Live-Übersetzung per Kopfhörer - mit großer Besonderheit: Timekettle W4 im Test

6 Minuten
Gerade in Familien, in denen unterschiedliche Sprachen gesprochen werden, kann die Verständigung schnell zur Herausforderung werden. Übersetzungs-Kopfhörer können dabei helfen. Der Hersteller Timekettle zählt in diesem Bereich zu den bekanntesten Anbietern, wir testen das besondere W4-Modell.
Timekettle W4 Übersetzungs-Kopfhörer im Test
Timekettle W4 Übersetzungs-Kopfhörer im TestBildquelle: inside digital

Als wir die W4 Pro im vergangenen Jahr testeten, waren wir von einer Sache sehr überrascht: Timekettle teilt das Gehäuse der Earbuds in zwei. Einen Teil davon gibt man dadurch einfach seinem Gesprächspartner und beide profitieren anschließend von der Live-Übersetzung. Bei den W4 hat Timekettle ein ähnliches Design verfolgt, das Gehäuse insgesamt aber verkleinert. Was die Kopfhörer darüber hinaus noch bieten und wie sie sich beim Übersetzen schlagen, liest du in unserem Test.

Erster Eindruck: Durchdachtes Design trifft auf schicke Optik

Statt wie beim Pro-Modell eine horizontale Teilung zu nutzen, wird bei den W4 Kopfhörern jetzt auf eine vertikale Teilung gesetzt. Und die funktioniert mindestens genauso gut und gefällt uns ebenso optisch. Wenn du das Lade-Etui öffnest, zeigen sich längliche Earbuds, die im Vergleich zur Pro-Version ein etwas kantigeres Design haben.

Das Gehäuse der W4 lässt sich aufbrechen wie eine Tafel Schokolade.
Das Gehäuse der W4 lässt sich aufbrechen wie eine Tafel Schokolade und teilen.

Beim Einsetzen ins Ohr fällt eine Sache direkt auf: Ohne Silikon- oder Schaumstoffaufsätze sitzen die W4 im Vergleich zum Pro-Modell etwas lockerer. Da sie aber ohnehin nicht für sportliche Aktivitäten oder viel Bewegung gedacht sind, ist das nicht weiter schlimm. Im Gegenteil: So lassen sich die Earbuds besser abwaschen – was besonders praktisch ist, wenn du sie mal mit jemandem teilen willst.

Zum Design selbst gibt’s sonst nur zwei kleine Punkte: Der USB-C-Anschluss zum Laden sitzt außen am Etui, der Verbindungsknopf befindet sich innen. Gesteuert werden die Earbuds per Touch-Gesten – so kannst du etwa Musikwiedergaben starten oder stoppen und auswählen, welcher Earbud gerade für die Audio-Aufnahme zuständig ist.

Timekettle W4 Übersetzungs-Kopfhörer
Die Earbuds kommen ohne Silikon- und Schaumstoffaufsätze aus Image source: inside digital

Die Übersetzungsfunktionen der Timekettle W4

Wie bei allen Übersetzungs-Earbuds von Timekettle brauchst du auch hier die Timekettle-App für alle Übersetzungsfunktionen. Verfügbar ist die App sowohl für iOS als auch für Android. Sie ist angenehm intuitiv zu bedienen, und der Funktionsumfang ist identisch mit dem der Pro-Modelle.

Das heißt: Du bekommst mit den W4 Simultanübersetzungen und den Zuhören-Modus. Immer wieder bietet Timekettle dabei die Unterstützung von LLMs an, die noch einmal für natürlichere Übersetzungen sorgen. Interessant ist dabei auch die Idee, zwischen drei Charakteren für die Übersetzungen zu wählen. Die erste lässt Übersetzungen ein wenig „flirty“ klingen, die andere fügt immer mal wieder Witze oder lustige Bemerkungen ein und die dritte soll professionell klingen.

Timekettle wandelt das Gesagte etwas ab, um den Dialog lebendiger und etwas aufgelockerter zu gestalten. Hier siehst du einen Screenshot aus der Timekettle-App:

Die Timekettle-App
Bei den humorvollen Übersetzungen schießt Timekettle ein wenig übers Ziel hinaus – unterhaltsam ist es trotzdem. Image source: Timekettle / Screenshot: Inside Digital

Als Software-Basis nutzt Timekettle bei den W4 das eigene Betriebssystem „BabelOS“, das für noch bessere Übersetzungen sorgen soll. Genau wie das Pro-Modell unterstützen die W4 derzeit 43 Sprachen und 96 Akzente – und weitere sollen künftig per Update dazukommen.

So klappt die Übersetzung im Alltag

Mit fremdsprachigen Kollegen konnte ich mich mit den W4 Earbuds problemlos unterhalten. Und das sogar über fachspezifische Themen, wie etwa Kameratechnologie. Selbst Fachbegriffe erkannten die Earbuds dabei erstaunlich gut, unabhängig von unserer Aussprache.

Der Clou: Neue Knochenschallmikrofone sorgen für eine bessere Sprachaufnahme, wenn die Earbuds im Ohr sind. Um das zu testen, haben wir auf YouTube eine Baustellen-Geräuschkulisse herausgesucht. Das Ergebnis: Trotz des Lärms wurde die Stimme gut erkannt.

Ein großer Nachteil im Vergleich zu den W4 Pro: In der Timekettle-App können wir keine Medienübersetzungen mehr aktivieren. Das war in der Beta-Version der App noch möglich, wurde aber offenbar vom Hersteller gestrichen. Zwar war die Übersetzung von YouTube, Netflix und Co. damals ab einer gewissen Nutzungsdauer kostenpflichtig, die Übersetzungen waren aber durchaus zuverlässig.

Unterm Strich liefern die W4 aber eine starke Gesamtleistung: Egal, ob Simultanübersetzung (wenn du dir die Earbuds mit jemandem teilst) oder Zuhören-Modus – alles funktioniert auf einem hohen Niveau. Du solltest in der App allerdings auf die Akzente achten – andernfalls wirken die Übersetzungsergebnisse möglicherweise nicht ganz authentisch.

So steht es um die Akkulaufzeit der Übersetzungs-Kopfhörer

Timekettle gibt für die W4 eine Akkulaufzeit von vier Stunden bei aktiver Übersetzung an. Das können wir aus der Praxis bestätigen und loben, dass die Timekettle-App die restliche Akkulaufzeit präzise hervorsagen kann. Zwar ist die Akkulaufzeit zwei Stunden kürzer als bei den Pro-Modellen, laut Hersteller wurde dafür die Standby-Zeit verbessert.

Ganze 180 Tage sollen die Earbuds jetzt durchhalten, wenn sie nicht genutzt werden – ziemlich praktisch. Vor allem im Business-Alltag, wo die Geräte auch mal länger ungenutzt herumliegen. Und mal ehrlich: Meetings, die länger als vier Stunden dauern, willst du vermutlich eh nicht regelmäßig erleben.

Unser Fazit zu den Timekettle W4

Mit den W4 bietet Timekettle eine gute Alternative zu High-End-Produkten wie dem X1 oder den W4 Pro an. Mit einem Preis von 349 Euro sind sie dabei zwar günstiger, ein Luxusprodukt bleiben sie dennoch. Ihr Mehrwert zeigt sich vor allem im praktischen Einsatz. Dabei wird deutlich, wie weit sich die Technologie von KI-Übersetzungskopfhörern inzwischen entwickelt hat und wie effizient sie im Alltag arbeiten kann. Dank der LLM-gestützten Übersetzung und der neuen Knochenschallmikrofone sind die Übersetzungen in vielen Fällen perfekt. Selbst einen komplizierten Text aus dem Arabischen mit ägyptischem Dialekt erfassten die Kopfhörer korrekt. Auch Sprachnachrichten aus dem Spanischen konnten problemlos übersetzt werden. Möglich sollen auch peruanisches Spanisch oder brasilianisches Portugiesisch sein.

Übersetzungs-Kopfhörer Timekettle W4 im Einsatz
Die Übersetzung von Sprachnachrichten hat uns besonders überzeugt Image source: inside digital

Ein wenig ärgerlich ist, dass Timekettle einige Funktionen gestrichen hat. So können die Earbuds keine Medien mehr übersetzen, beziehungsweise nur dann, wenn wir sie mit einem Mikrofon aufnehmen.

Davon abgesehen bekommst du aber all die Vorteile, die auch die Pro-Modelle bieten. Dazu gehört zum Beispiel das praktische Lade-Etui, das du ganz easy mit anderen teilen kannst. Zudem ist das neue BabelOS mit an Bord, welches die Earbuds bei den flotten Übersetzungen gekonnt unterstützt. Im Test hat das System somit überzeugt. Wichtig ist nur: Wenn du wirklich das Beste aus den Übersetzungen herausholen willst, solltest du trotz der Knochenschallmikrofone möglichst deutlich sprechen.

Vorteile der Timekettle W4:

  • Sehr gute Übersetzungen in 43 Sprachen dank BabelOS
  • Angenehme Handhabung dank zweigeteiltem Lade-Etui
  • Übersichtliche App
  • LLM-unterstützte Übersetzungen besonders präzise (und witzig)

Nachteile der Timekettle W4:

  • Spracherkennung per Mikro nicht immer zuverlässig
  • Offline-Übersetzungen noch immer eingeschränkt
  • Klangqualität
  • Keine Medienübersetzungen
  • Mit 349 Euro recht teuer

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Dieser Artikel ist Teil einer Kooperation mit Timekettle. Der Partner nimmt keinen Einfluss auf den Inhalt des Artikels.

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1 KOMMENTAR

  1. Nutzerbild Armin Donnerstag

    Die meisten Live-Übersetzer funktionieren von der Übersetzung her selbst recht gut, ich verwende da am liebsten DeepL, wenn ich mal einen Text von Englisch nach Deutsch schnell übersetzt haben will. Das Problem ist noch bei der gesprochenen Sprache, das ist oft nicht so logisch aufgebaut oder die automatische Transkription dann nicht alles richtig erkennt. Und dann entstehen eben Fehl-Übersetzungen. Aber ja, besser als nichts, sage ich immer, im Urlaub etc. sollte es ja reichen. Bei Konferenzen bzw. Events gibt es ja auch professionelle Anbieter. Auf sprachpilot.at habe ich gesehen, da wird der Text dann live mitgeschrieben durch Schriftdolmetscher und anschließend von der KI übersetzt. Da kann ich mir schon vorstellen, dass das gut funktioniert. Das wäre im Urlaub auch praktisch. 🙂 Aber mal sehen, wohin die Reise noch hingeht.

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