Alpine A390 GT Test: Elektro-Rakete killt SUV-Wahn!

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Die Alpine A390 GT: Ein E-Auto, das viel mehr sein will als einfach nur das. Warum sie mit starkem Auftritt, ĂŒberraschender AgilitĂ€t und echtem Fahrspaß aus der Masse heraussticht? Das verraten wir dir im nachfolgenden Fahrbericht.
Alpine A390 GT mit inside digital Redakteur Hayo LĂŒcke.
Alpine A390 GT im Test: Wir haben den Crossover-Sportwagen auf die Probe gestellt.Bildquelle: Wolfgang Groeger-Meier

Vielleicht hast du es dir schon gedacht, aber wir möchten es an dieser Stelle noch einmal unterstreichen: Die Alpine A390 GT will kein braver Elektro-Crossover sein. Vielmehr ein sportliches Statement auf RĂ€dern. Und genau das merkt man schon nach den ersten Kilometern. Dieses Auto versucht nicht, alles allen recht zu machen, sondern verbindet Alltag, Performance und Markencharakter auf eine ĂŒberraschend stimmige Art. Die A390 GT bringt dabei genau das mit, was man von Alpine erwartet: Leichtigkeit im FahrgefĂŒhl, direkte Reaktionen und eine ordentliche Portion Fahrspaß. Gleichzeitig ist sie grĂ¶ĂŸer, praktischer und deutlich vielseitiger als eine klassische Alpine A110.

Alpine A390: Design mit Haltung

Optisch wirkt die 4,62 Meter lange Alpine A390 GT wie ein Fastback mit Muskelpaket. Die Proportionen sind gestreckt, die Linien gespannt, und trotzdem bleibt der Auftritt elegant statt ĂŒberdreht. Genau das passt gut zum Charakter des Autos. Denn die A390 GT will nicht laut schreien, sondern schnell und selbstbewusst auftreten. Mit ihrer eigenstĂ€ndigen Front, den schmalen Lichtgrafiken und dem coupĂ©haften Dachverlauf hebt sie sich angenehm von den ĂŒblichen Elektro-SUVs und Crossovern ab. Das Resultat ist ein Auto, das nicht nur auf Bildern gut aussieht, sondern in echt sogar noch einen Tick atemberaubender auftritt. Eine Schönheit auf RĂ€dern, die das Herz von so manchem Autofan schneller schlagen lĂ€sst.

Muskulöse Proportionen sind an der Alpine A390 GT unĂŒbersehbar.

Alltagsnutzen unterstreicht das Auto auch durch die Integration von Google-Services. Google Assistant als Sprachassistent, Google Maps als Navigationssystem und der Google Playstore fĂŒr die Installation von zusĂ€tzlichen Apps – gut! Dazu kommt das gewisse Extra an zusĂ€tzlichen Informationen, ĂŒber die du verschiedene aktuelle Auto- und Fahrdaten ĂŒber das Center-Display abrufen kannst. FĂŒr Sicherheit sorgen 32 Sicherheitssysteme wie ein adaptiver Tempomat, eine automatische Notbremsung bei RĂŒckwĂ€rtsfahrt und eine 360-Grad-Kamera. FĂŒnf Fahrmodi (Save, Normal, Sport, Personalisiert, Track) unterstreichen, dass dieses E-Auto ein wenig mehr bieten möchte als ein klassischer Stromer.

Innenraum mit sportlichem Anspruch

Innen trifft moderne Digitalwelt auf Alpine-typische Sportlichkeit. Die Sitzposition ist angenehm tief fĂŒr ein Elektroauto dieser Bauart. Und das Cockpit vermittelt sofort das GefĂŒhl, in einem Auto zu sitzen, das ganz klar auf den Fahrer zugeschnitten ist. Die Bedienung orientiert sich klar an Alltagstauglichkeit, ohne den sportlichen Anspruch zu verwĂ€ssern. Dazu kommt ein Infotainment, das intuitiv arbeitet und dir im Alltag nicht unnötig auf die Nerven geht. Gerade bei einem Auto dieser Preisklasse ist das wichtig, denn die Alpine A390 GT will nicht nur auf der Landstraße glĂ€nzen, sondern auch im tĂ€glichen Gebrauch ĂŒberzeugen.

Sportliches Cockpit in der Alpine A390 GT.

DafĂŒr sind nicht nur fĂŒnf Sitze nutzbar, sondern hinter einer elektrischen Heckklappe auch ein Kofferraum, der auf ein Ladevolumen von 532 Litern kommt. Einen Unterboden fĂŒr zusĂ€tzliches Stauvolumen gibt es regulĂ€r nicht, auch ein Frunk unter der Motorhaube fehlt. Durch Umklappen der RĂŒcksitze kannst du das Kofferraumvolumen aber auf bis zu 1.643 Liter vergrĂ¶ĂŸern. Und wenn das nicht ausreicht: Die gebremste AnhĂ€ngelast liegt bei immerhin 1.350 Kilogramm. Das Platzangebot vorn ist ausgezeichnet, hinten geht es enger zu – was bei 2,71 Metern Radstand nicht ĂŒberrascht. Und doch ist das Platzangebot im Fond auch fĂŒr erwachsene Mitfahrer ordentlich.

So fÀhrt sich die Alpine A390 GT

Jetzt aber zum eigentlichen Punkt: Wie fĂ€hrt sich dieses E-Auto? Kurz gesagt: ĂŒberaus agil. Die Alpine A390 GT setzt nicht nur auf ein Sportfahrwerk, sondern auch auf drei unabhĂ€ngig voneinander arbeitende Elektromotoren, Allradantrieb und ein clever abgestimmtes Torque Vectoring (Antriebsmomentkontrolle). Es soll fĂŒr das Plus an Fahrdynamik bei Kurvenfahrten sorgen.

Und tatsĂ€chlich: Das Auto lenkt in Kurven sehr sauber ein und fĂŒhlt sich viel kompakter an, als man es von einem rund zwei Tonnen schweren Elektro-Crossover erwarten wĂŒrde. Besonders auf kurvigen Straßen spielt die A390 GT ihre StĂ€rken aus. Sie bleibt stabil, zieht prĂ€zise durch die Linie und vermittelt dabei ein Maß an Vertrauen, das sofort Lust auf mehr macht.

Alpine A390 GT: Auch die Heckansicht vermittelt einen sportlichen, aber auch dominanten Charakter.

Die Lenkung passt grundsĂ€tzlich gut zum Charakter des Autos. Sie wirkt aber nicht ganz so messerscharf, wie man es sich als eingefleischter Sportfahrer vielleicht wĂŒnschen wĂŒrde. Trotzdem bleibt das Gesamtpaket ĂŒberzeugend, weil die Abstimmung aus Fahrwerk, Traktion und Gewichtsverteilung (49 % Front / 51 % Heck) sehr harmonisch ist. Die Alpine A390 GT fĂŒhlt sich nicht wie ein schwerer Stromer an, der sich irgendwie sportlich geben will. Sondern wie ein bewusst entwickeltes Fahrerauto mit elektrischem Antrieb.

Und noch eine Besonderheit: Die GĂ€nge werden nicht ĂŒber einen Wahlhebel hinter dem Lenkrad oder eine Schaltwippe an der Mittelkonsole eingelegt, sondern ĂŒber ansprechende Druckknöpfe, die in die Mittelkonsole integriert sind. Physische Knöpfe findest du auch unterhalb des vertikal ausgerichteten Touchscreens, um die wichtigsten Klimafunktionen auswĂ€hlen zu können. Das kennt man so auch aus anderen Modellen von Renault. Ein Info-Display hinter dem Lenkrad informiert mit hĂŒbscher Grafik ĂŒber alle fĂŒr den Fahrer wichtigen Daten.

Einfach und direkt: Gangknöpfe in der Alpine A390 GT.

Sportlich, aber nicht unbequem

Besonders angenehm: Die A390 GT versucht nicht, dich mit harter Abstimmung zu beeindrucken. Das Fahrwerk ist sportlich straff, aber nicht unkomfortabel. Genau dieser Spagat gelingt erstaunlich gut. Auf der Landstraße bleibt die Alpine souverĂ€n, auf schlechten Straßen nicht zu nervös und auf lĂ€ngeren Strecken immer noch entspannt genug. Das macht sie im Alltag deutlich interessanter als viele andere Sport-Stromer.

Besonders macht die Alpine A390 GT das exklusiv verbaute Lenkrad. Es bietet nicht nur eine blaue Drehtaste, um in vier Stufen die StĂ€rke der Rekuperation einzustellen. Auch eine rote Overtake-Taste (Aufschrift: "OV") ist verbaut. Wie in der Formel 1 handelt es sich dabei sozusagen um eine Boost-Taste, mit der vorĂŒbergehend ein Plus an Leistung abrufbar ist. DrĂŒckst du die Taste und hĂ€ltst den Fuß auf dem Strompedal, kannst du noch etwas mehr Speed aus dem Auto herauskitzeln. FĂŒhlt sich ein wenig so an, wie der Turbo Boost in "K.I.T.T." aus der 80er-Jahre-Hitserie "Knight Rider".

Sportliches Lenkrad in der Alpine A390 GT.

Auch beim Sitzkomfort zeigt sich allerdings, dass Alpine den Fokus klar auf Dynamik legt. Der Seitenhalt könnte – so unser Eindruck nach einer Testrunde auf den Landstraßen rund um MĂŒnchen – etwas ausgeprĂ€gter sein. Vor allem wenn man das Auto wirklich flott bewegt. FĂŒr normales Fahren reicht das vollkommen aus, fĂŒr ambitionierte Kurvenfahrten dĂŒrfte es gern noch etwas mehr Umarmung durch die Sportsitze mit Alcantara (6-fach elektrisch verstellbar) sein.

Leistung und Reichweite

Noch ein paar technische Daten? Unbedingt! Denn auch die sind einen Blick wert: Die Alpine A390 GT leistet schließlich 295 kW / 400 PS und sprintet laut Hersteller in 4,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Das ist auf dem Papier schon ordentlich, fĂŒhlt sich in der Praxis aber noch beeindruckender an, weil die Kraft sehr gleichmĂ€ĂŸig und spontan anliegt. Dazu kommt ein maximales Drehmoment von 661 Newtonmetern (239 Nm an der Vorderachse und 2 × 211 Nm an der Hinterachse), das die GT jederzeit souverĂ€n anschiebt. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 200 km/h.

Wuchtig, aber doch windschnittig: die Alpine A390 GT in der Seitenansicht.

Bei der Reichweite bewegt sich die A390 GT je nach RadgrĂ¶ĂŸe auf einem sehr brauchbaren Niveau. Mit 20-Zoll-RĂ€dern sind bis zu 551 Kilometer nach WLTP drin, mit 21-Zoll-RĂ€dern sind es 497 Kilometer. Der Akku fasst 89 kWh. Auf der Autobahn darfst du bei gemĂ€ĂŸigter Fahrweise mit einer Reichweite rechnen, die rund 150 Kilometer niedriger ausfĂ€llt. Bist du sportlich unterwegs, kann aber auch schnell schon nach 200 bis 250 Kilometern die Fahrt zur nĂ€chsten Stromquelle notwendig sein. Denn dann ĂŒberschreitet der Verbrauch rasch die Marke von 30 kWh pro 100 Kilometer.

Beim Laden unterstĂŒtzt die Alpine A390 GT mit bis zu 150 kW an DC-Schnellladern und soll den Akku unter optimalen Bedingungen in 29 Minuten von 15 auf 80 Prozent bringen. FĂŒr einen sportlichen Elektro-Crossover ist das solide, auch wenn es im Vergleich zu manchen Konkurrenzmodellen nicht die schnellste Zahl im Markt ist. Schade, dass Alpine nur auf ein 400-Volt-System setzt. 800 Volt hĂ€tten diesem E-Auto eindeutig besser zu Gesicht gestanden – den ohnehin schon recht hohen Preis aber auch noch stĂ€rker in die Höhe getrieben. An einer NormalladesĂ€ule oder an einer Wallbox zu Hause sind maximal 11 kW abrufbar – optional fĂŒr 1.200 Euro Aufpreis auch bis zu 22 kW.

Tief: Der Kofferraum in der Alpine A390 GT.

Möchtest du unterwegs, zum Beispiel beim Camping, externe GerĂ€te mit Strom versorgen? Auch V2L (Vehicle to Grid) wird unterstĂŒtzt. Einen passenden V2L-Adapter fĂŒr den Ladeanschluss kannst du dir direkt ĂŒber Alpine fĂŒr 400 Euro sichern.

Was kostet die Alpine A390 GT?

Bleibt natĂŒrlich noch die Frage: Was kostet’s? Wenn du die Alpine A390 GT in deinen Alltag integrieren möchtest, musst du bereit sein, mindestens 67.500 Euro auszugeben. SerienmĂ€ĂŸig ist das Auto in Weiß lackiert (Blanc Topaz), optional sind fĂŒnf weitere Metallic-Lackierungen zu haben, die aber 1.600 Euro Aufpreis kosten. Ein mattes Grau (Gris Tonnerre Mat) kostet sogar 3.900 Euro extra. Soll sich das Dach in schwarzer Farbe absetzen, sind weitere 1.200 Euro zu bezahlen. Serie sind 20-Zoll-LeichtmetallrĂ€der, 21-Zöller kosten je nach AusfĂŒhrung zwischen 1.800 und 2.200 Euro zusĂ€tzlich. Das gewisse Extra an Sportlichkeit kannst du dir mit roten oder Alpine-blauen BremssĂ€tteln sichern – fĂŒr 500 Euro Aufpreis.

Fazit: Alltagstauglichkeit trifft Fahrspaß

Die große StĂ€rke der Alpine A390 GT: Sie ist nicht nur ein SpaßgerĂ€t fĂŒr die Sonntagsrunde, sondern ein ernsthaft nutzbares Auto fĂŒr jeden Tag. Das Platzangebot ist ordentlich, die Vielseitigkeit höher als man es von einer reinen Sportmarke erwarten wĂŒrde, und auch das Konzept als familientauglicher Fastback funktioniert ĂŒberraschend gut. Wer also ein Elektroauto sucht, das sich nicht wie ein Kompromiss anfĂŒhlt, sondern wie ein Charakterauto mit echtem Nutzwert, sollte die A390 GT sehr genau anschauen.

Die Alpine A390 GT weiß im Test mit raffinierten Extras zu ĂŒberzeugen.

Klar ist aber auch: Dieses E-Auto ist fĂŒr Menschen gedacht, die Freude am Fahren höher bewerten als reine Effizienz. Der Verbrauch kann sportlich ausfallen, wenn du die Leistung hĂ€ufiger abrufst, und die Ladeleistung ist eher moderat als herausragend. Aber das Gesamtbild stimmt, weil die Alpine A390 GT genau dort glĂ€nzt, wo es auf Emotion, PrĂ€zision und Dynamik ankommt.

Sie verbindet zwei Welten, die oft schlecht zusammenpassen: Sportlichkeit und Alltag. Sie fĂ€hrt sich leicht, prĂ€zise und lebendig, bleibt dabei aber komfortabel genug fĂŒr lĂ€ngere Strecken. Aber sie ist kein Blender, sondern ein echter Fahrerwagen mit französischem Feinsinn und viel eigener IdentitĂ€t. Soll es noch mehr Fahrdynamik sein? Du kannst dich auch fĂŒr die Alpine A390 GTS entscheiden – mit 345 kW (470 PS) und sogar maximal 824 Nm Drehmoment. Kostenpunkt: mindestens 78.000 Euro.

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