Auto-Experte warnt: Wer jetzt ein E-Auto kauft …

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Der Verbrenner soll bald nur noch in Geschichtsbüchern auftauchen, dem E-Auto gehört die Zukunft. Doch wer jetzt kauft, holt sich womöglich eine finanzielle Ruine in die Garage. Ein Auto-Experte warnt: Die Technik von heute ist der Schrott von morgen.
Auto-Experte warnt: Wer jetzt ein E-Auto kauft …
Auto-Experte warnt: Wer jetzt ein E-Auto kauft …Bildquelle: Cassiano K. Wehr / Unsplash

Eigentlich soll der Auspuff bald ins Museum. Die Beerdigung des Verbrenners ist amtlich, auch wenn die Politik gerade noch mal hektisch am Sauerstoffgerät fummelt, um das Ende ein wenig hinauszuzögern. Das E-Auto soll übernehmen, die saubere Zukunft auf vier Rädern. Doch während die einen noch über das Verbrenner-Aus streiten, merken die anderen, dass der Weg zur Steckdose eher einem Hindernislauf gleicht.

E-Auto kaufen? Lieber nicht

Da sind zum einen die Preise: E-Autos bleiben für viele ein Luxusgut für Eigenheimbesitzer mit Solardach. Ja, das E-Auto ist nur was für Reiche. Zum anderen wäre da die Ladeinfrastruktur, die in vielen Gegenden so selten ist wie ein pünktlicher Zug der Deutschen Bahn. Und schließlich die politische Wankelmütigkeit: Mal gibt es Prämien, mal werden sie über Nacht gestrichen. Das schafft kein Vertrauen, sondern Frust. In dieses Chaos platzt Stefan Schneck, Vertriebsleiter von AutoScout24 und ist sich sicher: Das ganze Gezerre um Verbote und Subventionen vernebelt nur den Blick auf das Wesentliche. Schneck glaubt sogar, dass das Aufweichen des Verbrenner-Verbots der E-Mobilität helfen könnte. Einfach, weil es den Druck aus der emotional aufgeladenen Debatte nimmt.

Zeit, loszulassen: Davon müssen sich Autofahrer jetzt verabschieden

Doch wer jetzt glaubt, Schneck würde zum fröhlichen E-Auto-Kauf raten, irrt gewaltig. Tatsächlich warnt er aktuell davor, sich einen Stromer als Eigentum in die Garage zu stellen. Der Grund ist simpel und schmerzhaft: der Wertverlust. Ein Elektroauto von heute ist wie ein Handy von vor zwei Jahren – technisch eigentlich schon überholt, bevor die Raten abbezahlt sind. „Wir sind noch nicht auf dem Reifegrad von Verbrennern nach 100 Jahren“, sagt Schneck. Fast monatlich gibt es Technologiesprünge. Wer heute kauft, trägt das volle Risiko, dass sein Wagen in drei Jahren auf dem Gebrauchtwagenmarkt so gefragt ist wie eine Schreibmaschine. Vor allem, weil die staatliche Förderung nur Neuwagen päppelt und den Gebrauchtmarkt links liegen lässt. Das drückt die Restwerte in den Keller.

Was der Experte empfiehlt

Schnecks Rat klingt daher eher nach Schadensbegrenzung als nach Aufbruchstimmung: Leasen statt kaufen. Warum? Weil man beim Leasing den Wertverlust nicht selbst auslöffeln muss. Man gibt die Kiste nach ein paar Jahren einfach zurück und lässt den Händler oder die Bank mit dem Restwert-Risiko allein. Im Grunde ist das E-Auto aktuell ein Experiment auf Zeit, kein Erbstück. Wer klug ist, schiebt die finanzielle Bombe weiter. Und wenn der Strom irgendwann billiger und die Infrastruktur da ist, stirbt der Verbrenner ganz von allein – ganz ohne Hilfe der Politik. Bis dahin gilt: Fahren ja, besitzen lieber nicht.

Bildquellen

  • E-Auto-Traum geplatzt: Käufer laufen davon: johannes hernandez / Unsplash
  • Auto-Experte warnt: Wer jetzt ein E-Auto kauft …: Cassiano K. Wehr / Unsplash

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Mitreden

9 KOMMENTARE

  1. Nutzerbild Andy

    Na ja, wenn ich vor der Entscheidung stehe mir ein Auto zu kaufen, dann doch lieber in die Zukunft investieren. Also lieber ein E-Auto als ein Verbrenner. Den werde ich in 5 Jahren immer schlechter verkauft bekommen und weniger Geld bekommen als für ein E-Auto.

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  2. Nutzerbild Silvio

    Restwert hat mich noch nie interessiert. Ich kaufe nur noch neu und EV . Verkauf wird so wie es sich ergibt. ich rechne nicht mit Restwerten . Autohändler interessiert das aber mir geht es am A vorbei . Haltedauer ist so angesetzt das ich das Auto so lange fahre bis der TÜV sagt ist nicht. Und die Technik ist ausgereift genug . was der da von Schrott sabelt weiß ich nicht. der Akku sollte er nicht mehr zum fahren taugen wird dann als Heimspeicher genutzt der Rest des Fahrzeugs kann recycelt werden ich sehe sas Problem nicht . Jedenfalls kommt mir kein Stinker mehr aufs Grundstück. Besuch darf auch draußen parken .

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    • Nutzerbild Frank

      Aber du bist schon selbst auf dem Grundstück?

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  3. Nutzerbild Peters

    Das ist nur die halbe Wahrheit ! E-Autos werden sich ständig weiter entwickeln. Wann sollte man am besten einsteigen ? Die Technik und die Hersteller werden schon dafür sorgen, dass man so oder so nach ca. 5 Jahren das Gefühl hat ein älteres Auto zu fahren. Egal wann man einsteigt in die E- Mobilität. Ich habe schon einige Autos geleast und jedes mal gab es das Böse erwachen bei der Rückgabe des Autos. Das verschweigen die meisten. Dann kommt dann eben nochmal eine Rechnung von 1500 – 2000 Euro ganz schnell zusammen wegen angeblicher Mängel oder optischen Schäden die über das Maß der „normalen“ Beschädigung hinaus gehen. Ich habe mir jetzt einen gebrauchten ID.7 mit sehr wenigen Kilometern für 14000 € unter Listenpreis gekauft. Der hat das Zeug mit mir zusammen die nächsten ca. 7 Jahre auszuhalten 🙂

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  4. Nutzerbild Martin

    Hier wird so getan, als ob die E-Autos die heutzutage herumfahren nicht praxistauglich seien. Das ist Quatsch. Wenn die Mehrheit mal begriffen hat, dass die 1000 km mit Pferdeanhänger am Stück Unsinn sind, werden sie gleichzeitig entdecken, dass es genug preiswerte Gebrauchtfahrzeuge gibt, die den Alltagsbedarf absolut ausreichend noch für Jahre decken können.

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  5. Nutzerbild sven

    Also ich bin am überlegen zwecks Benziner oder Elektro, wenn man es gut plant mit dem laden braucht man eigentlich keine solaranlage hat mein chef letztens gesagt(er hat selbst eins), fakt ist halt auch das ein Eauto viel weniger teile besitzt(kein oelfilter, keine zündkerzen usw) was die wartung auch billiger macht, wenn man jetzt in der stadt wohnt und das eauto nur zum einkaufen oder den arbeitsweg nutzt dann lohnt es sich schon. aber das muss halt jeder für sich selber entscheiden

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  6. Nutzerbild Aka

    Also Wertverlust hat ja der Experte Recht, wenn die Autos gefördert werden vom Staat ist auch richtig das die schneller ihren Wert verlieren. Bei leasing ist das ja Ok, und Gebraucht günstiger kaufen auch ok. Nur das Problem ist das E Autos für die Massen gebaut. Leider nein. Der eine eigene Solar und Wollbox hat ist im Vorteil.
    MDie Politik sollte nicht die Autos sondern den Strom Politisch Regularien. Natürlich sollten die Wallbox Aufsteller auch Geld verdienen, es fehlen Regelungen für Strom Preise. An jeder Wallbox müsste die aktuelle Preis wie an der Tanke stehen, und im Internet abrufbar in welcher Zeit günstiger ist. Aktuell ist es für mich überteuert.

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  7. Nutzerbild Leon M.

    Ich kaufe mein E-Auto neu. Wer glaubt denn ernsthaft, dass Banken oder Lasing Unternehmen den Kunden irgendwelche Risiken abnehmen? 😀 Das zahlt immer der Endkunde und niemand anderes. Ich sehe jetzt einen sehr guten Zeitpunkt zum Kauf. Es gibt noch genügend Kunden und damit Geld für meinen Verbrenner. Dazu die Förderprämie, Steuerbefreiung und thg Prämie. Momentan sind auch die Rabatte hoch. Das wird sich zunehmend ändern, wenn auch der letzte Bürger begriffen hat, wo die Reise definitiv hin geht. 🙂 Diese aktuellen Vorteile investiere ich lieber in Eigentum statt Leasing. Dem Restwert sehe ich positiv entgegen. Und wenn nicht, fahre ich halt noch zwei drei Jahre länger.

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  8. Nutzerbild Frank

    Die derzeit Prognostizierten niedrigen zukünftigen Testwerte sind ja in den Leasingraten eingepreist. Die Wertverluste zahlt also jeder Leasingkunde eines EAutos. Genau deshalb ist dies kein Argument für Leasing. Wir haben daher ein junges gebrauchtes EAuto mit entsprechend günstigem Kaufpreis erworben.

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