Online-Dating: Portale täuschen mit Fake-Profilen – darauf musst du achten

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Wer für ein Konto auf einem Dating-Portal bezahlt, hat in der Regel klare Erwartungen an den Dienst. Mit Mitarbeitern des Anbieters zu chatten, gehört in der Regel nicht dazu. Wir verraten, wie du Fake-Profile der Plattform-Betreiber identifizierst.
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Online-Dating: Portale betreiben Fake-ProfileBildquelle: athree23 / Pixabay

Es gibt unterschiedliche Gründe, die Menschen dazu bewegen, sich bei einer Dating-Plattform anzumelden. Mal ist es die Suche nach der wahren Liebe, mal ist es der Wunsch nach einem aufregenden Abenteuer. Was die meisten Nutzer jedoch kaum von ihrem kostenpflichtigen Abonnement erwarten dürften, sind intime Unterhaltungen mit bezahltem Fachpersonal, die zu keinem richtigen Treffen führen und nach einer Weile im Sand verlaufen. Solche „Fake-Profile“ stellen allerdings keine Seltenheit dar – ganz im Gegenteil. Dabei sind sie oftmals illegal. Stichwort: irreführende Werbung.

Landgericht Berlin: Fake-Profile wecken falsche Erwartungen

Laut einer 2017 veröffentlichten Untersuchung der Verbraucherzentrale Bayern setzen mindestens 187 Online-Dating-Portale auf Fake-Accounts. Der Grund hierfür ist simpel: Umsatzsteigerung. Entweder dadurch, dass Nutzer „Erfolgserlebnisse“ verspüren und ihre kostenpflichtigen Abonnements beibehalten. Oder dank sogenannter Credits-Systeme, bei denen für echtes Geld gekauftes Guthaben für kostenpflichtige Aktionen ausgegeben wird. Dennoch stellt die Praxis selbst kein großes Problem dar. Problematisch wird es erst dadurch, dass die meisten Nutzer nicht wissen, dass sie mit bezahlten Mitarbeitern der jeweiligen Plattform kommunizieren.

So sieht es zumindest das Landgericht Berlin, das Anfang 2022 ein Urteil zur von der Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) eingereichten Klage gegen das Dating-Portal icatched.de fällte. Die Verbraucherzentrale beschuldigte die Plattform der Irreführung, da die nach eigenen Angaben über 8.000 Fake-Profile (auch bezeichnet als iNutzer) lediglich in den allgemeinen Geschäftsbedingungen thematisiert wurden. In den AGBs heißt es dazu, iNutzer sowie die kostenpflichtige Kommunikation mit diesen seien „ausschließlich zur Auslebung von virtuellen Fantasien gedacht“, daher seien „keine realen Treffen möglich“.

So erkennst du Fake-Profile auf Dating-Websites

Es gibt Wege, um Fake Profile und Portale, die solche verwenden, zu entlarven. Zunächst einmal lohnt sich tatsächlich ein Blick in die AGBs, wenn man sein Geld nicht verschwenden möchte. Leider werden Fake-Profile aus offensichtlichen Gründen eher selten als solche betitelt. Stattdessen werden des Öfteren Bezeichnungen wie „Animateure“, „Controller“, „CUser“, „Moderator“ oder „moderierter Dienst“ verwendet. Auch solltest du auf Formulierungen wie „Sie erkennen an und erklären sich damit einverstanden, dass diese Profile ausschließlich für Ihre Unterhaltung und zur Förderung ihrer Nutzung unseres Service sind“ achten. Weitere Formulierungen findest du auf der Website der Verbraucherzentrale NRW.

Zudem gilt wie auch sonst im Leben: Ist es zu schön, um wahr zu sein, dann ist es das höchstwahrscheinlich auch nicht. Falls etwa die Fotos zu professionell wirken und der Gegenüber wie ein Model ausschaut, sollte es dich stutzig machen. Insbesondere, wenn die persönlichen Angaben sehr vage bleiben und ein Treffen einfach nicht zustande kommen will.

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