Verbraucherzentrale warnt: Jetzt noch Förderung sichern, bevor sie ausläuft

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Noch profitieren viele Haushalte von ungewöhnlich großzügigen staatlichen Zuschüssen. Doch politische Entscheidungen könnten die Spielregeln schon bald neu schreiben. Wer jetzt nicht genau hinschaut, verpasst womöglich eine einmalige Chance.
Verbraucherzentrale warnt - Diese Förderung könnte sich bald radikal ändern
Verbraucherzentrale warnt - Diese Förderung könnte sich bald radikal ändernBildquelle: KI-generiert

Der Gedanke ist verführerisch: alte Heizung raus, moderne Technik rein und der Staat zahlt einen großen Teil. Genau hier setzt die Warnung der Verbraucherzentrale Brandenburg an. Denn während die Förderung aktuell so attraktiv ist wie selten zuvor, kündigt sich politisch Bewegung an. Und die könnte dafür sorgen, dass heutige Vorteile der Heizungsförderung morgen Geschichte sind.

Warum die Heizungsförderung gerade jetzt so attraktiv ist

Aktuell bekommst du für den Einbau einer klimafreundlichen Heizung auf Basis erneuerbarer Energien eine Grundförderung von 30 Prozent. Das ist bereits ordentlich. Richtig spannend wird es durch die zusätzlich möglichen Boni: Wenn du eine besonders alte fossile Heizung ersetzt oder zu einem einkommensschwächeren Haushalt gehörst, kann die Förderung auf bis zu 70 Prozent steigen.

Die Rechnung ist schnell gemacht: Bei förderfähigen Kosten von bis zu 30.000 Euro übernimmt der Staat im Bestfall 21.000 Euro. Das ist kein Taschengeld, sondern ein echter Hebel, um Investitionen möglich zu machen, die sonst vielleicht aufgeschoben würden. Genau deshalb rät die Verbraucherzentrale: Wenn der Heizungstausch ohnehin geplant ist, solltest du die Antragstellung nicht unnötig verzögern. Denn diese Zahlen gelten nicht garantiert für die Zukunft.

Im Übrigen gilt die Grenze der förderfähigen Kosten von 30.000 Euro dabei nur für eine Wohneinheit. Hat dein Gebäude mehr als eine Wohneinheit, etwa weil es ein Zweifamilienhaus ist, steigt die Summe der förderfähigen Kosten um 15.000 Euro für jede weitere Wohneinheit. Dadurch kann sich vor allem bei Gebäude mit mehreren Wohneinheiten die Investition mit der Heizungsförderung jetzt besonders lohnen.

Das Gebäudeenergiegesetz steht vor dem Umbau

Der Grund für die Warnung liegt im angekündigten Umbau des Gebäudeenergiegesetzes, kurz GEG. Die Bundesregierung plant eine Reform, die spätestens ab Ende Mai 2026 greifen könnte. Neben inhaltlichen Anpassungen ist auch eine Neuausrichtung der Förderprogramme möglich. Was bisher feststeht: Bis zur Reform gilt die aktuelle Förderstruktur weiter. Was sich danach ändert, ist offen. Selbst der neue Name, künftig soll vom „Gebäudemodernisierungsgesetz“ die Rede sein, zeigt, dass der Fokus verschoben werden könnte.

Ob das zu besseren oder schlechteren Bedingungen führt, weiß derzeit niemand. Bezuschusst der Staat mehr Maßnahmen, könnte es günstige Rahmenbedingungen für andere Sanierungsfortschritte bei Wohngebäuden geben. Umgekehrt würden mehr Maßnahmen jedoch nicht automatisch mehr Fördermittel bedeuten. Es besteht somit ein gewisses Risiko für eine Umverteilung der vorhandenen Gelder. Wie viel zur Unterstützung einer neuen Heizungsanlage dann noch vom Staat gezahlt wird, ist ebenso offen.

Warum „Heizung schnell tauschen“ trotzdem keine gute Idee ist

So verlockend hohe Zuschüsse sind: Die Verbraucherzentrale warnt ausdrücklich vor einem übereilten Heizungstausch. Denn eine neue Heizung in einem schlecht sanierten Gebäude ist wie ein Sportwagen auf Kopfsteinpflaster – teuer und ineffizient. Ohne ausreichende Dämmung oder passende Heizflächen steigen nicht nur die Anschaffungskosten, sondern auch die laufenden Ausgaben. Selbst großzügige Förderprogramme können diese Mehrkosten langfristig nicht auffangen. Ein Heizungstausch sollte deshalb Teil eines durchdachten Sanierungskonzepts sein, nicht dessen Ersatz. Umgekehrt eignen sich Wärmepumpen häufig schon bei mehr Gebäuden, als man auf den ersten Blick denkt. Insbesondere, wenn du dein Energiesystem gut individuell auf deine Immobilie abstimmst. Ein auf Wärmepumpen spezialisiertes Unternehmen kann dir dabei helfen, Kosten und Nutzen für dein Objekt besser einzuschätzen. Du musst dich jedoch für eine Beratung nicht zwingend an einen Handwerker wenden.

Warum „Heizung schnell tauschen“ trotzdem keine gute Idee ist
Warum „Heizung schnell tauschen“ trotzdem keine gute Idee ist

Energieberatung als Kompass im Förder-Dschungel

Genau hier kommt die Energieberatung der Verbraucherzentrale ins Spiel. Sie hilft dir, die richtige Reihenfolge zu finden, Technik sinnvoll auszuwählen und Fördermittel realistisch einzuschätzen. Oft zeigt sich erst in der Beratung, ob eine Wärmepumpe sofort Sinn ergibt oder ob erst andere Maßnahmen Priorität haben sollten. Unterm Strich gilt: Die Förderung ist aktuell außergewöhnlich hoch, doch ihre Zukunft ungewiss. Wenn du planst, handle informiert, nicht hektisch. Denn zwischen „jetzt noch nutzen“ und „später bereuen“ liegt oft nur eine gute Entscheidung.

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