Disney+ schiebt sein Angebot in eine Richtung, die bisher andere besetzen. Der Konzern will im Sport sichtbarer werden und etablierten Anbietern Marktanteile abjagen. Denn Disney bringt die Sportmarke ESPN in 53 Ländern und Märkten in Europa sowie im Asien-Pazifik-Raum zu Disney+. Deutschland gehört dazu. Damit wächst die Präsenz von ESPN über Disney+ auf rund 100 Märkte weltweit. Das bedeutet eine beträchtliche Reichweite – auch für diejenigen, die Sportrechte vergeben.
Mehr Sport bei Disney+
Für uns in Deutschland heißt das vor allem eines: Sport bekommt bei Disney+ mehr Platz. ESPN erscheint künftig als eigener Bereich in der App. Ein eigenständiger neuer Dienst startet hier aber nicht. Disney baut vielmehr sein bestehendes Abo aus und verpasst dem Sportangebot ein klareres Label. Das kennen wir schon von Amazon Prime, wo es ebenfalls zunehmend Sport-Übertragungen gibt.
Was in Deutschland zum Start wirklich drin ist, bleibt offen. Disney spricht zwar von Live-Events, Studiosendungen, Filmen und weiteren Formaten. Das Angebot soll sich aber je nach Markt deutlich unterscheiden. Für Deutschland gibt es also zunächst keine klare Zusage für ein großes, einheitliches Rechtepaket. Aktuell sind auch alle Rechte vergeben, sodass ein kurzfristiger „Big Bang“ nicht zu erwarten ist.
Feststehen zum Start nur einige Inhalte, die Abonnenten sehen können. Dazu zählen die Doku-Reihe 30 for 30 und ESPN FC. Außerdem soll das Angebot im Lauf des nächsten Jahres stark wachsen. Der Konzern spricht von Tausenden Live-Events. Genannt werden unter anderem NBA und NHL ab der Saison 2026/27 sowie College-Sport, March Madness, College Football und weitere Formate. Ob all das auch in Deutschland vollständig ankommt, sagt Disney aber nicht. Die neue ESPN-Präsenz klingt größer, als sie zum Start vermutlich sein wird. Die Marke kommt sofort. Das komplette Sportpaket eher nicht. Nicht auszuschließen ist aber, dass ESPN bei künftigen Bundesliga-Rechten mitpokern wird.
Disney macht den Sport in der App sichtbarer
Ganz neu ist Sport bei Disney+ in Europa nicht. In Deutschland läuft bereits die Women’s Champions League beim Dienst. In anderen Ländern kommen weitere Rechte dazu, etwa LaLiga im Vereinigten Königreich und Irland oder mehrere Wettbewerbe in den nordischen Märkten. ESPN bündelt diese Strategie nun sichtbarer unter einer bekannten Sportmarke. Das ist auch ein Signal an Sky und DAZN. Noch ist Disney+ in Deutschland kein Vollangriff auf die beiden Anbieter. Dafür fehlt vorerst die Breite bei den Rechten. Der Schritt zeigt aber, wohin die Reise geht.
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