Beste Powerbank kaufen: Stiftung Warentest deckt fiese Falle auf

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Beim Kauf einer Powerbank gilt es neben dem Preis noch weitere Dinge zu beachten. Unter anderem die Ladeleistung. Beachten solltest du aber auch die in mAh angegebene Kapazität. Denn da kann es zu hohen Diskrepanzen kommen, fand jetzt die Stiftung Warentest heraus.
Frau hält eine Powerbank und ein Smartphone in den Händen.
Hilfreiches Zubehör: Powerbanks. Doch es gibt eine fiese Falle.Bildquelle: Agefis / Unsplash

Ist man für einen längeren Zeitraum unterwegs, darf ein Zubehör nicht fehlen: das Ladekabel für das Smartphone. Eine Ergänzung stellt eine Powerbank dar. Mit einem solchen Zusatzakku ist es möglich, das Handy auch überall dort mit neuer Energie zu versorgen, wo auf die Schnelle keine Steckdose zur Verfügung steht. Die Stiftung Warentest hat jetzt für die Februar-Ausgabe der Fachzeitschrift „test“ 19 Powerbanks auf die Probe gestellt. Das Ergebnis: Richtig schlecht ist keines der untersuchten Modelle. Aber nicht immer sind die Zusatzakkus so energiegeladen, wie es auf den ersten Blick scheint.

Stiftung Warentest deckt Abweichungen bei Deklaration auf

Untersucht hat die Stiftung Warentest Powerbanks mit einer Kapazität von 10.000 und 20.000 mAh. Das überraschende Ergebnis: Keines der auf die Probe gestellten Modelle erreichte bei der nutzbaren Energiemenge die von den Herstellern versprochenen Werte. Oft lag die Diskrepanz bei einer Betriebsspannung von 3,7 Volt bei unter 10 Prozent. Kein Beinbruch. Denn kleinere Ladeverluste sind normal, weil während des Ladevorgangs immer Ladeverluste auftreten. Wenn der Unterschied zwischen angegebener Kapazität und tatsächlich nutzbarer Energiemenge aber bei mehr als einem Viertel liegt, muss man sich als Verbraucher in gewisser Weise getäuscht fühlen.

Die größte Verschiebung war hinsichtlich der Effizienz bei der unter anderem bei Conrad erhältlichen Voltcraft Powerbank VC-201C zu entdecken. Statt der versprochenen 20.100 mAh waren im Test nur 14.760 mAh nutzbar: fast 27 Prozent weniger als versprochen. Ähnlich hoch fiel die Diskrepanz bei der Xiaomi Mi 18W Fast Charge Power Bank 3 aus. Das Produkt verspricht 10.000 mAh, lieferte tatsächlich im Test aber nur 7.450 mAh. Das entspricht einer Abweichung von rund 25 Prozent.

Die besten Powerbanks im Test

Grundsätzlich lässt sich festhalten: Keine der 19 von der Stiftung Warentest getesteten Powerbanks schnitt im Test mit einem „mangelhaft“ oder „ausreichend“ ab. Vier Modelle mussten sich aber einer Abwertung aufgrund der stark abweichenden Deklaration stellen. Neben den Modellen von Xiaomi und Conrad waren das die bei MediaMarkt und Saturn erhältlichen Modelle Isy IPP und die XLayer Powerbank Plus MacBook 20.100 mAh. Für alle drei Modelle reichte es bei der Endnote aber trotzdem noch zu einem „befriedigend“. Die Powerbank von Conrad wäre sogar auf einem der vorderen Plätze gelandet. Denn Funktionen, Ladegeschwindigkeit, Handhabung und Stabilität konnten die Tester zum Teil mehr überzeugen als bei den anderen getesteten Modellen.

Grund zur Freude hat man bei Conrad ohnehin. Denn bei den Powerbank-Modellen mit einer Kapazität von 10.000 mAh landete am Ende das dort erhältliche Modell Voltcraft Powerbank WPB-10000 mit einem „gut“ auf dem ersten Platz (Endnote: 2,0). Knapp vor der Hama Power Pack PD10-HD (2,0) und der RealPower PB-10000 Wireless (2,1). Bei den Modellen mit einer Kapazität von 20.000/20.100 mAh landete die Amazon Basics Powerbank 20.100 mAh (SUN-G-305) ganz vorne (1,9). Vor der Anker PowerCore Essential 20000 PD und der Belkin Boost Charge USB-C PD Power Bank 20K (beide 2,1).

Tipps und Tricks zum Kauf von Powerbanks

Grundsätzlich ist eine Powerbank nicht nur für Smartphones ein sinnvolles Zubehör, sondern allgemein für alles, was du über einen USB-Anschluss laden kannst. Zum Teil kannst du sogar Notebooks über einen USB-Anschluss mit neuer Energie versorgen. Du solltest aber darauf achten, dass das für dein Endgerät notwendige USB-Ladekabel Teil der Ausstattung der Powerbank ist, die du dir kaufen möchtest. Alternativ kannst du zum Beispiel bei Amazon natürlich auch passende Lightning- (für iPhones) oder USB-Ladekabel nachkaufen.

Wie schnell eine Powerbank ein angeschlossenes Smartphone oder andere Hardware laden kann, ist abhängig von der Ladeleistung. Und zwar nicht nur bei der Powerbank selbst, sondern auch vom Ladeanschluss des Geräts am anderen Ende des Kabels. Bei 10.000-mAh-Modellen liegt die Ladeleistung in der Regel bei 18 Watt. Wer sich für ein 20.000 mAh-Modell entscheidet, kann teilweise auch deutlich höhere Ladeleistungen nutzen. Im Test waren es im besten Fall rund 100 Watt.

Was sonst noch bei einem Kauf der für dich idealen Powerbank wichtig ist, haben wir in einem umfangreichen Powerbank-Ratgeber zusammengetragen.

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4 KOMMENTARE

  1. André

    Powerbank als Alternative zum Ladekabel? Diese Einführung solltet ihr nochmal überdenken! 😉

    Antwort
    • Argument! 😀 Ist angepasst. Danke, André.

      Antwort
  2. Frei

    Im Onlinehandel wird bei technischen Daten zu vielen Produkten viel betrogen!
    Unter anderen auch bei Akkupacks bei der Angabe von mAh.
    Die meisten Kunden wissen nicht mal was mAh oder WH bedeutet. Und noch weniger besitzen ein Messgerät, um die Akkukapazität zu überprüfen. Das führt zu permanenten Betrug mit geschönten Daten.
    Die Onlineportale wie eBay oder Amazon dulden solchen Betrug stillschweigend, denn den ist die Provision von Betrüger wichtiger, gegenüber Schutz der Kunden vor Betrüger. Auch den Staat interessiert es nicht, weil dem die Mehrwertsteuer wichtiger sind, als Schutz der betrogenen Kunden. Damit sind beide, sowohl die Portale wie auch der Staat krimineller Mittäter der Betrüger, weil beide sich durch solchen häufigen Betrug bereichern!
    Richtig wäre es das Vermögen der betrügerischen Händler einzufrieren, und dafür zu verwenden dass der Vertrag nach BGB eingehalten wird. Also Vertragserfüllung nach BGB gemäß Angebot, Schadensersatz für verursachte Aufwendungen und Lieferverzug, usw. Dazu immer eine Strafanzeige wegen Betrug, mit hohen Geldstrafe. Man müsste es nur konsequent ein Monat durchziehen, dann würde der Betrug aufhören. Hier ein guter Link zu den geltenden Gesetzen und Rechten zu diesen Thema: https://www.wandlung.de/wandlung-bgb/
    Zum Abschluss ein Tipp: Die meisten Akkupacks bestehen aus Akkuzellen Typ 18 650. Das bedeutet 18 mm Durchmesser und 650 mm Länge. Eine Zelle leistet in der Regel zwischen 2000 und 3000 mAh. Man braucht also nur überschlagen wie viele solche Zellen in die Akkupackgröße rein passen, und diese Anzahl der Akkus mit 3000mAh multiplizieren.. Alles was darüber hinaus größer ist, ist Betrug!

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    • Frei

      PS: man kann auch mit Gewicht die plausible Akku-Kapazität überschlagen: eine Akkuzelle Typ 18650 wiegt ca. 40 g. dazu maximal 20 % für Gehäuse unklare Elektronik. Also Gewicht von PowerPack durch 48 teilen, und mit 3000 mAh multiplizieren. Ist eigentlich Idioten sicher und könnte selbst durch Hausfrauen überprüft werden … So könnten auch die Händler mit minimalen Aufwand die Betrüger aussieben, wenn sie es wollten!

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