Ohrfeige für VW: China-Verbrenner schlägt das E-Auto

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Dem E-Auto gehört die Zukunft. Wirklich? Neue Zahlen zeigen, dass auch in einem anderen Pkw-Segment ordentlich Geld verdient werden kann. Plug-in-Hybride werden immer beliebter. Und ein Hersteller darf sich in Europa jetzt über einen besonderen Erfolg freuen.
Front des BYD Seal U.

Der BYD Seal U ist der erfolgreichste Plug-in-Hybrid in Europa des Jahres 2025.

BYD ist es gelungen, Volkswagen in die Schranken zu weisen. Und zwar im Segment der Plug-in-Hybride (PHEV). Denn kein anderes PHEV-Modell verkaufte sich im vergangenen Jahr europaweit häufiger als der BYD Seal U. Das berichtet das Handelsblatt unter Berufung auf Daten des Branchendienstleisters Dataforce. Ein echter Erfolg für den chinesischen Hersteller auf dem europäischen Markt, wo sonst eigentlich andere Plug-in-Hybride für Furore sorgen.

BYD Seal U ist Europa Plug-in-Hybrid-König – aber nicht in Deutschland

In Summe wurde der BYD Seal U 2025 in Europa laut Daten von Dataforce knapp 72.800 Mal neu zugelassen. Erst mit deutlichem Abstand folgen der VW Tiguan (rund 66.000) und der Volvo XC60 (knapp 60.200), dem ab sofort mit dem Volvo EX60 ein vollelektrisches Top-Modell zur Seite gestellt wird. Komplettiert wird die Top 5 der meistverkauften PHEV-Modelle auf europäischer Ebene vom Ford Kuga (knapp 42.000) und dem Mercedes GLC (knapp 39.000).

In Deutschland sieht die Sachlage aber ein wenig anders aus. Denn hierzulande war im vergangenen Jahr der VW Tiguan die PHEV-Nummer-1 – mit rund 15.300 Neuzulassungen. Den zweiten Platz hat sich der Volvo XC60 gesichert (rund 14.600), gefolgt von der Mercedes E-Klasse (rund 12.800) VW Passat (rund 11.900) und dem BMW 5er (knapp 11.500). Der BYD Seal U kam in Deutschland hingegen „nur“ auf 8.674 Neuzulassungen. Mit dem BYD Seal 6 DM-i Touring (Test) bietet BYD hierzulande übrigens eine interessante Alternative im Kombi-Segment an.

Plug-in-Hybride sind für chinesische Hersteller aktuell interessanter als E-Autos – der Zoll lässt grüßen

Europaweit ist zu beobachten, dass chinesische Marken weniger im Segment der E-Autos wachsen, sondern verstärkt bei Plug-in-Hybriden. Die Dataforce-Zahlen zeigen, dass chinesische Marken hier ihre Verkäufe um mehr als 600 Prozent steigern konnten. Ein Grund: Hohe Zollaufschläge für E-Autos werden für Plug-in-Hybride nicht fällig. Für diese Autogattung liegt der Zoll nicht bei bis zu 45 Prozent, sondern nur bei 10 Prozent. Beatrix Keim, Leiterin des Center of Automotive Research (CAR) sagte dem Handelsblatt: „Das ist ein Weckruf an die deutschen und anderen europäischen Autohersteller, die Chinesen im Blick zu behalten und selbst nachzulegen.“

Besonders beliebt sind chinesische Plug-in-Hybride übrigens in Südeuropa (Italien und Spanien) sowie in Großbritannien. Dort erreichten die China-Modelle bereits Marktanteile um die 10 Prozent. Entsprechend beliebt sind dort auch andere PHEVs aus chinesischer Produktion. Etwa der Jaecoo 7 oder der MG HS. Abzuwarten bleibt, wie sich der PHEV-Markt in Deutschland in den kommenden Jahren entwickeln wird. Denn erst vor wenigen Tagen hatte die Bundesregierung ein neues Förderprogramm aufgelegt, das einen staatlichen Zuschuss nicht nur für E-Autos, sondern auch für Plug-in-Hybride verspricht. Bis zu 4.500 Euro Rabatt sind über die staatliche PHEV-Prämie drin.

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