet für die nächsten Wochen „bisher unerreichte Sendungsmengen“. Grund dafür sein die bevorstehende Hauptsaison des Shoppings. DHL Express transportiert in der Regel eilige Sendungen und kann hier in der Regel auf ein international gut funktionierendes Netz zurückgreifen. Den Grund, warum dieser Express-Dienst einen Anstieg der Paketmengen sieht, liegt demnach in der fortschreitenden Globalisierung sowie Digitalisierung. Sie führen demnach zu einer weiterhin stark wachsenden Anzahl von Online-Marktplätzen und Shopping-Apps, über die Konsumenten Produkte aus aller Welt einkaufen können.

Durch die Corona-Pandemie hätten zudem viele Verbraucher ihre Einkaufsaktivitäten ins Internet verlegt. Dies gelte insbesondere für die bevorstehenden beliebten Mega-Shopping-Days „Black Friday“ und „Cyber Monday“ sowie für das gesamte Weihnachtsgeschäft.

Paketmengen um 35 Prozent gestiegen

Folglich erwartet DHL Express ein Allzeithoch im weltweiten Onlinehandel. Im Laufe des Geschäftsjahres waren die Paketmengen durch E-Commerce bereits um 35 Prozent gestiegen. Für die kommenden Wochen erwartet DHL Express eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr von mehr als 50 Prozent.

DHL Express habe es sich zur Aufgabe gemacht, den globalen Handel zu ermöglichen, so John Pearson, CEO von DHL Express. „Wir sorgen dafür, dass ihre Produkte schnellstmöglich zugestellt und die Weihnachtsgeschenke rechtzeitig an die Haushalte auf der ganzen Welt geliefert werden.“ Mehr als 100.000 Mitarbeiter in mehr als 220 Ländern und Territorien arbeiten daran.

Verdreifachung der Kapazität in Köln

Zur Vorbereitung habe DHL Express weltweit über 10.000 neue Mitarbeiter eingestellt. Auch habe man dank schon länger geplanter Investitionen die Kapazitäten im Netz deutlich ausweiten können. So habe man in Köln die Kapazitäten verdreifach. In Istanbul werde man eine 25-mal höhere Kapazität vorweisen können – allerdings erst Anfang kommenden Jahres.

Um die hohen Paketmengen zu bewältigen, ist eine hohe zusätzliche Anzahl von Frachtflügen notwendig. Sonst nutzt DHL Express auch Passagierflugzeuge und deren Frachträume. Da diese aber vermehrt am Boden stehen, statt Reisende von Kontinent zu Kontinent zu fliegen, hat DHL Express die Zahl seiner täglichen Flüge deutlich erhöht. Allein in diesem Jahr hat das Unternehmen vier neue Großraumflugzeuge des Models Boeing 777 F in Betrieb genommen, zwei weitere kommen in den nächsten Monaten dazu. Allein diese sechs Flugzeuge machen es für das Unternehmen möglich, mehr als 3.000 zusätzliche Interkontinentalflüge pro Jahr durchzuführen.

Hermes rechnet mit 120 Millionen Sendungen

Auch bei Hermes geht man vom mengenstärksten Weihnachten aller Zeiten aus. Für die Zeit von Oktober bis Dezember rechnet der Dienstleister mit rund 120 Millionen Sendungen. Das seien pro Woche 10 Millionen Pakete. „In manchen Wochen wird der Spitzenwert voraussichtlich sogar bei 12 Millionen liegen“, erläutert Olaf Schabirosky, Chef von Hermes Deutschland.

Trotz dieser Rekordmengen sieht sich der Paketdienst gut aufgestellt. Es seien frühzeitig entsprechende Investitionen in Standorte und Technologie getätigt worden. „Entwicklungen wie unsere digitale Toursortierung, die Tourenplanung via Tablet, die Nutzung von Handscannern, für die wir eine Zustell-App in sieben verschiedenen Sprachen entwickelt haben und die digitale Benachrichtigungskarte sind entscheidende Meilensteine“, sagt Schabirosky.

An diesen Tagen wird besonders eng

In den Logistik-Centern in Leipzig, am Flughafen Münster-Osnabrück und in Graben (bei Augsburg) habe man die Sortierkapazitäten nochmals deutlich erhöht. Und mit dem Depot bei Bremen ist ein neues Verteilzentrum entstanden, in dem täglich 40.000 Sendungen abgewickelt werden können. Das sei insgesamt eine Steigerung um 30 Prozent binnen eines Jahres.

15.000 Zusteller werden zu Weihnachten für Hermes im Einsatz sein. 1.500 von ihnen habe man durch die Corona-Pandemie schon im Frühjahr zusätzlich gehabt, 3.500 weitere kommen nun noch hinzu. Außerdem neu dabei: 3.900 zusätzliche Fahrzeuge für die Zustellung und 450 Wechselbrücken- und Sattelzug-LKW für den Langstreckenverkehr. Als Versandspitzentage bereitet sich das Unternehmen insbesondere auf den 2., 9. und 10. Dezember vor. Das sind die Montage nach den Wochenenden im Dezember.

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