Aldi ist mehr als ein Discounter, er ist zwei: Aldi Süd und Nord. Beide Unternehmen wurden nach dem 2. Weltkrieg bis zu deren Tod von den Gebrüdern Theo (†2010) und Karl (†2014) Albrecht geführt. Ihre Nachkommen zählen zu den reichsten Personen in Deutschland. Heute befindet sich das Discounter-Duo im Besitz von Familienstiftungen der Gründerfamilien, es bleibt also weiterhin familiär verbunden. Neben einer eigenen Marke für Technik (Medion) bietet Aldi auch den Telefon-Tarif Aldi Talk, Reisen und weitere Services und Eigenmarken an. Der gemeinsame Onlineshop wurde allerdings 2025 geschlossen. So weit, so bekannt. Doch haben wir einige skurrile Fakten über den Lebensmittel-Riesen herausgefunden, die du sicher noch nicht kennst.
Von Entführungen, Namensrecht und verpassten Gelegenheiten
Über die Entstehungsgeschichte von Aldi ist deutlich mehr bekannt als über die Söhne von Gründer Karl Albrecht Senior. Theo und Karl Albrecht Junior führten ein Leben abseits der Öffentlichkeit – vor allem aufgrund eines tragischen Ereignisses im Jahre 1971, doch dazu später mehr. Wir beginnen mit Nummer 1 der 13 skurrilsten über Aldi.
1. Das Aldi-Imperium begann als Bäckerei
Alles fing am 10. April 1913 als Bäckerei in Essen (NRW) an. Schon ein Jahr später eröffneten Bäckergeselle Karl Albrecht und seine Frau Anna den ersten Lebensmittelladen im Stadtteil Schonnebeck. Fünf Jahre später wurde das Geschäft vergrößert. Von da an ging es steil bergauf. Heute gibt es circa 14.000 Filialen in 18 Ländern.
2. Dafür steht der Name „Aldi“
Die ersten beiden Buchstaben „A“ und „L“ sind ein Akronym der Gründerfamilie Albrecht, das „D“ und „I“ stehen für Discounter. Vor Aldi hieß das Unternehmen zunächst Albrecht KG und später Albrecht Diskont, was dann zu Aldi abgekürzt wurde.
>>> Aldi schließt keine Filialen: Das hat der Discounter in Wirklichkeit vor <<<
3. Warum Aldi in Österreich Hofer heißt
Als Aldi Süd 1968 die österreichische Lebensmittelkette Hofer aufkaufte, behielten die rund 30 Filialen dort ihren angestammten Namen. Grund dafür war eine Konkurrenz-Firma, Adel Lebensmittel, die bereits die Rechte für den Namen Aldi innehatte.
4. Die Entführung des älteren Albrecht-Bruders
Nun kommen wir zu einem der wohl aufregensten Vorfälle in der Aldi-Geschichte. 1971 wurde Theo Albrecht von einem verschuldeten Rechtsanwalt entführt. Seine Familie zahlte damals 7 Millionen Deutsche Mark (DM). Nach gut zwei Wochen wurde der ältere Albrecht-Bruder freigelassen. Die Entführung war derart traumatisch, dass sich beide Brüder danach immer weiter aus der Öffentlichkeit zurückzogen.
5. Diese Aldi-Ketten hast du nie kennengelernt
Hättest du es gewusst? In den 1960er Jahren versuchten sich die Aldi-Gründer Karl und Theo Albrecht unter anderem im Herrenoberbekleidungsgeschäft unter dem Markenamen „Nolte“. 1982 bis 1985 gab es sogar eine Fast-Food-Kette unter dem Namen „Bill Collins“, die den Albrecht-Brüdern gehörte. Doch beide Unternehmungen wurden von wenig Erfolg gekrönt, so „klamm.de“.
Irres Gerücht zur Trennung von Aldi Nord und Aldi Süd
Jetzt kommen wir zum wohl größten Umbruch in der Aldi-Geschichte: der Aufteilung in Süd und Nord. Der Grund dafür klingt irre banal.
6. Aldi Süd und Nord gibt es nur wegen Zigaretten
Tatsächlich kursiert das Gerücht, dass sich die Gebrüder Albrecht Anfang der 60er zerstritten haben sollen. Grund dafür sei Theo Albrechts Wunsch gewesen, Tabakwaren ins Sortiment des Discounters aufzunehmen. Die ZDF-Dokumentation „Die Aldi Story“ von 2014 greift diese Legende auf. Fakt ist: 1961 gründete Karl Albrecht Aldi Süd und das bereits bestehende Zentrallager in Mülheim-Dümpten wurde zum Unternehmenssitz. Aber erst seit 2003 verkauft die Discounter-Schwester auch Tabakwaren.
7. Die erste Aldi-Nord-Filiale entstand in einer Scheune
Tatsächlich wurde die erste Aldi-Nord-Filiale in einer leer stehenden Scheune in Kyritz an der Knatter, Brandenburg, gebaut. 1990 eröffnete sie auch als erste Aldi-Filiale in Ostdeutschland.
8. Die A45 als Aldi-Äquator
Die Autobahn A45 liegt tatsächlich ziemlich genau über dem sogenannte Aldi-Äquator. Der definiert die Grenze zwischen den Einzugsgebieten der beiden Unternehmensschwestern. Südlich davon gibt es Aldi-Süd-Filialen, nördlich davon Aldi Nord.
>>> Lidl: Diese bekannten Marken stecken hinter dem Werkzeug von Parkside <<<
9. In diesen Städten gibt es sowohl Süd- als auch Nord-Filialen
Ganz nah am Aldi-Äquator liegen zwei Städte: Gummersbach und Siegen. Hier gibt es sowohl Süd- als auch Nord-Filialen, da die Städte in beiden Einzugsgebieten liegen.
Weitere wilde Fakten rund um Aldi
Hier sind noch ein paar geschichtliche, aktuelle und kuriose Fakten über den Discounter-Riesen, mit denen du bei der nächsten Party angeben kannst.
10. Der Aldi-Teppich
Ein Phänomen gegen Diebstahl: der Aldi-Teppich. Doch was ist das genau? Im Eingangsbereich vieler Filialen gibt es einen grauen Teppich mit Rillen. Diese können die im Einkaufswagen integrierte Wegfahrsperre entriegeln. Zwischen dem Discountergelände und dem angrenzenden Gehweg befinden sich dann noch einmal Magnetstreifen im Boden. Diese aktivieren anschließend die Wegfahrsperre und die Reifen am Wagen blockieren. So soll der Diebstahl der Einkaufswagen verhindert werden.
11. Aldi Süd röstet seinen eigenen Kaffee
Im Gegensatz zu Aldi Nord röstet Aldi Süd den Kaffee seiner Eigenmarke Barissimo tatsächlich selbst. Funfact: Aldi befindet sich seit einiger Zeit im Rechtsstreit mit Tchibo aufgrund seiner niedrigen Preisgestaltung, die den Wettbewerb beeinträchtigt.
12. Größter Weinhändler Deutschlands
Ählnich überraschen dürfte dich die Tatsache, dass Aldi in Detuschland der größte Weinhändler ist.
13. Der erste Aldi-Computer wurde bereits in den 80ern verkauft
Tatäschlich war der erste Computer, den Aldi in seinen Geschäften anbot, der Aldi-C16 im Jahr 1986 für 149 DM. Mit Monitor kam 1995 dann der erste PC für bereits 1.979 DM und 1999 dann der erste mit Internetzugang für ebenfalls knapp 2.000 DM. Herstellerfirma war hier natürlich keine andere als Medion, die auch heute noch fest verankert ist im Aldi-Universum.
