4,17 Euro pro Paket: Paketdienst will jetzt Geld vom Empfänger

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Wer ein Paket erwartet, erwartet, dass es kostenlos zugestellt wird. Schließlich hat der Absender schon bezahlt. Doch das ändert sich jetzt: Ein Paketdienst will 4,17 Euro pro Paket, obwohl du ihm eigentlich bei der Zustellung helfen willst.
Lieferdienst verkündet aus: Keine Pakete mehr (Symbolbild)
Paket am Wunschtermin: UPS will dafür 4,17 EuroBildquelle: ha11ok / Pixabay

Nicht immer passt der Tag, an dem ein Paket zugestellt werden soll. Und bevor es bei den Nachbarn oder im Paketshop landet und der Zusteller auf dem Land unnötig Kilometer fährt, ändern viele Empfänger inzwischen den geplanten Zustelltag bei Paketen. Eine Win-win-Situation. Du bist zu Hause, kannst das Paket entgegennehmen, und der Zusteller muss nicht nach einer Alternative suchen oder das Paket wieder mitnehmen. Genau dafür gibt es Wunschoptionen in den Apps der Paketdienste. Jetzt ändert ein Anbieter bei genau diesen Extras den Kurs und verlangt Geld dafür.

Was jetzt bei UPS Geld kostet – und was nicht

UPS verlangt in Deutschland erstmals Gebühren direkt von Empfängern, wenn diese bestimmte Wunschzustellungen nutzen. Konkret geht es um Änderungen, die viele bisher als Service „on top“ verstanden haben: das Lieferdatum verschieben oder die Zustelladresse anpassen. Das berichtet paketda.de.

Kostenpflichtig sind demnach bei UPS über den MyChoice-Service ab sofort:

  • Änderung des Lieferdatums
  • Änderung der Zustelladresse

In der UPS-App tauchen zunächst 3,50 Euro auf. Entscheidend ist aber der Endpreis inklusive Umsatzsteuer: 4,17 Euro pro Paket. Warum UPS zunächst einen Netto-Preis angibt, ist unklar. Bei Endkunden ist stets der Bruttopreis zu nennen. Möglich ist aber, dass es sich in dem von Paketda beschriebenen Fall um einen Geschäftskunden handelt. Immerhin: Laut den Angaben wird die Gebühr nur fällig, wenn UPS die gewünschte Änderung tatsächlich umsetzt. Wird ein gebuchter Wunschtag beispielsweise nicht beachtet, soll keine Abbuchung erfolgen. Kostenlos bleiben weiterhin Optionen, die eher dem „Zustellung irgendwie möglich machen“ dienen: Zustellung an Nachbarn, Abstellerlaubnis sowie die Umleitung an einen UPS Access Point (Paketshop oder Paketstation). Eine Umleitung an eine andere Adresse – etwa das Büro – kostet wie erwähnt. Unklar ist aktuell, ob es sich bei dem von Paketda.de genannten Verfahren um einen Test handelt oder ob direkt alle Pakete in Deutschland betroffen sind.

Warum das für dich im Alltag mehr bedeutet als 4,17 Euro

Auf den ersten Blick ist das ein klarer Schritt: UPS monetarisiert Leistungen, die bislang zumindest für viele Empfänger Standard waren. 4,17 Euro sind dabei kein symbolischer Betrag, sondern eine Hürde. Schließlich fallen sie auch noch pro Paket an. Wer nur schnell den Tag verschieben will, weil er nicht zu Hause ist, überlegt sich das bei dem Preis eher zweimal – vor allem, wenn die Sendung aus mehreren Paketen bestehen sollte.

Genau da liegt das Risiko für UPS: Wenn weniger Menschen aktiv umplanen, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der Fahrer vor verschlossener Tür steht. Mehr erfolglose Zustellversuche kosten Zeit, Sprit und Personal – also genau die Faktoren, die Paketdienste seit Jahren drücken. Aus Verbrauchersicht wirkt die Gebühr daher eher abschreckend. Und aus betrieblicher Sicht ist nicht automatisch gesagt, dass die Rechnung aufgeht: Zusatzerlöse pro Änderung stehen potenziell teureren Zweit- und Drittanfahrten gegenüber.

Der Schritt ist auch deshalb bemerkenswert, weil UPS damit etwas tut, das andere Paketdienste in Deutschland bislang eher gemieden haben: Geld direkt beim Empfänger für Zustellkomfort einzusammeln. Wie viel Zahlungsbereitschaft gibt es überhaupt – und wo knickt die Nachfrage ein? Denkbar ist, dass UPS den Preis später schrittweise anpasst, um einen „funktionierenden“ Punkt zu finden. Genauso möglich ist aber, dass sich Empfängergebühren im deutschen Markt als schwer durchsetzbar erweisen, weil viele Nutzer bei Zustellungsthemen extrem preissensibel reagieren. Das gilt gerade, weil Alternativen wie Nachbar, Ablageort oder Access Point weiterhin kostenlos sind und damit den kostenpflichtigen Optionen direkt Konkurrenz machen.

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