E-Bikes kommen mittlerweile in allen möglichen Formen und Farben. Manche bieten komplizierte Apps samt umfangreicher Funktionspaletten, während andere auf Minimalismus und Mechanik setzen. Welches der Räder du im Keller stehen hast, spielt jedoch keine Rolle. Eine besonders praktische Funktion ist hersteller- und modellübergreifend verfügbar. Wenngleich es keine Garantie dafür gibt.
Nützliche Funktion macht dein E‑Bike noch besser
Mittlerweile verfügen laut dem Statistischen Bundesamt 22 Prozent der Haushalte über mindestens ein Pedelec (Stand: 2024). Bei Pedelecs handelt es sich um die eigentlich korrekte Bezeichnung für das, was man im Volksmund „E-Bikes“ nennt. Einer der größten Unterschiede: Pedelecs bieten lediglich eine Tretunterstützung. Selbst fahren, wie etwa ein Auto oder Motorrad, können Pedelecs nicht. Eine Ausnahme gibt es aber dennoch.
Aus §1 Straßenverkehrsgesetz (StVG) geht hervor, dass E-Bikes (wir benutzen im weiteren Artikelverlauf die gebräuchliche Bezeichnung für Pedelecs) über eine elektromotorische Anfahr- oder Schiebehilfe verfügen dürfen. Diese ermöglicht es Rädern, auch ohne gleichzeitiges Treten mit einer Geschwindigkeit von bis zu 6 km/h zu fahren. Und das kann im Alltag ziemlich hilfreich sein. Insbesondere, wenn man sein 30 kg schweres E-Bike schiebt oder etwa bei einer Steigung anfährt.

Anfahr- und Schiebehilfe aktivieren
Nicht alle E-Bikes unterstützen die Anfahr- und Schiebehilfe. Doch selten ist das Feature auch nicht. Falls verfügbar, funktioniert es in der Regel wie ein Totmannschalter. Wird die Plus-Taste am Lenker gehalten, fährt das Zweirad von selbst los. Normalerweise entscheidet die Taste über die Stufe der Tretunterstützung. Dass sie auch über eine weitere Funktion verfügt, wissen viele Radfahrer nicht. Und dafür gibt es einen guten Grund.
Je nach Hersteller und Modell kann das Vorgehen zum Einschalten der Anfahr- und Schiebehilfen variieren. Manchmal setzen die Entwickler auf ein zweistufiges Verfahren, damit die Funktion nicht versehentlich aktiviert wird. In diesem Fall muss das Feature zunächst mittels einer weiteren Taste oder im Menü freigeschaltet werden, erst danach funktioniert die Plus-Taste wie oben beschrieben. Sollte das einfache Halten der Plus-Taste keinen Effekt haben, würden wir dazu raten, das Handbuch oder den Hersteller zu konsultieren.

So passt du die Schiebehilfe-Geschwindigkeit an
Das deutsche StVG schreibt lediglich eine Maximalgeschwindigkeit für Schiebehilfen und Anfahrhilfen vor. Diese liegt wie bereits erwähnt bei 6 km/h. Nicht gerade alltagstauglich, denn die durchschnittliche Schrittgeschwindigkeit beträgt gerade einmal 5 km/h. Zudem fällt diese von Person zu Person unterschiedlich aus.
Deshalb setzen manche Hersteller auf ein gangabhängiges Maß an Schiebeunterstützung. Ist ein hoher Gang eingestellt, fährt das E-Bike beim Schieben schneller. Und ist ein niedriger Gang gesetzt, dann entsprechend langsamer. Auf diese Weise lässt sich die Schiebehilfe bequem individualisieren. Nur eben nicht bei allen Elektrofahrrädern. Auch hier empfehlen wir, im Zweifelsfall das Handbuch zurate zu ziehen.
Die Tretunterstützung selbst ist in Deutschland ihrerseits bis zu einer Maximalgeschwindigkeit von 25 km/h zugelassen. Erhöht diese Regelung das Unfallrisiko gegenüber klassischen Fahrrädern? Und was können Radler und die Politik dagegen tun? Die Antworten findest du im folgenden Artikel:
