Oral-B iO 10 im Test: Zähneputzen, wie von einem anderen Stern

9 Minuten
Eine elektrische Zahnbürste ist fester Bestandteil in immer mehr Haushalten. Einer der beliebtesten Hersteller in Deutschland ist Braun mit seiner Marke Oral-B. Und eines der hochwertigsten Modelle ist die Oral-B iO 10. Wir haben sie in einem Test auf die Probe gestellt.
Oral-B iO 10 im Test
Die Oral-B iO 10 im Test – eine rundum gute Weiterentwicklung.Bildquelle: Hayo Lücke / inside digital

Um es direkt vorwegzunehmen: die Oral-B iO 10 ist eine der aktuell besten elektrischen Zahnbürsten; und eine der teuersten. Zudem hat sie mit der Oal-B iO 9 (Test) aus eigenem Hause einen ernstzunehmenden Konkurrenten. Allerdings wurde die iO 10 an einer ganz entscheidenden Stelle so gut verbessert, dass sich vielleicht kein Upgrade vom 9er- auf das 10er-Modell lohnt, sehr wohl aber die Neuanschaffung gut überlegt sein will.

Oral-B iO 10 im Test: iO Sense Ladestation ein echter Mehrwert

Denn die Oral-B iO 10 komm im Vergleich zum Vorgängermodell mit der sogenannten iO sense Ladestation zum Kunden. Und die ist in gleich mehrfacher Hinsicht eine echte Verbesserung. Denn sie ist Uhr, Timer und Feedback-Geber in einem. Im Stand-by-Betrieb liefert die Ladestation, eingesteckt in eine klassische Haushaltssteckdose, einen direkten Blick auf eine digitale Uhranzeige. Während des Putzens läuft dort, wo sonst die Uhrzeit steht, vorwärts ein praktischer Timer. Zu kurzes Putzen ist so ausgeschlossen.

Der aber wohl wichtigste Mehrwert: Auf der Oberfläche der Ladestation sind sechs kleine LED-Flächen zu finden. Jede dieser LEDs steht für eine Zähnflächen-Zone des Ober-, respektive Unterkiefers (oben links, oben Mitte, oben rechts / unten links, unten Mitte, unten rechts) und leuchtet in den Standard-Einstellungen zunächst in Blau. Wird eine der sechs Zahnflächen ausreichend gereinigt, verfärbt sich jede der LEDs nach und nach weiß und beginnt am Ende zu pulsieren. Dann nämlich, wenn die künstliche Intelligenz (KI) der Bürste über ein 3D-Zahntracking erkannt hat, dass eine ausreichende Reinigung der jeweiligen Zone erfolgt ist.

Oral-B iO 10 im Test - iO sense Ladestation
Die Ladestation iO Sense der elektrischen Zahnbürste iO 10 von Oral-B ist ein echter Mehrwert bei der täglichen Zahnroutine.

Das allein sorgt schnell dafür, die Gründlichkeit beim Zähneputzen deutlich zu steigern. Ich persönlich habe zum Beispiel im Rahmen meines Tests der Oral-B iO 10 festgestellt, dass ich gerne den mittleren Bereich des Unterkiefers sträflich vernachlässige. Und gelernt habe ich auch, dass für eine gründliche, vollständige Reinigung aller Zähne eher zweieinhalb bis drei Minuten vergehen sollten, statt nur der häufig empfohlenen zwei Minuten.

App-Analysen für die perfekte Zahngesundheit

Ergänzend zur iO sense Ladestation lohnt es sich, die zugehörige App auf dem Smartphone zu nutzen. Denn die Zahnflächen-Analyse kommt hier noch um ein Vielfaches besser zur Geltung. Die App zeigt dir über eine Bluetooth-Verbindung nicht nur allgemein an, ob sechs Zahnflächen ausreichend gereinigt wurden, sondern kann ganze 16 Zahnflächen genau überwachen.

Anders ausgedrückt: Die App prüft nicht nur, ob der Oberkiefer oben rechts ausreichend gereinigt wurde, sondern geht in ihrer Analyse noch einen Schritt weiter. KI-basiert prüft sie neben der Kaufläche auch die Reinigung der Innen- und Außenseite der Zähne in den sechs Zahnflächen-Zonen. Die App zeigt dir also auf einen Blick, wo mehr Zahnpflege notwendig ist. Viel genauer geht es nicht.

Ebenfalls clever: Nach jedem Putzvorgang signalisiert ein Punktesystem, wie gut du deine Zähne tatsächlich geputzt hast. Er sollte tunlichst weit weg von 0 und möglichst nah an dem Top-Wert von 100 liegen. Zudem kannst du Medaillen sammeln, wenn dir im Rahmen von Trainingsprogrammen daran gelegen ist, die einzelnen Funktionen der Oral-B iO 10 ganz genau kennenzulernen.

Oral-B App - 3D-Zahntracking
In der App von Oral-B steht ein detaillierte(re)s 3D-Zahntracking zur Verfügung.
Oral-B App - Putzanalyse
Nach dem Putzen ist in der Oral-B App eine detaillierte Putzanalyse nutzbar.

Viele Extras – die man teilweise kaum nutzt

Ein hilfreiches Extra, um das Zahnfleisch zu schonen: die Andruckkontrolle. Drückst du während des Zähneputzens zu stark auf Zähne und Zahnfleisch, verfärbt sich ein kleiner LED-Ring am Handstück der Oral-B iO 10 rot. Ist der Druck optimal, leuchtet der Ring grün, bei zu wenig Druck bleibt er weiß. Hast du nicht die App aktiviert, wird ein zu starker Druck zudem über die sechs LEDs an der Ladestation signalisiert. Auch sie blinken dann als unübersehbarer visueller Hinweis rot auf.

Wie bei der Oral-B iO 9 ist auch die Oral-B iO 10 mit in Summe sieben Putzprogrammen ausgestattet:

  • Tägliche Reinigung
  • Sensitiv
  • Zahnfleischschutz
  • Intensive Reinigung
  • Aufhellen
  • Super Sensitiv
  • Zungenreinigung

Im Rahmen meines Tests habe ich festgestellt, dass ich aber eigentlich neben dem Standard-Programm (tägliche Reinigung) nur das Programm Zungenreinigung verwende. Das ist allerdings nur ein persönlicher Eindruck. Eine intensive Reinigung habe ich mehrere Male nach einem Fast-Food-Imbiss ausprobiert, aber offen gestanden keinen bemerkenswerten Unterschied zum Standardprogramm festgestellt. Und da ich keine sonderlich sensiblen Zähne habe, sind die anderen Programme im Test zwar geprüft, aber im Alltag nicht weiter zum Einsatz gekommen.

Intensiv oder sensitiv? Du entscheidest!

Klar ist: Die Mikrovibrationen des runden Bürstenkopfes fallen abhängig vom gewählten Putzprogramm unterschiedlich stark aus. Eine „Super Sensitiv“-Reinigung geht spürbar sanfter über die Bühne als eine „intensive Reinigung“. Egal für welchen Modus man sich entscheidet, die Oral-B iO 10 ist dank einer magnetischen Motortechnologie angenehm leise. Am Ende des Tages muss jeder Nutzer selbst entscheiden, für welchen Putzmodus er sich im Alltag entscheidet und mit welcher Intensität des vibrierenden Bürstenkopfes der persönliche Wohlfühlfaktor am ehesten getroffen wird.

Oral-B iO 10 Bürstenkopf
Abhängig vom gewählten Reinigungsprogramm rotiert der Bürstenkopf der Oral-B iO 10 mal mehr, mal weniger stark.
Oral-B iO 10 Ladestation mit Uhrzeit.
Im Stand-by-Betrieb zeigt die iO Sense Ladestation der Oral-B iO 10 die Uhrzeit in digitaler Form an.

Dass die Oral-B iO 10 ein interaktives Farbdisplay besitzt? Für mich ist das nicht mehr als eine nette Spielerei. Denn die hier mitlaufende Putzzeit habe zumindest ich praktisch nie beachtet und auch das Smiley-Feedback, das nach jeder Reinigung grinsend oder traurig dreinschauend darüber informiert, ob die Reinigung gründlich genug war, ist allenfalls während der ersten Tage interessant. Aber: Das kleine Display erlaubt natürlich eine übersichtliche Navigation durch die Einstellungen der Zahnbürste und durch die auswählbaren Putzmodi.

Solide Akkulaufzeit

Und die Akkulaufzeit? Die liegt abhängig von der Häufigkeit der Nutzung bei knapp zwei Wochen. Und zwar genau dann, wenn man die Oral-B iO 10 zweimal täglich für zwei bis zweieinhalb Minuten nutzt. Eine Wiederaufladung über den magnetischen (aber trotzdem ziemlich wackeligen) Ladeanschluss erfolgt in circa drei Stunden. Recht flott für eine elektrische Zahnbürste. Anstoßen sollte man sie während des Ladens aber nicht. Sie wird auf jeden Fall umstürzen.

Hinweisen möchte ich an dieser Stelle auch noch auf einen kleinen Design-Aspekt, der mich jeden Tag aufs Neue fasziniert. Jedes Handstück einer Oral-B iO 10 ist nämlich anders designt. Die kleinen Punkte auf der wahlweise weißen oder schwarzen Zahnbürste werden in einem speziellen Verfahren in Deutschland auf der Oberfläche des Handstücks aufgetragen und keines gleicht nach Angaben des Herstellers einem anderen. In der Marketingsprache von Oral-B stehen die kleinen Pünktchen übrigens für Sternenstaub. Frei nach dem Motto: Wer die Oral-B iO 10 nutzt, putzt seine Zähne mit Technologie von einem anderen Stern.

Oral-B iO 10 im Test - Handstück mit "Sternenstaub"
Jedes Handstück der Oral-B iO 10 ist ein Unikat.

Was kostet die Oral-B iO 10?

Der vielleicht größte Nachteil der Oral-B iO 10 ist der Preis. Denn der fällt fast schon schwindelerregend hoch aus. Knapp 370 Euro werden fällig, wenn man sich für das aktuelle Flaggschiff aus dem Hause Braun entscheiden möchte. Zweifelsohne ist das viel Geld, aber man kann sich nach einem Kauf eben auch sicher sein, dass man ein absolutes Premium-Produkt für die eigene Zahn- und Zahnfleischpflege verwendet. Trotzdem muss man sich diesen Luxus natürlich einerseits gönnen wollen und andererseits auch gönnen können.

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Vor dem Hintergrund des hohen Preises ist die Oral-B iO 10 wohl eher ein Produkt für Besserverdiener. Wer auf die praktische iO sense Ladestation verzichten kann, fährt mit der gemessen am unverbindlichen Verkaufspreis (UVP) etwa 150 Euro günstigeren Oral-B iO 9 aber eigentlich genauso gut. Denn auch diese elektrische Zahnbürste bietet sieben Putzprogramme, die 16 Zonen umfassende Zahnflächen-Analyse auf Basis künstlicher Intelligenz und eine Andruckkontrolle sowie einen Timer, der sich individuell einstellen lässt.

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Fazit zur Oral-B iO 10: Ein echtes Premium-Produkt

Die Oral-B iO10 gehört zum Besten, was der Markt für elektrische Zahnbürsten aktuell hergibt. Nicht nur aufgrund der intelligenten Andruckkontrolle, die bei einem zu starken Druck auf Zähne und Zahnfleisch direkt ein Signal gibt. Sondern auch, weil du mit dieser Zahnbürste schnell lernen wirst, wie und wo du deine Zähne gründlich(er als bisher gewohnt) putzen solltest. Und das entweder per Analyse in der App oder ohne Smartphone im Badezimmer über die iO sense Ladestation, die praktischerweise im Stand-by-Betrieb auch eine kleine Digitaluhr in deinem Badezimmer ist.

Nachteile? Ja, die gibt es auch. Denn die Oral-B iO 10 ist eine Premium-Zahnbürste und das ist gleichbedeutend mit einem vergleichsweise hohen Preis. Auch Ersatzbürsten sind alles andere als ein Schnäppchen. Hinzu kommt: Die tägliche Zahnpflege mit dem aktuellen Flaggschiff der iO-Serie von Oral-B ist nicht immer eine saubere Angelegenheit. Dass ein Mix aus Speichel und Zahnpasta von der Bürste das Handstück entlang bis auf die führende Handfläche läuft, kommt nicht selten vor. Wie stark, ist allerdings auch abhängig davon, welche Zahnpasta zum Einsatz kommt.

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Unter dem Strich bleibt aber die Erkenntnis, dass das Zähneputzen mit der Oral-B iO 10 nicht nur auf einem Oberklasse-Level stattfindet und für angenehm glatte Zahnoberflächen sorgt, sondern für technisch begeisterte Menschen on top noch eine nette Spielerei ist. Eine Spielerei, die die eigene Mundgesundheit nicht nur fördert, sondern über die zugehörige App und die darin zu findenden Zahnputzanalysen auch hochinteressant macht.

Vorteile der Oral-B iO 10

  • iO sense Ladestation mit Uhr und Zahnflächen-Analyse
  • Andruckkontrolle
  • Timer nutzbar
  • angenehm leise während des Betriebs

Nachteile der Oral-B iO 19

  • ziemlich hoher Preis
  • auch Ersatzbürsten sind sehr hochpreisig
  • saubere Nutzung nicht garantiert

Übrigens: Ob nun die Mikrovibrationen einer Oral-B-Zahnbürste besser sind, oder die Schalltechnologie, die zum Beispiel bei Philips Sonicare Zahnbürsten zum Einsatz kommt, darüber möchte ich mir kein Urteil erlauben. Ich nutze beide Technologien (Philips Sonicare immer dann, wenn ich unterwegs bin) und bei beiden Technologien fühlen sich die Zähne angenehm glatt und sauber an. In einem Test der Stiftung Warentest sicherten sich verschiedene Zahnbürsten von Oral-B und Philips in der Endabrechnung ein „gut“.

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Bildquellen

  • Oral-B App – 3D-Zahntracking: Hayo Lücke / inside digital
  • Oral-B iO 9N im Test: Zähneputzen neu gelernt: Hayo Lücke / inside digital

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