Zehn Euro pro Stecker, das ist ungefähr der Preis von zwei Cappuccinos im Café. Ein einzelner Aqara Power Plug H2 EU, den ich zuletzt getestet habe, liegt mit 32,99 Euro UVP schon fast auf dem Niveau des kompletten Lidl-Sets. Und anders als so mancher Kaffee kann sich das Lidl-Gadget tatsächlich bezahlt machen.
Was für 29,99 Euro in den Silvercrest-Zwischensteckern steckt
Laut Lidl funken die Stecker per Matter über WLAN im 2,4-GHz-Band, angelernt wird per QR-Code in der Lidl-Home-App. Einen eigenen Hub brauchst du dafür nicht. Genau daran ist der Aqara H2 in meinem Test gescheitert: Ohne Aqara-Hub ließ er sich gar nicht erst in die eigene App holen. Bei Lidl reicht der Router.
Die Anleitung nennt 16 Ampere beziehungsweise 3.680 Watt als Maximallast. Damit darf auch ein Heizlüfter oder die Waschmaschine dranhängen, nicht nur die Stehlampe. Allerdings rät der Hersteller selbst davon ab, maximale Lasten häufig zu schalten.

Spannender für die dunkle Jahreszeit sind die Zeitfunktionen. Laut Lidl schaltet der Stecker nach Zeitplan, Countdown oder Sonnenstand und stellt sich selbst auf Sommer- und Winterzeit um. Die Lichterkette am Fenster geht damit an, wenn es dunkel wird, und nicht um 17 Uhr nach Gefühl. Dazu kommt ein Zufallszeitplan, der ein Gerät innerhalb eines Zeitfensters einmal am Tag ein- und ausschaltet. Im Urlaub wirkt die Wohnung so bewohnt. Abgesehen davon gibt es drei Jahre Garantie.
Standby-Fresser abschalten: So senken die Stecker deine Stromkosten
Der Energiezähler zeigt laut Lidl die aktuelle Leistung in Watt und den Monatsverbrauch. Hängt der Stecker vor Fernseher, Soundbar und Konsole, siehst du, was die Ecke im Standby zieht, und schaltest sie per Zeitplan nachts komplett ab.
Ein Rechenbeispiel: Zieht die Fernsehecke im Standby 10 Watt und steht sie 20 Stunden am Tag ungenutzt herum, sind das rund 73 Kilowattstunden im Jahr. Bei 35 Cent pro Kilowattstunde kostet das gut 25 Euro. Also mehr als zwei Stecker inklusive Versand. Wie viel du tatsächlich sparst, hängt an deinen Geräten. Eine pauschale Ersparnis nennt Lidl nicht, den Eigenverbrauch der Stecker ebenfalls nicht, und der geht von der Rechnung noch ab.
Der Punkt, an dem die Zwischenstecker sparen
In den technischen Daten der Anleitung steht als Protokoll Matter 1.0, also die erste Version des Standards von 2022. Leistung und Verbrauch standardisiert an andere Plattformen melden können Steckdosen aber erst ab Matter 1.3, verabschiedet 2024.
Die Folge im Alltag: Den Energiezähler mit aktueller Leistung in Watt und Monatsverbrauch in Kilowattstunden siehst du nach aktuellem Stand nur in der Lidl-Home-App. Apple Home, Google Home oder Home Assistant bekommen über Matter nur das An- und Ausschalten, aber keine Messwerte. Für Apple-Nutzer ist das bitter, denn mit iOS 27 zeigt die Home-App den Verbrauch kompatibler Stecker erstmals direkt an.

Zweiter Punkt: Für Apple Home oder Google Home brauchst du laut Lidl einen Matter-fähigen Hub, etwa HomePod, Apple TV oder einen Nest-Lautsprecher. Alexa erwähnt Lidl nicht. Über Matter sollte auch ein Echo mit Matter-Unterstützung die Stecker einbinden können. Geschaltet wird dann plattformübergreifend: Ein Präsenzmelder wie der Aqara FP300, den ich getestet habe, kann so etwa die Stehlampe am Lidl-Stecker einschalten, sobald jemand im Raum ist.
Warum die 33 Prozent ehrlich gerechnet sind und der Abstand trotzdem klein ist
Lidl streicht 44,97 Euro durch. Das ist keine Fantasie-UVP, sondern der dreifache Einzelpreis von 14,99 Euro. Gegenüber dem Einzelkauf sparst du tatsächlich 14,98 Euro oder 33 Prozent. Das Set gibt es allerdings nur online, dazu kommen 5,95 Euro Versand. Macht 35,94 Euro oder 11,98 Euro pro Stecker.
Günstige Schaltzentrale für die Lichterketten-Saison
Bis zum 15. November kostet das Set 29,99 Euro, nur online und zuzüglich 5,95 Euro Versand. Dafür bekommst du drei Matter-Stecker mit ordentlichen Zeitfunktionen. Die Verbrauchsmessung bleibt aber in der Lidl-Home-App.
Wenn du Standby-Fresser aufspüren und Lichterketten oder Stehlampen nach Uhrzeit oder Sonnenstand schalten willst und mit der Lidl-Home-App leben kannst, bekommst du für knapp zwölf Euro pro Stück genau das.

