Bundesregierung schafft Nachtruhe ab: Das gilt jetzt

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Die Nachtruhe ist in Deutschland heilig. Ist nicht um 22 Uhr Ruhe im Biergarten um die Ecke oder in der Kneipe unterm Fenster, wird schon mal die Polizei gerufen. Doch jetzt weicht die Bundesregierung die Nachtruhe auf.
Ein Mann liegt verzweifelt in seinem Bett
Nachtruhe eingeschränkt: Bundesregierung gibt FreigabeBildquelle: Shutterstock: Andrey_Popov

Wenn im Sommer viele Fans zusammen die Fußball-WM schauen, wird es spät. Sehr spät. Die Bundesregierung lockert dafür den Lärmschutz. Für Anwohner heißt das: Die vertraute Grenze um 22 Uhr gilt bei manchen Veranstaltungen nicht mehr so eindeutig wie sonst. Zur Wahrheit gehört aber auch: Die Bundesregierung schafft die Nachtruhe nicht generell ab. Sie legt nur eine befristete Sonderregel für die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 vor. Und die gilt auch nicht pauschal und bundesweit.

So kann die Nachtruhe aufgehoben werden

Konkret geht es um Public-Viewing-Veranstaltungen. Wegen der Zeitverschiebung starten viele Spiele in Deutschland erst spät am Abend oder sogar nachts. Ohne Ausnahme würden viele Übertragungen im Freien ab 22 Uhr am üblichen Lärmschutz scheitern. Die Bundesregierung schreibt dazu: „Die generelle Regelung zum Lärmschutz greift grundsätzlich um 22 Uhr.“ Genau diese Grenze wird für die WM nun punktuell aufgeweicht. Das betrifft aber nicht automatisch jede Stadt und nicht jede Leinwand.

Die Bundesregierung betont selbst: „Es besteht jedoch kein Anspruch darauf, dass Public-Viewing-Veranstaltungen erlaubt werden.“ Das heißt für Dich: Ob es nachts wirklich lauter wird, entscheidet nicht Berlin allein. Zuständig sind Städte und Gemeinden. Sie prüfen jeden Antrag einzeln. Dabei zählt auch, wie nah ein Veranstaltungsort an Wohngebieten oder sensiblen Einrichtungen liegt.

Damit bleibt die Lage vor Ort unterschiedlich. In einer Stadt kann ein spätes Public Viewing erlaubt sein. In der Nachbarstadt kann derselbe Antrag scheitern. Von einer bundesweiten Freigabe für laute Nächte kann also keine Rede sein. Aber der Blick auf die Anstoßzeiten zeigt das Problem. Viele Spiele beginnen erst um 21 Uhr, 22 Uhr, 0 Uhr oder sogar 3 Uhr. Wer solche Partien gemeinsam draußen sehen will, kommt ohne Ausnahme kaum aus.

Warum die Ausnahme überhaupt kommt

Die WM läuft vom 11. Juni bis 19. Juli 2026. Gespielt wird in den USA, Kanada und Mexiko. Wegen der verschiedenen Zeitzonen fallen viele Anstoßzeiten hier in Deutschland in den späten Abend oder in die Nacht. Das betrifft sowohl die Vorrunde als auch die K.-o.-Runde. Insgesamt umfasst das Turnier 104 Spiele an 34 Tagen. Besonders relevant sind Partien mit deutscher Beteiligung. Dann steigt die Chance auf volle Plätze, viel Jubel und mehr Lärm in der Umgebung – zumindest, wenn das Turnier aus deutscher Sicht gut verläuft.

Die klare Regel ab 22 Uhr bleibt zwar im Gesetz verankert. Während der WM kann sie bei genehmigten Veranstaltungen aber durchbrochen werden. Ob das passiert, hängt vom Einzelfall ab. Neu ist das Prinzip nicht. Schon bei früheren großen Fußballturnieren gab es vergleichbare Sonderregeln. Neu ist dieses Mal vor allem die zeitliche Lage vieler Spiele. Genau deshalb dürfte das Thema in diesem Sommer mehr Menschen direkt betreffen.

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