Bei den Smartphones hat Huawei leider, bedingt durch die fehlenden Google-Dienste, an Bedeutung verloren. Doch im Audio-Segment spielt man weiterhin ganz vorn mit. Die neuen FreeBuds Pro 5 funktionieren mit Smartphones aller Hersteller und können gleichzeitig mit mehreren Geräten verbunden sein und herstellerübergreifend zwischen zwei Geräten hin- und herwechseln.
Neues Design, bewährter Halt
Bei den FreeBuds Pro 5 setzt Huawei auf eine ähnliche Bauform wie bei Apples AirPods Pro 2, welche seit drei Jahren meine täglichen Begleiter sind. Der Ohrstecker besteht aus hartem Kunststoff, zusätzliche Silikonspitzen sorgen für einen idealen Halt im Ohr. Hiervon liefert Huawei vier Paare in verschiedenen Größen mit: XS, S, M und L. Beim Vorgänger konnte man neben den klassischen Silikon-Spitzen auch Aufsätze aus Memoryschaum wählen, die mit dem Material von Ohrstöpseln vergleichbar waren. Diese liefert man bei den FreeBuds Pro 5 nicht mehr mit, weil man die zusätzliche Abdichtung dank noch besserem ANC nicht mehr braucht. Im Test konnten die FreeBuds Pro 5 das erfolgreich unter Beweis stellen. Doch wer das andere Material bevorzugt, kann auch zu den Aufsätzen vom Vorgänger greifen.

Farblich kannst du zwischen klassisch Weiß, Schwarz, Blau oder Sand wählen. Bei dem sandfarbenen Modell wirkt das Case beinahe Gold, während die Kopfhörer eher Beige sind. Farblich hast du also deutlich mehr Auswahl als bei den AirPods. Mir gefällt das sandfarbene Modell richtig gut, doch auch die anderen Varianten sehen wirklich hochwertig aus. Das Case ist matt gehalten und die Kopfhörer selbst glänzend – das ist praktisch, da das matte Case so keine Fingerabdrücke anzieht und glänzende Kopfhörer besser im Ohr halten.
Während das Design der Ohrstecker selbst beinahe unverändert ist, hat man den „Stiel“ neu designt. Die flache Front soll dabei nicht nur schick aussehen, sondern beherbergt auch gleich die Bluetooth-Antenne. So sollen die Kopfhörer eine fast 40 Prozent bessere Bluetooth-Reichweite bieten. Der Halt im Ohr ist immer subjektiv, aber zumindest bei mir halten sie hervorragend und sind mit Apples AirPods Pro 2 vergleichbar. Wie bei jedem neuen Kopfhörer solltest du dir jedoch am Anfang etwas Zeit nehmen und die verschiedenen Aufsätze durchprobieren. So passt mir bei Huawei eine andere Größe als bei Apple.
Software und App
Das Setup ist denkbar einfach: Aufklappen, per Bluetooth verbinden und schon kann der Musikgenuss starten. Um das volle Potenzial aus den Kopfhörern herauszuholen, solltest du jedoch die neue Huawei Audio App herunterladen. Bei Apple und Samsung findest du diese direkt im Appstore. Bei allen anderen Smartphones kannst du sie über den QR-Code in der Anleitung herunterladen.
In der App kannst du die Touch-Gesten der Ohrstecker anpassen, diverse Soundprofile wählen und auch die Intensität der Geräuschunterdrückung festlegen. Auch stehen gelegentlich Softwareupdates zur Verfügung.
Viele Dinge kannst du jedoch auch ohne App oder Smartphone steuern. Beide Ohrstecker sind mit kleinen Touch-Feldern am Stiel ausgestattet. Durch Zusammendrücken kannst du die Musik pausieren, vorspringen, ANC starten oder den Sprachassistenten deines Smartphones aufrufen. Durch Wischen lässt sich sogar die Lautstärke anpassen. Das Zusammendrücken der Stiele ist deutlich angenehmer für das Ohr als das Tippen auf den Ohrstecker wie bei vielen Konkurrenten. Im Gegensatz zu den AirPods fehlt mir beim „Zusammendrücken“ jedoch ein wenig das Feedback.
Huawei FreeBuds Pro 5 im Soundcheck
Beim Klang bieten die FreeBuds Pro 5 eine Besonderheit: So spendiert Huawei den Kopfhörern ein Zweiwege-Treiber-System. Während bei den meisten Kopfhörern ein Treiber alle Audiosignale erzeugt, sind bei den FreeBuds zwei separate Treiber übereinander verbaut. Einer für den Bass und einer für Mitten und Höhen. Und das macht sich bei der Soundqualität und insbesondere beim Bass bezahlt.

Höhen und Mitten werden klar wiedergegeben und auch gesprochene Inhalte klingen ausgezeichnet. Hier sind die Kopfhörer auf einem Niveau mit den AirPods Pro 2 von Apple. Beim Bass kann Huawei die Konkurrenz jedoch deutlich überbieten. Schon im Standard-Profil überraschen mich die FreeBuds Pro 5 mit kräftigem, sattem Bass, von dem man bei der Konkurrenz nur träumen kann. Wer gerne basslastige Musik hört, kann in der App außerdem zum Bass-Profil wechseln. Insgesamt können mich die FreeBuds Pro 5 mit einem hervorragenden und ausgewogenen Klang überzeugen, der in keinem Bereich Wünsche offenlässt.
Doch nicht nur der Klang konnte mich im Test überzeugen. Auch die aktive Geräuschunterdrückung leistet einen exzellenten Job, in allen Situationen für Ruhe zu sorgen. Und zwar deutlich besser, als ich es von meinen AirPods Pro 2 gewohnt bin. Selbst in den Düsseldorfer Stadtbahnen aus den 70gern die alles andere als leise sind, schaffen die FreeBuds Pro 5 fast komplette Stille. Und auch Gespräche im Büro oder die Turbinengeräusche im Flugzeug filtern die Kopfhörer einwandfrei heraus. Die Intensität des ANC wird dabei automatisch angepasst. Alternativ kannst du in der App auch eine von vier Stufen fest auswählen.
Verbesserungsbedarf gibt es hingegen beim Transparenzmodus. Dabei handelt es sich um das komplette Gegenteil von ANC – etwa, um die Kopfhörer sicher im Straßenverkehr einzusetzen. Hier kommt kein Hersteller auch nur annähernd an die AirPods Pro 2 heran, die mit dem adaptiven Modus zudem noch einen weiteren Modus bieten, um die Umgebung mitzubekommen, aber laute Geräusche zu reduzieren.
Unglaubliche Mikrofone
Bei einer anderen Eigenschaft können die FreeBuds Pro 5 die Konkurrenz von Apple meilenweit hinter sich lassen. Und zwar beim Telefonieren. Die Huawei-Kopfhörer sind jeweils mit drei Mikrofonen ausgestattet, welche nicht nur die Stimme klar aufnehmen, sondern auch jegliche Umgebungsgeräusche zuverlässig herausfiltern. Selbst wenn im selben Raum laut Musik läuft, bekommt der Gesprächspartner davon nichts mit und kann einen einwandfrei verstehen. Das ist durchaus beeindruckend und bei weitem nicht bei allen In-Ear-Kopfhörern der Fall.
Akkulaufzeit und Aufladen
Die Akkulaufzeit gibt Huawei mit 9 Stunden ohne ANC an. In unserem Test mit ANC auf der höchsten Stufe war nach rund 7 Stunden der Akku leer – ein hervorragender Wert. Mit Case erreichen die Kopfhörer laut Huawei eine Laufzeit von 38 Stunden, ehe eine Steckdose her muss. Das Laden funktioniert dabei wahlweise per USB-C oder kabellos.
Huawei FreeBuds Pro 5 im Test: Mein Fazit

Die Huawei FreeBuds Pro 5 konnten mich im Test nicht nur mit einem ausgezeichneten Klang, sondern auch mit ihrem hervorragenden ANC-Modus und der klaren Audioqualität beim Telefonieren überzeugen.
Eine weitere Stärke ist die Kompatibilität mit jedem Bluetooth-Gerät. Das ist besonders dann spannend, wenn du zwischen Geräten mehrerer Hersteller hin- und herwechseln möchtest. Etwa, wenn du ein Samsung-Smartphone und ein Apple-Tablet verwendest.
Ist man nur im Apple-Kosmos unterwegs, fällt die Wahl zwischen den AirPods Pro 2 und den FreeBuds Pro 5 echt schwer. Huawei bietet den besseren Klang, ANC und Audioqualität beim Telefonieren, Apple hingegen den besseren Transparenz- und Adaptiven-Modus und die bessere Integration ins Ökosystem mit Hands-Free-Siri und Nachrichten-Ankündigungen.
Außerhalb des Apple-Kosmos sind die Huawei FreeBuds eine der besten In-Ear-Kopfhörer auf dem Markt. Der Preis ist mit 199 Euro zum Start zwar recht hoch, für die gebotene Leistung jedoch fair. Außerdem hat Huawei regelmäßig Rabattaktionen, bei denen es die Kopfhörer günstiger zu kaufen gibt. So kosten sie aktuell nur 169 Euro und mit dem Code AHW6ANNI10 kannst du weitere 10 Prozent sparen und kommst so auf einen Preis von 152 Euro.
Pros der Huawei FreeBuds Pro 5 im Test
- brillanter und ausgewogener Sound
- kräftiger Bass
- hervorragende Mikrofone beim Telefonieren
- bestes ANC in einem In-Ear-Kopfhörer
- sehr gute Akkulaufzeit
- schickes Design und viele Farben
Contras der Huawei FreeBuds Pro 5 im Test
- Transparenzmodus ausbaufähig
- hoher Preis






