Stell dir vor, Strom wäre kein starrer Posten mehr, sondern etwas, das sich deinem Alltag anpasst. Genau dieses Gefühl versucht IKEA gerade, in den Energiemarkt zu bringen. Nicht mit Schrauben und Inbusschlüssel, sondern mit einem Tarif namens Svea Strom, der Bewegung in Preise und Entscheidungen bringt. Was zunächst technisch klingt, zielt am Ende auf etwas sehr Alltägliches: mehr Kontrolle über das, was du jeden Monat bezahlst. Damit reiht sich der Möbelanbieter nun in die Reihe der Energieversorger, die einen dynamischen Stromtarif in Deutschland anbieten.
Ikea bietet dir mit Svea Strom Strompreise im Viertelstundentakt
Der Kern des neuen Angebots ist ein dynamischer Stromtarif. Anders als klassische Verträge mit festen Abschlägen orientiert sich der Preis am Börsenstrommarkt. Er ändert sich alle 15 Minuten. Viel Wind oder Sonne im Netz? Der Preis sinkt. Knappheit? Er steigt. Dadurch können Kunden dynamischer Strompreise gezielt von Preisfenstern mit niedrigen Kosten profitieren. Vereinzelt kommt es jedoch zu Preisspitzen, die vor allem während Dunkelflauten auftreten können.
Für dich heißt das: Strom wird planbarer, aber auch ehrlicher. Du siehst, wann Energie günstig ist und kannst reagieren. Waschmaschine, Geschirrspüler oder das Laden deines E-Bikes lassen sich gezielt in diese Zeitfenster schieben. Die Preise für den nächsten Tag stehen bereits am Vortag fest und sind per App abrufbar. Überraschungen sollen so ausbleiben.

Technik, die sich in deinen Alltag einfügt
Damit das funktioniert, braucht es Kostentransparenz und einen stetigen Datenaustausch. Ein intelligenter Stromzähler, ein sogenannter Smart Meter, erfasst deinen Verbrauch minutengenau. In Kombination mit einer App siehst du nicht nur, wie viel Strom du nutzt, sondern auch wann. Das fühlt sich ein bisschen an wie ein Fitness-Tracker für deinen Haushalt. Wer bisher keinen Smart Meter besitzt, kann ebenso aufhorchen. Denn wer Svea Strom bucht, kann sich einen kostenlosen Smart Meter direkt von Ikea einbauen lassen.
Der Clou: Du musst kein Energieprofi sein, um von den schwankenden Preisen zu profitieren. Die Technik soll dir Entscheidungen abnehmen, nicht neue Fragen aufwerfen. Wer möchte, kann Verbrauchsmuster automatisieren. Gerade in Haushalten mit höherem Strombedarf wächst so das Sparpotenzial spürbar. Mitglieder des Ikea Family und Business Netzwerks sparen zudem zusätzlich. Dank eines Rabatts von 15 Prozent auf die Grundgebühr zahlen sie monatlich lediglich 5,95 statt 6,99 Euro. Wer Ikea über 6 Monate die Treue hält, kann sich über einen 25 Euro Ikeagutschein für die nächsten Energiesparprodukte freuen. Dabei ist der Tarif selbst monatlich kündbar. Auf Wunsch lässt er sich zugleich mit der Anschaffung einer Wärmepumpe oder einer PV-Anlage inklusive Stromspeicher kombinieren. Denn Ikea bietet auch diese Optionen für dich schon länger zu möglichst günstigen Konditionen an.
Sparen mit Restrisiko – die Kehrseite der Freiheit
So verlockend flexible Preise auch sind, sie verlangen auch Mitdenken. Wenn du deinen Verbrauch nicht anpasst und Strom ausgerechnet dann nutzt, wenn er teuer ist, kann der Tarif unterm Strich mehr kosten als ein klassischer Fixpreisvertrag. Das ist kein versteckter Haken, sondern Teil des Prinzips. Dynamische Tarife belohnen Aufmerksamkeit. Sie bestrafen Bequemlichkeit nicht direkt, aber sie verzeihen sie auch nicht. Wer Kontrolle will, muss sie nutzen. Dabei muss diese Kontrolle nicht zwingend durch eine manuelle Steuerung erfolgen. Viele Energiemanagementsysteme können heute automatisch mit Schnittstellen dynamischer Strompreise kommunizieren. So kannst du bestimmte Geräte genau dann laufen lassen, wenn die Preise am günstigsten ausfallen. Vor allem bei großen Stromverbrauchern wie Wärmepumpen oder E-Autos kannst du über dynamische Strompreise kräftig Geld einsparen.
Warum Ikea mit diesem Schritt den Markt unter Druck setzt
Dass ein Möbelkonzern in den Energiemarkt einsteigt, ist mehr als eine Randnotiz. Es ist ein Signal. Der Zugang zu Börsenpreisen war lange Großabnehmern vorbehalten. Jetzt rückt er in den Alltag von Mietern, Singles und Familien. Damit geraten etablierte Versorger unter Zugzwang. Transparenz, Flexibilität und digitale Steuerung werden plötzlich zum Maßstab. Strom fühlt sich weniger nach fremder Verwaltung und mehr nach Produkt an. Eines, das du aktiv beeinflussen kannst.
Der neue Ansatz zeigt, wohin sich der Strommarkt bewegt: weg vom Pauschalpreis, hin zu echter Wahlfreiheit. Ob sich das für dich lohnt, hängt weniger vom Tarif ab als von deinem Verhalten. Wenn du bereit bist, deinen Verbrauch bewusster zu steuern, kann sich hier eine echte Chance auftun. Und wenn nicht? Dann bleibt Strom eben das, was er lange war. Aber allein die Tatsache, dass du jetzt eine Wahl hast, verändert das Spiel. Denn die Zeiten, in denen Energieversorger mit deinen Strompreiszahlungen starre Gewinne einfahren konnten, sind damit vorüber.
