Telekom-Chef empfiehlt seinen Kunden, den Anbieter zu wechseln

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Auf der Hauptversammlung der Deutschen Telekom vergangene Woche hat Konzernchef Tim Höttges scharf auf Kritik am eigenen Netz reagiert. Auslöser war die Diskussion um die Netzzusammenschaltung der Telekom mit anderen Anbietern. Er empfahl, dass Kunden mit Problemen den Anbieter wechseln sollten.
Telekom-Chef Tim Höttges
Telekom-Chef Tim HöttgesBildquelle: Deutsche Telekom

Auslöser des Ganzen war ein Redebeitrag von Thomas Lohninger von epicenter.works. Er sprach für den Dachverband der Kritischen Aktionäre und griff die Peering-Praxis der Telekom an. Peering beschreibt die Netzzusammenschaltung verschiedener Netzbetreiber. Nur so gelangen Daten von Anbietern wie YouTube oder Netflix an den Anschluss. Die Telekom setzt dabei auf Private Peering, während die meisten anderen Anbieter über offene Zusammenschaltungspunkte ihre Daten austauschen. Bei der Telekom gibt es dabei immer wieder Kritik von Kunden, dass die Netzzusammenschaltungen offenbar unterdimensioniert sind und beispielsweise bestimmte Dienste nur schwer erreichbar sind.

Worum es bei dem Streit geht

Üblicherweise fließen Daten dabei ohne gesonderte Zahlungen zwischen den Beteiligten, besonders beim Public Peering. Lohninger stellte die Praxis der Telekom als Ausnahme dar. Seine zentrale Kritik: Wer nicht zahle, sei im Netz der Telekom schlechter erreichbar.

Lohninger spannte den Bogen dabei weit. Er erinnerte an die frühere Debatte um StreamOn und leitete daraus ein Muster ab. Sein Vorwurf lautet, die Telekom verknappe Angebote und vermarkte dann die Ausnahme.

Telekom-Chef Höttges wies die Vorwürfe klar zurück. Er sagte, die Kritik sei „einfach nicht richtig“. Die Telekom verknappe ihr Netz nicht künstlich und verlangsame auch keine Datenströme. Bei stark einseitigen Datenströmen sei eine vertragliche Verrechnung branchenüblich. Dann fiel der Satz, der hängen bleibt: „Wenn Sie nicht zufrieden sind mit unseren Diensten, und Millionen Kunden verlassen sich darauf, dann gehen Sie woanders hin.“

Die Telekom setzt auf Abwehr

Höttges blieb in seiner Antwort bei einer klaren Linie. Er verwies darauf, dass entgeltliche Vereinbarungen beim Datenaustausch zulässig seien. Zudem führte er an, dass Gerichte bestätigt hätten, dass der Transport großer Datenmengen durch das Telekom-Netz eine werthaltige Leistung sei. Dafür könne das Unternehmen Geld verlangen. Es geht dabei um ein Urteil in einem Verfahren gegen Meta.

Damit beantwortet die Telekom aber nur einen Teil der Kritik. Denn der eigentliche Konflikt liegt an anderer Stelle. Nutzer merken am Ende nur, dass einzelne Dienste langsam laden oder schlecht erreichbar sind. Ob dahinter technische Engpässe, wirtschaftlicher Druck oder beides steckt, bleibt für sie offen.

Genau deshalb ist der Satz von Höttges auch heikel und sorgt für Verärgerung bei Kunden mit Problemen. Wer Probleme meldet, erwartet eine Erklärung. Wer Kritik hört, sollte sie entkräften können. Ein „Gehen Sie woanders hin“ wirkt dagegen wie Abwehr statt Aufklärung. Für ein Unternehmen, das Millionen Anschlüsse verkauft, ist das kein gutes Signal, insbesondere nicht nach zahlreichen Tariferhöhungen der vergangenen Wochen.

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