Die HTC-U-Familie im Vergleich

8 Minuten
Während das HTC U11 erst am 01. Juni auf den deutschen Markt gelangen wird, können die beiden Modelle U Play und U Ultra bereits seit einigen Monaten erworben werden. Dementsprechend hat sich auch der Preis der Geräte bereits teilweise deutlich verringert. Ob das neue Flaggschiff den zusätzlichen Geld-Aufwand wert ist, zeigt der Vergleich von inside-digital.de.
HTC U11, HTC U Ultra, HTC U Play
Bildquelle: Artem Sandler / inside-digital.de

Betriebssystem

Zeitlich gesehen liegen zwischen dem deutschen Marktstart der zweieiigen Zwillinge HTC U Play sowie HTC U Ultra und dem neuen Flaggschiff HTC U11 lediglich drei Monate. Zudem sind alle drei Smartphones High-End-Geräte und wurden vom selben Elektronikhersteller gefertigt. Dennoch gibt es Abstufungen in Sachen Betriebssystem: Die „unterste Schublade“, das HTC U Play erscheint ab Werk noch mit Android 6.0, das HTC U Ultra erscheind mit Android 7.0 und das Flaggschiff HTC U11 kommt mit der Weiterentwicklung Android 7.1.1 auf den Markt. Bedenkt man jedoch den Zeitunterschied zwischen den Modellen, dürfte es nahezu sicher sein, dass alle drei Geräte während ihrer Lebensspanne stets die gleiche Betriebssystem-Version per Update erhalten werden. Dies betrifft auch die jeweils installierte Oberfläche HTC Sense. Beim U Play gibt es noch Ungereimtheiten: Der MediaTek-Prozessor Helio-P10 kämpft mit Kompatibilitätsproblemen mit der neuen Google-Oberfläche.

Design

Alle Geräte der HTC-U-Reihe bieten ein ähnliches Aussehen. Sowohl der ovale Home-Button / Fingerabdrucksensor als auch die Position der mechanischen Tasten und der Kamera unterscheiden sich nur minimal. Größentechnisch stellen die drei Oberklasse-Geräte hingegen einen bunt zusammengewürfelten Haufen dar. Während das kleinste Modell, das HTC U Play, eine Höhe von lediglich 146 Millimetern und eine Breite von knapp 73 Millimetern vorweisen kann, bietet der große Zwilling, HTC U Ultra, 162,4 Millimeter (Höhe) und 79,8 Millimeter (Breite). Das aktuelle Flaggschiff, HTC U11, stellt dabei mit einer Höhe von 154 Millimetern und einer Breite von 76 Millimetern die goldene Mitte dar.

Was die unterschiedlichen Farbvarianten angeht, kann nur das U11 die Bunt-Metapher weiterführen. Dieses ist nämlich in den Farben Schwarz, Weiß, Silber, Rot sowie Blau erhältlich und kann damit beinahe jeden Geschmack abdecken. Das verspielte U Play zeigt sich in puncto Gehäusefarbe eher langweilig und ergänzt die „Farben“ schwarz und Weiß lediglich um eine blaue Variante. Wer jeoch das große U Play bevorzugt, muss sich mit einer recht überschaubaren Farbauswahl (Schwarz und Blau) zufrieden geben.

Display

Die Displays der drei HTC-Geschwister richten sich nach Schrödingers Katze und sind gleichzeitig sowohl sehr unterschiedlich als auch vollkommen gleich. So setzte der Hersteller bei der verbauten Technologie jeweils auf die Super-LCD-Technik im Format 16:9 und einen Gorilla-Glas-Schutz. Die Auflösung, Display-Diagonale und Pixeldichte sind hingegen durchwegs unterschiedlich. Während das U Play getreu seiner Küken-Rolle in der HTC-U-Familie lediglich ein Full-HD-Display mit 5,2 Zoll und einer Pixeldichte von 424 ppi vorweisen kann, bietet das neue U11 ein QHD-Panel mit 5,5 Zoll und 534 ppi. Beim U Ultra verbaut der taiwanische Hersteller ebenfalls ein QHD-Display, das jedoch mit 5,7 Zoll nochmal etwas größer ist und somit eine geringere Punktdichte bietet – 515 ppi.

Leistung

Im Bereich Leistung unterscheiden sich zwar alle drei Geräte deutlich voneinander, das HTC U Play distanziert sich hier allerdings in besonderem Maße. Während die beiden anderen Smartphones jeweils einen Snapdragon-Prozessor von Qualcomm bieten, verbaut HTC beim U Play einen MediaTek-Helio-P10-Motor mit 8 Kernen, einer Taktfrequenz von bis zu 2 GHz und 3-GB-Arbeitsspeicher. Damit ist das Gerät etwas schwächer, als die teureren Modelle. So bietet das U Ultra mit dem Snapdragon 821 einen der Top-Prozessoren aus dem Jahr 2016. Dieser wurde allerdings mit lediglich vier Kernen ausgestattet, kann dafür jedoch eine Taktfrequenz von bis zu 2.15 GHz und 4 GB RAM vorweisen. Der wirkliche Überflieger im Leistungs-Vergleich ist jedoch das neue HTC U11. Hier verbaut der Hersteller nicht nur den aktuellen Flaggschiff-Prozessor von Qualcomm, den Snapdragon 835 und stattet das Smartphone mit 8 Kernen, einer Frequenz von 2,45 GHz und 4-GB-Arbeitsspeicher aus. Damit gehört das Gerät zur derzeitigen Leistungs-Elite auf dem Mobilfunk-Markt.

Kamera

Auch bei der Hauptkamera zeigt das U Play als Außenseiter und präsentiert mit 15,8 Pixeln eine größere Auflösung als seine HTC-Gegenspieler. Diese bieten jeweils eine Auflösung von 12,2 Pixeln. Hier muss allerdings beachtet werden, dass die beiden anderen Modelle deutlich größere Pixel vorweisen als das U Play und somit bei schlechten Lichtverhältnissen bessere Fotos mit weniger Rauschen anfertigen werden. Darüber hinaus ist die Videoauflösung des günstigeren Modells mit 2,1 Megapixeln geringer als die Werte der teureren Varianten – jeweils 8,3 Megapixel. Wer gerne und oft Videos aufzeichnet, sollte hier somit mehr Geld investieren.

Auch die Blendenzahl verbessert sich entsprechend dem steigenden Preis. So bietet das günstigere U Play hier einen Wert von f/2.0, während das teurere U Ultra eine f/1.8- und das U11 sogar eine f/1.7-Blende vorweisen kann – die Blendenöffnung ist dabei größer, je kleiner die Zahl ist. Bei der Auflösung der Frontkamera macht der Hersteller hingegen keinen Unterschied und verleiht allen drei Smartphons jeweils 15,8 Megapixel.

LTE und WLAN

Alle drei HTC-Geschwister unterstützen unter anderem die in Deutschland verwendeten LTE-Frequenzbänder 1, 3, 7 und 20. Damit sind die Smartphones aus technischer Sicht allesamt gut für einen flächendeckenden LTE-Empfang gerüstet. Die dazugehörigen Geschwindigkeiten weisen allerdings teilweise sehr große Unterschiede auf. Während das U Play und das U Ultra ein Upload-Tempo von 50 Mbit/s bieten, ist die Geschwindigkeit des HTC U11 mit 75 Mbit/s deutlich höher. Noch stärker unterscheiden sich die Download-Zahlen voneinander: HTC U Play 300 Mbit/s, HTC U Ultra 600 Mbit/s und HTC U11 1.000 Mbit/s.

  HTC U11 HTC U Ultra HTC U Play
 
HTC U11
Bildquelle: HTC
HTC U Ultra
Bildquelle: HTC
HTC U Play
Bildquelle: HTC
Display 5,5 Zoll IPS, 1.440 × 2.560 Pixel 5,7 Zoll IPS, 1.440 × 2.560 Pixel 5,2 Zoll IPS, 1.080 × 1.920 Pixel
Android-Version 7.1 Nougat / HTC Sense 7.0 Nougat / HTC Sense 6.0 Marshmallow / HTC Sense
Prozessor Qualcomm Snapdragon 835
Octa-Core / 2,45 GHz
Qualcomm Snapdragon 821
Quad-Core / 2,15 GHz
MediaTek Helio P10
Octa-Core / 2,00 GHz
RAM 4 GB 4 GB 3 GB
interner Speicher 64 GB 64 GB 32 GB
MicroSD ja (2 TB) ja (2 TB) ja (2 TB)
Kamera hinten / vorne 12 MP (f/1.7) / 16 MP (f/2.0) 12 MP (f/1.8) / 16 MP (f/2.0) 16 MP (f/2.0) / 16 MP (f/2.0)
Fingerabdrucksensor ja (front) ja (front) ja (front)
Akku 3.000 mAh 3.000 mAh 2.500 mAh
USB-Port USB Typ C (3.1) USB Typ C (3.1) USB Typ C (2.0)
IP-Zertifizierung IP67 (Untertauchen)
LTE Cat 15 (800/75) Cat 11 (600/50) Cat 6 (300/50)
Abmessungen (mm)

153,9 x 75,9 x 7,9 mm
169 g

162,4 x 79,8 x 8,0 mm
170 g
146,0 x 72,9 x 8,0 mm
145 g
Farben Schwarz, Weiß, Blau, Silber, Rot Schwarz, Weiß, Blau, Pink Schwarz, Weiß, Blau, Pink
Einführungspreis 749 EUR 749 EUR 449 EUR
Aktueller Marktpreis

715 EUR

490 EUR 285 EUR

Speicherplatz

In puncto Speicherkapazität zeigt sich abermals, dass Qualität beziehungsweise Hardware-Leistung ihren Preis hat. So stehen dem Nutzer beim HTC U Play lediglich 32 GB zur Verfügung, während die anderen Modelle mit 64 GB eine doppelt so hohe Kapazität vorweisen können. Zwar werden die 32 GB für die meisten Nutzer ausreichend sein, hierbei muss allerdings beachtet werden, dass auch das Betriebssystem einen Teil des Speichers in Anspruch nimmt; bei den älteren U-Smartphones sind es jeweils ungefähr 10 GB.

Weiterhin hat auch die Möglichkeit die Speicherkapazität per Micro-SD-Karte zu erweitern gewissen Einschränkungen. So ist diese Variante zwar bei allen drei Handys gegeben (bis zu 2 Terabyte), allerdings müssen sich Nutzer des HTC U11 hier, aufgrund eines Hybrid-Fachs, zwischen einer zweiten SIM-Karte und einer Micro-SD-Karte entscheiden.

IP-Zertifizierung

Was den Staub- und Wasserschutzgrad angeht, ist das HTC U11 mit einer IP67-Zertifizierung der klare Sieger. Zwar bieten viele andere Hersteller  mit IP68 einen höheren Schutzgrad an; da die beiden anderen HTC-Geräte jedoch gar keine IP-Zertifizierung vorweisen können, können sie dem U11 den wohlverdienten ersten Platz in dieser Kategorie auch nicht streitig machen.

Preis

Während das HTC U Ultra und U11 beides High-End-Geräte sind, findet sich das U Play in der Mittelklasse wieder. Das zeigt auch die unverbindliche Preisempfehlung, die beim U Play ursprünglich 449 Euro und bei den beiden anderen Geräten jeweils 749 Euro betrug. Seither sind allerdings schon einige Monate vergangen, sodass sich die Preise nochmal stark geändert haben. Das U Play hat dabei den größten Preissturz durchgemacht und ist aktuell sogar unter die 300-Euro-Preisgrenze gerutscht. Das U Ultra kostet hingegen selbst jetzt im günstigsten Fall 553 Euro und beim HTC U11 entspricht die unverbindliche Preisempfehlung dem aktuellen Kostenpunkt – das Smartphone erscheint erst am 01. Juni auf dem deutschen Markt.

Fazit

Betrachtet man die drei Geräte unabhängig vom Preis, ist das HTC U11 der, wenngleich nicht allzu klare, Favorit. Es bietet einen stärkeren Prozessor, eine Dual-SIM-Funktion, eine längere Akku-Laufzeit und eine IP-Zertifizierung. Das HTC U Ultra erreicht ähnliche Werte, ist dem U11 allerdings bei der preislichen Attraktivität überlegen und stellt somit aktuell die bessere Variante dar. Schlussendlich muss sich hier der Nutzer jeweils selbst entscheiden, ob er weitere 200 Euro für die „Zusatzextras“ ausgeben möchte. Das U Play ist hingegen deutlich schwächer, aber auch deutlich günstiger als seine Kontrahenten. Wer also das nötige Kleingeld hat sollte besser zu einem der teureren Modelle greifen; für diejenigen mit einem kleineren Portemonnaie stellt das HTC U Play allerdings eine gute Alternative dar.

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