Das Angebot bei Aldi Süd wird wieder reduziert. Nachdem der Discounter zuletzt mehr Marken und Produkte ins Sortiment aufgenommen hatte, distanziert er sich nun wieder vom „Wir haben alles im Angebot“-Anspruch eines Supermarktes. Insgesamt sollen 50 Produkte aus dem Molkerei-, Wurst- und Käse-Segment verschwinden. Einige davon sind schon jetzt nicht mehr bei Aldi zu finden, dafür aber bei der Konkurrenz.
Aldi Süd: Diese Produkte fliegen aus dem Sortiment
Aldi Süd führt insgesamt 1.800 verschiedene Käse-, Wurst- und Molkerei-Waren. Doch schon bald sind es nur noch 1.750. Denn 50 Artikel sollen pro Region (Aldi Süd hat 24 davon) aus dem Sortiment gestrichen werden. Berichte darüber liegen aktuell lediglich der „Lebensmittelzeitung“ vor. Auf eigene Nachfrage wollte der Discounter diese nicht bestätigen.
Betroffen von der Streichung sind regionale Artikel, aber auch Eigenmarken. So gibt es etwa keine Käsespezialitäten in den Weidenkörbchen mehr und auch Markenartikel von Ehrmann, Zott und Rana („Grand Dessert“, „Sahne Joghurt“ und Co.) führt Aldi nicht länger im Sortiment. Diese Produkte gibt es nur noch als Aktionsware zu kaufen. Aber auch regionale Marken wie Schwälbchen, Frankenland oder Schwarzwaldmilch fliegen raus.
Hier gibt es noch Schwälbchen und Schwarzwaldmilch
Leider war es uns nicht möglich, die genauen Produkte, die fehlen, herauszufinden. Auch wollte sich Aldi Süd dazu nicht äußern. Doch zumindest wer gerne Milch, Quark und Co. von Schwälbchen und Schwarzwaldmilch bezieht, muss nicht verzagen. Diese gibt es weiterhin bei der Konkurrenz zu kaufen, zum Beispiel bei Rewe, Edeka, Kaufland oder auch Globus.
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Rewe führt etwa Milch, Quark, Kefir und andere Produkte von Schwälbchen, genauso wie verschiedenste Milchsorten (auch laktosefrei) oder auch Trinkmalzeiten von Schwarzwaldmilch. Deren Protein-Milch gibt es auch bei Edeka oder Kaufland. Und Globus hat sogar laktosefreien Joghurt im ständigen Angebot oder auch Spezialitäten wie die „Grüne Soße“ und den Spundekäse von Schwälbchen. Eine Alternative wäre sonst noch Metro oder Flink.
Für Produkte von Frankenland konnten wir nach längerer Recherche allerdings keine Alternativen finden. Neben Aldi Süd waren diese auch bei Globus oder Rewe gelistet, jedoch nicht länger verfügbar.
Die Strategie von Aldi Süd
Bleibt nur die Frage, was Aldi Süd mit der Reduktion des Sortiments strategisch verfolgt. Laut „LZ“ geht es dem Discounter um den Aufbau eines bundesweit einheitlichen Angebots, das sich so auch leichter zentral steuern lasse. Zudem könnten mit dem Wegfall einiger Produkte und Marken auch Kosten gesenkt werden. Experten unterstreichen vor allem den Kostenfaktor. Bei einem Discounter wie Aldi Süd, der viel auf Aktionsware setzt, sei ein dauerhafter Platz im Regal weniger lukrativ.
Auf Nachfrage von „Inside Digital“ sagt das Unternehmen lediglich: „Aldi Süd entwickelt sein Sortiment kontinuierlich weiter. Wir bitten um Verständnis, dass wir uns aus Wettbewerbsgründen darüber hinaus nicht äußern.“
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Grundsätzlich scheint dem Discounter vor allem an einer Kostenreduktion gelegen zu sein. Zuletzt strich der Mülheimer Standort bereits 500 Stellen in der Buchhaltung, Personalabteilung und beim Einkauf. Nun sind weitere 1.000 Stellen in der IT dran, beim Tochterunternehmen Aldi DX. Die Arbeit wird teilweise an die indische Tata Group outgesourct. Der Discounter verfolgt also einen Sparplan, der sowohl auf die Kosten der Kunden als auch der Mitarbeiter geht.
