Im Test: Surface-Konkurrent zeigt, wo der Preishammer hängt

6 Minuten
Mit dem XPS 13 2in1 bietet Dell ein Tablet für den Arbeitsalltag, das dem Microsofts Surface Pro (9) Marktanteile abjagen soll. Dazu setzt der Hersteller ebenfalls auf Tastatur und Ständer, nur wesentlich schlichter, oder? Kann das Arbeits-Tablet überzeugen?
Dell XPS 13 2in1

Dell setzt beim XPS 13 2in1 auf ein vergleichsweise konservatives Design. Das Tablet ist ein gleichförmig gestalteter Körper mit abgerundeten Ecken, aber scharf gezeichneten Kanten. Das silbergrau lackierte Gehäuse wirkt entsprechend schlicht. Auffällig ist jedoch die über zwei Millimeter herausragende Kamera auf der Rückseite.

Klassische Gestaltung, solide Machart

Klassisch wirken auch die links und rechts in den Seiten untergebrachten Lautsprecher. Dennoch ist die Gesamtkomposition nicht altbacken. Dazu tragen die niedrige Bauhöhe von nicht mal ganz 0,8 cm sowie die niedrige Grundfläche von 29,3 x 20,1 cm bei. Mit einem Gewicht von 736 g ist das Dell-Tablet zudem deutlich leichter als das Surface Pro 9.

Die Verarbeitung des Dell XPS 13 2in1 steht den hohen Ansprüchen in nichts nach. Das aus einem Stück gefertigte Gehäuse sorgt für ein sicheres Zuhause für die verbaute Hardware. Unter Druck lassen sich keine Verwindungen erkennen. Gorilla Glas 7 soll dafür sorgen, dass der Bildschirm im Alltag nicht allzu schnell von Abnutzungsspuren gekennzeichnet wird.

Dell XPS 13 2in1
Kantiges Blech mit herausragender Kamera

13-Zoll-Display mit hoher Auflösung

Der Branchenprimus von Microsoft hat ganz offensichtlich auch beim Bildschirm als Vorlage gedient: Das Dell XPS 13 2in1 verfügt ebenso über ein LC-Display mit einer Diagonale von 13 Zoll. Gleich sind überdies die Auflösung von 2.880 x 1.920 Pixeln sowie das Seitenverhältnis von 3:2, das sich insbesondere beim Arbeiten auszeichnen soll.

Hinsichtlich der Farbdarstellung gibt es nichts zu meckern: Die einzelnen Farbtöne werden kräftig, aber nicht überzeichnet präsentiert. Fürs Arbeiten an der frischen Luft könnte die maximal mögliche Bildschirmhelligkeit noch etwas höher sein.

Dell XPS 13 2in1
Display:13 Zoll, IPS, 2.880 x 1.920 Pixel
Prozessor:Intel Core i7-1250U
Grafik:Intel Iris Xe
Arbeitsspeicher:16 GB, LPDDR4x
DatenspeicherSSD, PCIe 4.0, 512 GB
KameraFront:1080p/ Rückseite:8 MP
Anschlüsse:2x USB Typ-C (Thunderbolt 4)
Drahtlos:WiFi 6E, Bluetooth 5.2
Akku:49,5 Wh
Lieferumfang:Netzteil, Tasten-Dock
Abmessungen:29,3 x 20,1 x 0,8 cm
Gewicht:0,74 kg
Betriebssystem:Windows 11 Home
Preis:1.799 Euro

Dell XPS 13 2in1 mit stromsparendem i7 von Intel

In kompakten Notebooks und bei leistungsstarken Tablets setzen Hersteller gern auf Chips von Intel mit einer geringeren Leistungsaufnahme und damit einem niedrigeren Energiebedarf. Dell macht da keine Ausnahme. Im XPS-Tablet steckt ein Core i7-1250U, der im Prinzip dem i7-1255U gleicht, sich standardmäßig allerdings nur 9 und maximal 29 W – anstatt der ansonsten erlaubten 15 bis 45 W – aus der Steckdose gönnt. Dabei werden beide Chips aus acht Effizienz- und zwei leistungsstarken Power-Kernen zusammengesetzt, die insgesamt 14 Threads gleichzeitig abarbeiten können. Auch die Taktgeschwindigkeiten sind mit maximal 3,5 GHz für die E- und 4,7 GHz für die P-Kerne gleich, sodass die Performance im Geekbench recht ähnlich ist.

Den großen Unterschied macht die GPU aus. Zwar wird im Chip wie bei allen Core i7 auf eine Iris Xe mit 96 Execution-Units gesetzt, allerdings ist der Takt mit 950 MHz niedriger. Trotz der reduzierten Grafikleistung ist das Dell XPS 13 2in1 alles andere als langsam, sondern bietet eine Performance auf dem Niveau eines Mittelklasse-Notebooks. Dazu passt auch der Arbeitsspeicher mit einer Größe von 16 GB, der allerdings im modernen und schnelleren LPDDR5 und nicht mehr im LPDDR4x-Format verbaut werden sollte.

Dell XPS 13 2in1
Wie ein kleines Notebook, doch die Tastatur im Cover überzeugt nur bedingt

SSD des Dell XPS 13 2in1: Nicht die größte, aber schnell

Beim Datenspeicher gibt sich Dell wie schon beim RAM eher konservativ: Im Inneren des XPS-Tablets wird auf eine SSD von Western Digital gesetzt, die eine Kapazität von 512 GB bereitstellt. Immerhin wird sie mithilfe des PCIe-4.0-Interface angebunden, mit dem flotte Übertragungsraten von knapp 5.100 MB/s beim Lesen und etwas mehr als 3.900 MB/s beim Schreiben von Daten möglich sind. Das Laufwerk gehört mit diesen Werten nicht zu den schnellsten Vertretern seiner Art, allerdings dürften sich kaum Situationen finden, in denen eine zu geringe Übertragungsgeschwindigkeit beim Arbeiten bremst.

Der Akku des Dell XPS13 2in1: Unter Last sparsam

Tablets bieten im Inneren nur wenig Platz für den Akku, das gilt auch für das XPS 13 2in1. In dem 8 mm hohen Gehäuse steckt ein 49,5 Wh großer Energiespeicher. Solche 3-Zellen-Akkus findet man bei klassischen Notebooks im Einsteigerbereich. Dementsprechend sind nach einer Stunde im Browser bereits 85 Prozentpunkte der Kapazität verbraten, beim Spielen von Asphalt 9: Legends sind es 71 Prozentpunkte. Gerade unter Last zeigen sich die Vorteile der begrenzten GPU-Leistung mit Blick auf den Energieverbrauch, an dem das Display einen großen Anteil hat. Wer dem Tablet nicht zu viel zumutet und immer mal wieder ein kleines Päuschen macht, kann darauf hoffen, den Arbeitstag ohne Nachladen zu überstehen.

Klinke und USB Typ A nur per Adapter

Das XPS 13 2in1 hält sich, wie so viele andere Kandidaten dieser Klasse, mit Anschlüssen zurück. Weder eine Kopfhörerbuchse noch ein dezidierter Netzstecker sind vorhanden, stattdessen müssen zwei USB-Ports im Typ-C-Format genügen. Immerhin unterstützen beide Anschlüsse Thunderbolt 4. Und immerhin liegen die Adapter hin zur 3,5-mm-Klinke sowie zu klassischem USB bei. Für die kabellose Datenkommunikation setzt Dell auf Intels Killer-WiFi-6E-1675-Modul, das WLAN nach dem 6E-Standard und Bluetooth auf der Basis der 5.2-Spezifikation bereitstellt. 

Dell XPS 13 2in1
Sparsam mit Anschlüssen

Schlichtes Tasten-Cover Teil der Basisausstattung

Der Namenszusatz “2in1” ist beim XPS-Tablet, das über einen präzise und schnell reagierenden Touch-Mechanismus im Bildschirm verfügt, durchaus euphemistisch. Eine in der Schutzhülle integrierte Tastatur macht aus dem Tablet jedoch längst noch kein Notebook. Ist das Tablet in dem Cover eingeschlagen, tragen Vorder- und Rückseite deutlich auf. Auch die etwas angeraute Oberfläche überzeugt nicht vollends. Sie neigt dazu, Dreck aufzusammeln und sieht entsprechend schnell speckig aus. Dazu gesellen sich funktionale Kompromisse: Die Aufstellfläche muss glatt sein und genügend Platz bieten: Im Notebook-Modus wird eine Grundfläche von 30 x 30 cm in Beschlag genommen. Kleinere Unebenheiten genügen, damit sich die Tastatur durchbiegt. Zudem kann der Bildschirm nur in einer Position aufgestellt werden.

Die Tasten selbst sind jedoch gelungen. Sie sorgen mit einem spürbaren Hub und einem weichen Anschlag dafür, dass die Finger auch bei längeren Schreibeinheiten nicht ermüden. Gleiches gilt für das Touchpad, und das nicht nur wegen der üppigen Größe von 11,4 x 7,4 cm. Es reagiert präzise auf die Bewegungen des Fingers und klickt angenehm.

Dell XPS 13 2in1: Kamera für den Notfall

Wie Microsoft beim Surface Pro 9 setzt auch Dell beim XPS 13 2in1 auf eine Hauptkamera mit einer maximalen Auflösung von 10 Megapixel. Allerdings macht sie erheblich bessere Bilder. Sowohl die Kontraste als auch die Detailschärfe liegen auf einem akzeptablen Niveau, auch die Farbwiedergabe ist gut. Wunder darfst du allerdings nicht erwarten, schon Mittelklasse-Smartphones schießen technisch bessere Bilder

Grundsätzlich sind die Aufnahmen gut, erste digitale Artefakte lassen sich aber erkennen

Fazit Dell XPS 13 2in1

Mit dem XPS 13 2in1 versucht Dell in der Erfolgsspur des Surface Pro (9) mitzuschwimmen und der Geschäftswelt ein leistungsstarkes Tablet schmackhaft zu machen. Mit entsprechend leistungsstarken Komponenten und der Tastatur wird unterwegs ein Notebook überflüssig.

Dell XPS 13 2in1Wertung
Design / Verarbeitung108
Display1511
Prozessor2012
Speicher105
Akku und Verbrauch107
Tastatur53
Anschlüsse103
Preis / Leistung208
Gesamt10057

Damit kann es mit dem Microsoft-Pendant mithalten, ist aber vor allem aufgrund des erheblich niedrigeren Preises interessant: Mit vergleichbarer Speicherausstattung kostet das Dell-Tablet 390 Euro weniger, wenn die beiliegende Tastatur eingerechnet wird, die bei Microsoft extra kostet, dann steigt der Preisvorteil auf 570 Euro. Da lässt es sich durchaus verschmerzen, dass der Standfuß nicht wie bei Microsoft im Tablet integriert ist. 

Pro

  • Tastatur Teil des Pakets
  • Solide verarbeitet, klassisches Design
  • Fairer Preis

Contra

  • Tasten-Cover recht wuchtig, Ausführung könnte wertiger sein
  • Nur eine Aufstellposition

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2 KOMMENTARE

  1. reckstay

    the keys themselves are successful. With a noticeable drop and a soft stroke, they ensure that the fingers do not tire, even during longer typing sessions.

    Antwort
  2. Hajo

    Klingt interessant – aber falls die Stütze nicht im Tablet, sondern in der Tastatur integriert ist, wäre das für mich ein dicker Minuspunkt, da sich das Surface auch ohne Tastatur und aufgestellt auf dem Schoß super zum Schreiben und Surfen nutzen lässt (Tastatur nur für längere Texte notwendig).

    Antwort

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