Samsung Galaxy Tab A11 im Test: Kompaktes Format, aber begrenzte Leistung

6 Minuten
Machen die großen Smartphones kompakte Tablets überflüssig? Nicht unbedingt, wie Samsung mit seinem Galaxy Tab A11 zeigen kann. Allerdings setzt Samsung zu sehr auf einen günstigen Preis und muss daher an entscheidenden Stellen sparen.
Samsung Galaxy Tab A11
Samsung Galaxy Tab A11Bildquelle:

Kompakte Tablets waren eine Zeit lang schwer in Mode. In diesen Pionierzeiten der mobilen Kommunikation galten Smartphones bereits als groß, wenn die Bildschirmdiagonale bei mehr als 4,5 Zoll lag. Allerdings wuchsen die Displays der Smartphones immer weiter. Die großen Vertreter ihrer Art wurden bald Phablets genannt und kamen immer öfter auf Werte nahe der sieben Zoll. Daran hat sich bis heute nichts geändert, und dennoch glaubt Samsung weiterhin an kompakte Tablets. Zurecht?

Galaxy Tab A11: Kein Blingbling, aber auch kein Ramsch

Die Tab-A-Serie steht bei Samsung für den Einstieg in das Tablet-Angebot, auch wenn man das dem A11 auf den ersten Blick nicht ansieht. Das Design des Tablets wirkt zwar mit seinem Aluminiumkorpus, der an Ober- und Unterseite von zwei schmalen Kunststoffleisten gefasst wird, noch nicht aus der Zeit gefallen, aber auch nicht wirklich innovativ. Immerhin verleiht das Metall dem Flachrechner, der bereits ab 150 Euro zu haben ist, einen wertigen Anstrich. Neben der Verarbeitung ist auch die Stabilität auf einem guten Niveau. Erst große Krafteinwirkung wird mit leichten Verwindungen und einem leisen Knarzen quittiert.

Dank des vergleichsweise kleinen Displays mit einer Diagonalen von 8,7 Zoll und daraus resultierenden, kompakten Abmessungen von 21 x 12,5 x 0,8 Zentimetern liegt das Tablet angenehm in der Hand. Auch das niedrige Gewicht von 335 Gramm hat Anteil daran, dass es bei längerer Nutzung zu keinen vorschnellen Ermüdungserscheinungen kommt. Und trotz des eher knappen Formats wirkt das A11 nicht wie ein beschnittenes Smartphone.

Samsung Galaxy Tab A11
Kein AMOLED: Auf dem TFT-Display das Galaxy Tab A11 bleiben die Farben eher blass

Schlichtes TFT für Bildwiedergabe

Beim Bildschirm selbst zeigt sich dann jedoch der niedrige Preis. Mit 1340 x 800 Pixeln wirkt die Auflösung nicht nur etwas aus der Zeit gefallen, sie fordert auch ihren Tribut bei der Bildqualität. Der typische Treppeneffekt bei Rundungen lässt sich zwar kaum ausmachen, dafür werden Details wie kleine Schriften nur unscharf präsentiert.

Die Farben des TFT-Displays können im Vergleich zu den bei Samsung oftmals üblichen AMOLED-Panels nicht mithalten. Es fehlt ihnen an Leuchtkraft. Immerhin ist die Bildwiederholrate mit 90 Hz auf dem Stand der Zeit, sodass die Darstellung insgesamt flüssiger wirkt, als die Hardware vermuten lässt.

Im Inneren geht’s langsam zu

Im Inneren des Galaxy Tab A11 geht es eher gemächlich zu. Samsung verbaut mit dem MT8781 ein SoC von Mediatek, das über acht CPU-Kerne mit einer Strukturbreite von sechs Nanometern verfügt, die auf der ARM-Architektur basieren. An der Spitze stehen zwei Cortex-A76-Kerne, die mit einem Takt von 2,2 GHz zu Werke gehen und von sechs etwas schwächeren Cortex-A55-Kernen unterstützt werden, die eine Taktfrequenz von bis zu 2,0 GHz erreichen können. Schon auf dem Papier verspricht die Zusammenstellung eher begrenzte Leistung, im Geekbench-Benchmark werden Punktwerte von etwa 700 bzw. um die 2.000 bei Einzel- bzw. Mehrkern-Tests erreicht. Zum Vergleich: Selbst bei einem Mittelklasse-Smartphone wie dem Samsung Galaxy A56 fallen die Ergebnisse etwa doppelt so hoch aus.

Auch von der GPU können keine Wunder erwartet werden. Die ebenfalls von ARM entwickelte Mali G57 besitzt lediglich zwei Kerne, in denen die einzelnen Recheneinheiten stecken. Bei anspruchsvollen Aufgaben kommt sie entsprechend schnell an ihre Grenzen. Im OpenCL-Test des Geekbenchs erreicht die Grafikeinheit Werte von rund 1.500 Punkten. Das entspricht – wie auch die Werte der CPU – dem Einstiegsniveau. Hinzu kommt der begrenzte Arbeitsspeicher von lediglich vier Gigabyte. 

Für Gamer ist das Tablet also nichts, obwohl die kompakte Bauform gerade an dieser Stelle gefällt. Immerhin geben die Lautsprecher einen brauchbaren, wenn auch etwas bassarmen Ton wieder, sodass das A11 unterwegs auch ohne zusätzliche Boxen als Video-Player taugt.

Samsung Galaxy Tab A11
Das Gehäuse hinterlässt einen guten Eindruck, die darin steckende Hardware nicht unbedingt

Kleiner Speicher, angestaubte Schnittstellen, schwache Kamera

Einen ähnlichen Eindruck hinterlässt der Datenspeicher. Mit 64 Gigabyte bietet Samsung seinen Nutzern nur wenig Platz für Apps und Daten. Ist das Ende der Kapazität erreicht, kann man sich jedoch mit microSD-Karten behelfen, die mit einer Größe von bis zu zwei Terabyte unterstützt werden.

Dass der Prozessor, auf den Samsung im Galaxy Tab A11 vertraut, nicht mehr der allerneueste ist, zeigt sich auch bei den im Chip integrierten Netzwerkfähigkeiten. Das MT8781-SoC sorgt für Bluetooth auf der Spezifikation 5.3 und unterstützt in WLAN-Netzen den Wifi-Standard ac. 

Ebenso gestrig wirkt die Auflösung, die von den beiden Kamerasensoren bereitgestellt wird. Die Hauptkamera kommt an dieser Stelle auf maximal acht Megapixel, der für Selfies gedachte Sensor an der Front schafft lediglich fünf Megapixel. Die Ergebnisse sind entsprechend dürftig. Schon ohne Zoom verschwimmen bei den Aufnahmen die Details, bei vierfacher Vergrößerung verlaufen sie immer mehr zu einem Pixel-Brei.

Samsung Galaxy Tab A11 (Kamera)
Kamera: Schon bei Standardaufnahmen zeichnen sich Unschärfen ab
Samsung Galaxy Tab A11 (Kamera)
Keine Details: Bei Vergrößerungen werden Feinheiten schnell matschig
Bei gutem Licht: Frontsensor liefert brauchbare Bilder

Begrenzte Leistung, gute Akku-Laufzeit

Ein lahmer Prozessor sorgt zumeist an anderer Stelle für einen Vorteil, den auch Samsung nicht liegen lässt: Die Ausdauer im Akkubetrieb ist gut, obwohl der Energiespeicher mit 5.100 mAh im Vergleich zu aktuellen Smartphones nicht mal übermäßig groß ist.

Die Füllstandsanzeige des Galaxy Tab A11 gibt nach einer Stunde im Browser noch einen Restwert von 88 Prozent an. Wer sich über eine Stunde hinweg auf den Rennstrecken von Asphalt austobt, muss, dem schwachen Prozessor sei Dank, ebenfalls kein vorschnelles Abschalten des Tablets befürchten. Nach einer Stunde verbleiben immer noch 82 Prozent der Reserven.

Samsung Galaxy Tab A11
Nicht unüblich und doch ärgerlich: Der USB-Port basiert auf dem lahmen 2.0-Standard
Samsung Galaxy Tab A11
Display8,7 Zoll, TFT
Prozessor:Mediatek MT8781
Arbeitsspeicher:4 GB RAM
Datenspeicher128 GB
Kamera5 MP Front/ 8 MP Rückseite
Anschlüsse:1x USB-C (USB 2.0)
Drahtlos:Wifi 5 (ac), Bluetooth 5.3
Akku:5.100 mAh
Abmessungen:21 x 12,5 x 0,8 cm
Gewicht:335g
Betriebssystem:Android 16 (One UI 8)
Preis:179,00 €

Fazit: Die Größe überzeugt, die Leistung nicht

In den Portfolios vieler Hersteller spielen Tablets nur eine Nebenrolle. Da macht Samsung keine Ausnahme. Mit der A11-Serie spricht der Hersteller preisbewusste Kunden an, die mit einem ordentlich gearbeiteten Gehäuse überzeugt werden sollen. Der Flachrechner zeigt sich auch gegenüber wenig vorsichtiger Behandlung unempfindlich. Im Inneren geht es jedoch recht gemächlich zu. Das Potenzial, das das Tablet entfalten könnte, wird so von Haus aus in enge Schranken verwiesen. Mit seiner Größe überzeugt das Galaxy Tab A11 durchaus auf Reisen, der heimischen Couch oder auch in den Händen von Kindern, die noch zu klein fürs eigene Smartphone sind. Doch gerade letztere dürften das Tablet enttäuscht zur Seite legen, weil es bei Spielen knapp über der Casual-Kategorie schon zu Einschränkungen kommen kann. Das ist vor allem deshalb schade, weil die Ausdauer im Akkubetrieb und die Verarbeitung für einen unkomplizierten Begleiter unterwegs und auf der heimischen Couch versprechen.

Pro

  • Gute Verarbeitung
  • Kompakt, aber nicht zu klein
  • Günstig

Contra

  • Prozessor liefert nur begrenzte Leistung
  • Mäßiges Display
  • Kleiner Speicher

Und was sagst du?

Bitte gib Dein Kommentar ein!
Bitte gibt deinen Namen hier ein