Rund drei Milliarden Euro geben die Deutschen pro Jahr bei China-Shops wie Temu, Shein oder AliExpress aus. Gleichzeitig erreichen Hunderttausende Pakete aus Fernost täglich unsere Haustüren. Doch das wird sich bald ändern: Die EU schafft die Zollfreigrenze von 150 Euro für Importe aus Nicht-EU-Staaten ab, wie der Europäische Rat bekanntgab. Künftig wird schon ab dem ersten Cent Zoll fällig. Drei Euro pro Artikel, so die Kommission.
Billig-Shopping aus China wird bald teurer dank EU-Zoll
Bislang galt: Pakete mit einem Warenwert unter 150 Euro konnten zollfrei in die EU geschickt werden. Das ist die sogenannte Zollfreigrenze. Ein einfacher Deal, von dem Millionen deutsche Online-Shopper profitierten, besonders bei günstigen Plattformen wie Temu, Shein und AliExpress. Diese Shops bieten extrem billige Mode, Elektronik oder Alltagskram, oft zu Preisen, die in Europa kaum zu unterbieten sind. Was viele nicht wissen: Schätzungsweise bei 65 Prozent dieser Sendungen wird ein falscher Warenwert angegeben, damit Zölle umgangen werden können. Das ist der EU ein Dorn im Auge.
→ Wish, AliExpress und andere China-Shops im Test: Das Ergebnis ist vernichtend
Weil der Wettbewerb verzerrt ist, macht die EU nun Schluss damit. Deutsche und andere europäische Händler sehen sich benachteiligt, wenn Billigimporte aus China praktisch zollfrei hereinkommen. Gerade Plattformen wie Temu, Shein und AliExpress überschwemmen den Markt mit Billigware und verschicken oft mit falschen Angaben. Das ist nicht nur unfair, sondern bringt auch Steuerbetrug mit sich.
Was bedeutet das für uns Verbraucher?
Die Finanzminister der EU-Staaten haben deswegen entschieden: Ab dem 1. Juli 2026 wird auf alle Importe aus Drittstaaten Zoll fällig – ganz gleich, wie günstig das Paket ist. Wer etwa ein T-Shirt für ein paar Euro bei Temu bestellt, zahlt ab Juli 3 Euro Zusatz-Zoll, für eine Sendung mit einem T-Shirt und einem anderen Billig-Artikel, werden gleich 6 Euro Zusatz-Zoll fällig. Bei drei Artikeln, 9 Euro – und so weiter. Die Einnahmen fließen in den EU-Haushalt und die Kassen der Mitgliedstaaten. Der Gedanke dahinter: faire Bedingungen herstellen, Steuerbetrug eindämmen, und die kleinen Händler in Europa schützen.
→ Amazon eröffnet neuen Online-Shop: 300 Millionen Artikel für 1 Euro
Lieferdienste wie DHL oder Hermes werden vermutlich wie bisher die Zollabwicklung übernehmen und direkt bei der Lieferung kassieren. Daraus folgt: Die Preise für Billig-Mode, Deko, und Technik steigen mit dem neuen Zusatz-Zoll deutlich. Schnäppchen werden damit deutlich weniger verführerisch. Profitieren davon dürfte unter anderem Amazon.
Mit diesen Symbolen kennzeichnen wir Partner-Links. Wenn du so einen Link oder Button anklickst oder darüber einkaufst, erhalten wir eine kleine Vergütung vom jeweiligen Website-Betreiber. Auf den Preis eines Kaufs hat das keine Auswirkung. Du hilfst uns aber, inside digital weiterhin kostenlos anbieten zu können. Vielen Dank! Preisangaben basieren auf dem Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels und können Schwankungen unterliegen.
