Überraschendes Aus: Große Supermarktkette schließt!

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Eine in vielen Bundesländern aktive Supermarktkette macht Schluss in Deutschland. Rund 350 Filialen sind vom Aus betroffen. Viele davon wechseln zu Edeka. Ein Teil auch zu Rewe – wenn das Bundeskartellamt dem Deal zustimmt.
Angebote in einer tegut-Filiale.
Angebote in den Filialen von tegut wird es nicht mehr lange ggeben.Bildquelle: tegut

Große Veränderungen im deutschen Lebensmittelhandel: Die Schweizer Handelsgenossenschaft Migros Zürich zieht sich aus Deutschland zurück und verkauft große Teile der Supermarktkette Tegut. Ein wesentlicher Teil der Filialen soll künftig zum Verbund von Edeka gehören. Eine entsprechende Vereinbarung wurde bereits unterzeichnet – endgültig entschieden ist der Deal allerdings noch nicht. Zunächst muss das Bundeskartellamt zustimmen.

Scharfer Lebensmittel-Wettbewerb in Deutschland führt zu Tegut-Aus

Nach Angaben der Unternehmen sollen rund die Hälfte der etwa 350 Tegut-Märkte in Deutschland von Edeka übernommen werden. Eine hohe zweistellige Zahl übernimmt Rewe. Auch mit anderen Handelsketten laufen noch Gespräche zu einer möglichen Übernahme von Standorten. Tegut-Märkte sind nicht nur in Hessen zu finden, sondern auch in anderen Bundesländern. Weitere Filialen stehen in Bayern, Baden-Württemberg, Thüringen, Rheinland-Pfalz und Niedersachsen. Neben vielen Filialen betrifft die Vereinbarung auch Teile der Infrastruktur, darunter ein Logistikzentrum, Produktionsbetriebe sowie das Unternehmen hinter den automatisierten teo-Mini-Märkten.

Migros begründet den Schritt mit einer strategischen Neubewertung seines Deutschland-Geschäfts. Trotz umfangreicher Sparmaßnahmen und einer deutlichen Reduzierung der Verluste habe sich das Marktumfeld im deutschen Lebensmitteleinzelhandel weiter verschärft. Gleichzeitig gingen die Umsätze zurück. Unter diesen Bedingungen sei das Geschäftsmodell von Tegut langfristig wirtschaftlich nicht tragfähig gewesen. Migros-Chef Patrik Pörtig sagte dem Schweizer „Blick“, dass der Konkurrenzdruck in Deutschland enorm sei. Besonders Aldi und Lidl träten als „extrem aggressive Mitbewerber“ auf.

Das Unternehmen betont, dass bei den Verhandlungen primär zwei Ziele im Mittelpunkt standen: möglichst viele der rund 7.400 Arbeitsplätze zu sichern und die Standorte weiterzuführen. Insgesamt arbeiten mehrere Tausend Beschäftigte in den Tegut-Märkten und der Logistik. Bekannt ist das Unternehmen unter anderem für sein vergleichsweise großes Bio-Sortiment.

Vorerst ändert sich… nichts!

Für Verbraucher dürfte sich kurzfristig wenig ändern. Die Märkte bleiben zunächst geöffnet, während die Prüfung zur Übernahme läuft. Langfristig dürften die Filialen jedoch schrittweise in den Edeka-Verbund und in die Rewe-Gruppe integriert und dann unter neuen Konzepten weitergeführt werden. Der Markenname Tegut dürfte bis Ende 2026 komplett aus Deutschland verschwinden.

Der geplante Verkauf markiert einen der größten Umbrüche im deutschen Lebensmittelhandel der letzten Jahre. Sollte das Kartellamt grünes Licht geben, wird sich die Supermarktlandschaft in vielen Regionen deutlich verändern.

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